Jingle hat geschrieben:Die Laserpistole "weiss" nun: nach ihrer Uhr und ihrem Entfernungsmassstab war der Asteroid zum Zeitpunkt t=0,9918 s genau 297333,5047 km entfernt.
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Die Laserpistole "weiss" nun zusätzlich: nach ihrer Uhr und ihrem Entfernungsmassstab war der Asteroid zum Zeitpunkt t=1,4959 s nur noch 148.666,7524 km entfernt.
Das ist alles gut und schön, aber Sie schreiben der Laserpistole zu viel Wissen zu. Alles was die Laserpistole machen kann, sind Entfernungsmessungen nach l=delta t/2*c.
Dabei verlässt sie sich auf c=const in ihrem Bezugssystem. Und auf die Tatsache, dass es bei Relativgeschwindigkeiten nicht darauf ankommt, wie sie zustande kommen, weil es keine Absolutgeschwindigkeiten gibt!
Wird zum Zeitpunkt 0 bei einer angenommenen Anfangs-Distanz zum Objekt = 1000000 km und v_rel= 500000 km/s von der Laserpistole ein Messsignal losgeschickt, trifft es nach 1,2503243685251155494141956512423 s das Objekt und kommt nach weiteren 1,2503243685251155494141956512423 s zurück, Gesamtlaufzeit ist daher 2,5006487370502310988283913024846 s.
Ein Messsignal eine Sekunde später (nun bei einer Distanz von 500000 km) losgeschickt, trifft nach 0,62516218426255777470709782562116 s am Objekt ein und braucht dieselbe Zeit zurück, Gesamtlaufzeit 1,2503243685251155494141956512423 s.
Die erste Entfernung berechnet die Laserpistole mit l=delta t/2*c = 374837,81573744222529290217437884 km.
Die zweite Entfernung mit l=delta t/2*c = 187418,90786872111264645108718937 km (
das sind die tatsächlich existierenden Entfernungen, zuverlässig gemessen mit der Lichtgeschwindigkeit als Maßstab!!!)
Die Strecke hat sich demnach verkürzt um 187418,9078687211126464510871895 km. Bei der ersten Messung wurde der Strahl reflektiert nach 1,2503243685251155494141956512423 s, bei der zweiten Messung nach 1,62516218426255777470709782562116 +1 Sekunden; die in der Differenzzeit von 0,374837815737442225292902174379 s um 187418,9078687211126464510871895 km verkürzte Strecke ergibt folglich eine Relativgeschwindigkeit von (187418,9078687211126464510871895 / 0,374837815737442225292902174379) =
500000 km/s. Das, und nichts anderes wird die Laserpistole anzeigen.
Denn das Licht ist in ihrem Bezugssystem konstant und sie läuft nicht ihrem Laserstrahl nach! Klassisch ist es nicht konstant im bewegten Bezugsssystem des Objekts (relativistisch wird es nur bei
Vorliegen von ZD und LK als konstant auch vom BS Laserpistole aus wahrgenommen!), denn das Objekt bewegt sich ja dem Licht entgegen und das ergibt im BS-Objekt c+v. Wenn Sie nun in das BS des Objekts wechseln, um die Bewegung der Laserpistole zu berechnen, ist die LG daher plötzlich nicht mehr konstant im BS Laserpistole (wenn Sie nach dem Wechsel ins Bezugssystem des Objekts den neuen Standort der Laserpistole berechnen, müsste diese ihrem Licht ja
nachgelaufen sein und das Licht wäre in ihrem Bezugssystem daher nicht mit c, sondern mit c-v unterwegs gewesen!), ist aber nun als konstant im BS Objekt angenommen. Die Annahme, die LG sei
gleichzeitig konstant in
jedem Bezugssystem ist aber nicht klassisch, sondern
relativistisch -
d.h. Sie bauen die SRT durch Ihre Rechenmethode von vornherein in den Vorgang ein. Das macht die Laserpistole aber nicht. Sie misst und errechnet in ihrem Bezugssystem die
tatsächlichen Distanzen. Sie erhält die Laufzeiten, kennt dadurch die Reflexionsabstände und berechnet letztlich die Relativgeschwindigkeit mit 500000 km/s.
Im Bezugssystem der Laserpistole bewegt sich das Licht konstant mit c zum Messobjekt und ebenso konstant mit c wieder zurück. Man kann nicht annehmen, dass sich das Licht auf den Strecken irgendwann mit c+/-v bewegt, denn wie sich die Relativgeschwindigkeit zusammensetzt, ist ebenso unbekannt wie irrelevant (denn dann müssten die Geschwindigkeiten
Absolutgeschwindigkeiten sein!). Es gibt aber nur
eine Relativgeschwindigkeit von 500000 km/s und das wird die Laserpistole auch messen, getreu dem Postulat Einsteins, dass sich das Licht in ihrem Bezugsssystem konstant mit c bewegt. Hin und zurück! Nur ausschließlich diese Annahme wird von der SRT ja gefordert.
Sie haben mit Ihrer mit Bezugssystemwechsel konstruierten Rechnung und der Annahme, dass c in jedem der Bezugssysteme
gleichzeitig konstant ist, zwar nicht die SRT bestätigt, aber immerhin sehr schön gezeigt, wie das rel. Additionstheorem zustande kommt!
Grüße
Harald Maurer