fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Wird Richtiges falsch, weil du es für falsch hältst?
Nein, ebenso wenig wie Falsches richtig wird, wenn dies von einer "Menge" Leute vertreten wird. Damit ist wohl klar, dass Argumente solcher Art völlig daneben liegen. Theorien sollten als falsch erkannt werden, wenn sie Widersprüche erzeugen. Und das ist bei der SRT eben der Fall. Wenn ich solche Widersprüche aufzeige, wie anhand der Varianten des Maßstabsparadoxons oder des Zwillingsparadoxons, dann wäre zu erwarten, dass Verfechter der SRT auch in der Lage sind, diese Widersprüche zu widerlegen, was ja kein Problem sein kann, wenn sie aufgrund ihrer Kenntnisse die SRT für richtig halten. Statt dessen kommen seitenlange Auszüge aus der von Relativisten durchkämmten Wikipedia und Predigten aus dem SRT-Evangelium und wird herumgeiert, die Darstellung eines Paradoxons in Prosa bemängelt etc., um auf diese Weise der Lösung des Paradoxons zu entgehen. "Alle Paradoxa der SRT sind auflösbar" als allgemeine Feststellung ist zu wenig, weil es nicht stimmt. Sind sie auflösbar, dann soll man es vorführen und damit bliebe man auch schön auf der sachlichen Ebene.
Man sollte sich mit der SRT beschäftigen und nicht mit den Leuten, die sie für falsch oder richtig halten!
Hier ein weiteres Paradoxon als Gelegenheit zur Beschäftigung mit der SRT. Es führt die relativistische Geschwindigkeitsaddition ad absurdum, solange es nicht widerlegt werden kann.
Auf einem wie im Bild dargestellten Waagebalken sollen zwei Stahlkugeln von der Mitte aus mit gleicher Geschwindigkeit symmetrisch in Richtung der Balkenenden rollen. Die Kugeln sind gleich schwer und der Balken bleibt daher im Gleichgewicht bis beide Kugeln gleichzeitig die Enden erreichen und gleichzeitig herunter fallen. Der Balken bleibt daher immer im Gleichgewicht. Die Drehachse des Balkens soll soviel Widerstand innehaben, dass geringfügige Gewichtsveränderungen der Kugeln das Gleichgewicht noch nicht stören. Im Bezugssystem des Waagebalken bleibt das Gleichgewicht erhalten, bis beide Kugeln fallen und auch danach. Bewegt sich diese Balkenwaage gegenüber einem ruhenden Beobachter, oder bewegt sich auch nur ein Beobachter relativ zu dieser Anordnung, ergeben sich für ihn nach der rel. Geschwindigkeitsaddition andere Geschwindigkeitsverhältnisse:

- waage.jpg (14.59 KiB) 5465-mal betrachtet
Die Geschwindigkeiten der Kugeln ergeben sich für den Außenbeobachter nun mit (1) und (2). Wenn man das ausrechnet, wird man feststellen, dass die Auseinanderbewegung der Kugeln auch für den Außenbeobachter symmetrisch bleibt und sich daher auch eine Geschwindigkeit des Ausgangspunktes der Kugelbewegungen ergibt, die sich ebenfalls relativistisch errechnet nach (3) und kleiner ist als die Relativgeschwindigkeit, welche die gesamte Anordnung gegenüber dem Außenbeobachter hat. D.h. die symmetrische AUseinanderbewegung der Kugeln verschiebt sich gegenüber dem bewegten Waagebalken, und die der Gesamtbewegung entgegen bewegte Kugel wird das Ende daher früher ereichen als die andere Kugel, vorher herunter fallen und der Balken verliert das Gleichgewicht und kippt!
Im Bezugssystem des Balkens ist das aber nicht gegeben. Es gibt also einen Widerspruch, der einer Lösung bedarf.
Mit der Lorentztransformation kommt man auch gleich zu diesem Widerspruch, weil sich mit dieser ergibt, dass die Kugeln, die im Balken BS die Enden gleichzeitig erreichen, dies im BS Außenbeobachter nicht tun (Relativität der Gleichzeitigkeit).
Die Frage ist nun, erreichen die Kugeln die Balkenenden gleichzeitig oder nicht? Die relativistische Geschwindigkeitsaddition verunmöglicht eine identische Beschreibung des Vorgangs aus beiden Bezugssystemen.
Das Argument, hier spiele die Gravitation ja mit - und die SRT sei daher nicht zuständig, greift hier nicht, denn bei allen Experimenten, die angeblich die SRT so glänzend bestätigen und auf der Erdoberfläche durchgeführt werden, ist auch die Gravitation vorhanden - und hier wird damit argumentiert, dass schwache Gravitationsfelder der Definition eines Inertialsystems nicht entgegen stehen.
Ich freue mich schon auf die elegante Lösung dieses Paradoxons mit der SRT
Grüße
Harald Maurer