Hallo Faber,
Du hast, glaube ich, nicht alles, was ich dargestellt habe, berücksichtig. Ich habe die Endvektoren, das was man messen kann und wird, bei einer radialen v, und gleichmäßiger Rotation gegenüber einer v=0 und beschleunigter Rotation, verglichen. Und beide sind identisch, wie Du es drehst und wendest.
„Die radiale Komponente ist rein zentrifugaler Natur. Sie ist unabhängig von der radialen Geschwindigkeit v der Kugel.“
Das stimmt nicht, ich habe Dich ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht. v-radial nach außen erhöht, nach innen vermindert die Zentrifugalkraft. Genau das Gleiche passiert, wenn w erhöht, bzw. gemindert wird.
„Dass (leider) beide Kräfte (von Ignoranten) Corioliskraft genannt werden, sowohl die reale Kraft im Beispiel oben, als auch die fiktive Kraft im Beispiel des sich mit der Scheibe drehenden Beobachters, der eine Kugel wirft, die sich dann inertial bewegt, liegt daran, dass die formale Beschreibung beider identisch aussieht. Der mathematische Term der realen Kraft (Bezugssystem = Inertialsystem) ist gleichlautend mit dem mathematischen Term der fiktiven Kraft (rotierendes Bezugssystem).“
Stimm leider nicht – das Endprodukt des mathematischen Terms der Corioliskraft (bei v-radial) ist identisch mit dem Endprodukt der tangentialen Beschleunigung bei beschleunigter Rotation (bei keiner v-radial) und nicht identisch mit dem mathematischen Term bei der fiktiven Kraft, da dort eine Masse nicht zu suchen hat (Sebastian hat es sofort bemerkt) - dort nur v-radial (dr/dt) und w eine Rolle spielen. Na, ja, wenn der dumme Beobachter eine Kraft auf dem fliegenden Körper sich einbildet, dann wäre diese Kraft auch der Masse des Körpers proportional.
„Die Corioliskraft ist eine reale Kraft. Beschreibt man eine entsprechende Wirklichkeit mathematisch in bezug auf ein Inertialsystem, so erhält man einen mathematischen Term, der die reale Corioliskraft beschreibt. Die Corioliskraft ist in der Technik relevant, ihre Wirkungen werden in Technik und Natur beobachtet.“
Du verstehst offensichtlich immer noch nicht, was ich meine. Wenn Corioliskraft eine reale Kraft wäre, dann ist die Bezeichnung Corioliskraft bei der „fiktiven“ fehl am Platze – keine Masse, keine Kraftübertragung, nur ein optischer Effekt.
Wenn wir bei der realen Kraft bleiben, beruht diese Kraft als Endeffekt auf die Veränderung der Bahngeschwindigkeit in f(v-radial), ist aber absolut identisch mit der Kraft, die genauso auf die Veränderung der Bahngeschwindigkeit beruht, aber in f(dw). Messtechnisch und mathematisch ergeben beide Voraussetzungen eine gleichwirkende Kraft. Wieso soll dann die eine Coriolis heißen, die andere aber nur Trägheitskraft? Wie heißt die Gegen-, Zentralkraft dazu? Bei der Trägheitskraft ist das die tangentiale Beschleunigungskraft. Bei der Coriolis ist die ???.
Ob diese „Coriolis-“ oder stinknormale Beschleunigungskraft & Trägheitskraft in der Technik relevant ist, bestreitet niemand und darüber wird nicht diskutiert. Es geht nur um Namen.
Da ich sehe, dass auch Ernst wieder sich gemeldet hat (wie war Dein Ausflug?):
Lieber Ernst,
erneuert schreibst Du über Sachen, die nicht gefragt sind und eine Trigemina ausnützen kann, um mir „Unwissen“ und Privatphysik bei Kräfteverteilung auf einer Scheibe vorzuwerfen.
Niemand bestreitet das, was Du da sogar mit wirklich unnötigen Formeln unterstützen willst.
Es geht nur darum, ob der Name Corioliskraft bei beiden Fällen berechtigt ist – s. oben – die fiktive Kraft, wo eine Masse nicht zu suchen hat.
Du kannst nicht mit
„Und Deine komische optische Täuschung kommt darin gar nicht vor. Weil Physik sich mit dieser Kategorie kaum beschäftigt.“ das, was in ALLEN Publikationen steht, verwerfen. Das war der ursprüngliche Streitpunkt – welche von beiden soll Coriolis heißen. Und Du kannst nicht aus reine Rechthaberei, diese eine Version verschwinden lassen. Und dass die beiden unvereinbar sind, hast Du, glaube ich, akzeptiert.
Was dann die echte Corioliskraft und Euler-Kraft unterscheidet, sind nur zwei Funktionen, die jedoch in Endeffekt eine identisch wirkende Kraft darstellen. In beiden Fällen hängt diese Kraft von der Bahngeschwindigkeitsänderung. Du kannst die Gleichungen jederzeit umformen und sie gleichstellen. Messen kannst Du auch nur das Gleiche, ohne Bezug (Relation) zur Außenwelt kannst Du auch niemals entscheiden, was die Ursache ist.
Es geht nicht darum, was man bei diesen Kräften als Coriolis nennt, sondern ob so ein extra Name überhaupt notwendig ist, wenn es sich in beiden Fällen um eine und dieselbe Kraft in Abhängigkeit von der Bahngeschwindigkeitsänderung handelt.
Dagegen hat die „fiktive“ nicht existierende Kraft, genauer Effekt, dann keine Name – sie wird aber auch überall Corioliskraft benannt. Und das finde ich als Widerspruch – und nur darum geht es.
Also, hör bitte endlich mir zu erklären, wie was wo warum die s.g. reale Corioliskraft existieren soll – ES GEHT NUR UM DIE BERECHTIGUNG DIESEN NAMEN ZU TRAGEN.
Was wir klären könnten, bzw. darüber streiten, wäre nur die geschichtliche Entwicklung – was hat Coriolis und was hat Euler wirklich geschrieben (habe irgendwo gelesen, ist aber nicht belegt, dass diese reale „Corioliskraft“ auch von Euler „entdeckt“ wurde), bzw. wer, wann diesen Name der realen oder der fiktiven Kraft zuschrieb.
Liebe Grüße
Ljudmil