Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Di 3. Mai 2011, 19:09

Highway hat geschrieben:Richtig, aber das stimmt nur solange die Meßarme "gefüllt" werden! Also in dem Zeitraum wo garantiert keine Interferenz stattfindet. Danach ist das nicht mehr der Fall. Ab dann "fällt" für jede Schwingung die vorne hineingeschickt wird hinten eine raus! Egal wie schnell der gedachte Äther ist. Das bedeutet: Von da ab, bestimmt nur die Geschwindigkeit der Einspeisung durch den Sender, was am anderen Ende raus kommt. Ist doch logisch - oder?
.
.
.
Was ist nun? Siehst du es auch so, dass die Geschwindigkeit nur noch vom Sender bestimmt wird?

Ich verstehe deine Frage nicht.

Du wolltest die durchschnittliche Wellenlänge bestimmen. Dafür musst du herausfinden, wie viele Wellenzüge am Hin- und Rückweg des Armes der Länge L gleichzeitig "eingefüllt" sind. Dann dividiert man die doppelte Länge L (Hin- und Rückweg!) durch die Anzahl der "eingefüllten" Wellenzüge (2l/N) und erhält die durchschnittliche Wellenlänge. Die Anzahl N ist aber nicht identisch mit der Frequenz des Senders. Und die Frequenz des Senders hat nichts mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle zu tun.
fb557ec2107eb1d6
 
Beiträge: 1662
Registriert: Mi 1. Jul 2009, 16:19

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Di 3. Mai 2011, 21:23

Highway hat geschrieben:Wo steht denn das die Läufer die Bahn wechseln?

Nirgends. Alle Läufer bleiben auf ihrer Bahn. Aber sie wechseln im Periodentakt ihre Farbe.
Wenn sie zu einer bestimmten Zeit am Ziel ankommen, können beide Läufer immer nur dieselbe Farbe haben. Welche Läufer auf welcher Bahn schneller waren und welche langsamer, kann man daher durch Vergleich der am Ziel ankommenden Läufer nicht feststellen.
Man muss begreifen, dass Wellenzüge, die aufgrund gleicher Periodendauern zu gleichen Zeitpunkten dieselbe Phasenlage haben und dies deshalb logischerweise auch an dem gemeinsamen Treffpunkt haben müssen, weil sie da zum gleichen Zeitpunkt zusammenkommen! (egal wie sie dorthin gekommen sind). Weil der zeitlich übereinstimmende Zustand natürlich auch dann an diesem Ort gilt. Sie haben ja gleichzeitig immer denselben Zustand. Fällt der Ort und diese Gleichzeitigkeit ihres Zustandes zusammen, sind sie zwangsläufig dort einander gleich. Das ist beim MMI der Treffpunkt am Umlenkspiegel.
Welche Strecken jeder Wellenzug während seiner Periode in seinem Arm dabei zurücklegt, ist nicht relevant. Maßgeblich ist, dass zwei Wellenzüge am gleichen Ort zur gleichen Zeit denselben Zustand haben müssen, weil sie ihre Zustände stets zu gleichen Zeitpunkten ändern (konstante Periodendauer!).
Man will diese einfache Schlussfolgerung nicht verstehen. Auch gut.
Das Null-Ergebnis des MM-Versuchs ist damit jedenfalls erklärt. Ein Äther kann auf diese Weise nicht widerlegt werden.

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3219
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 4. Mai 2011, 07:26

.
Ich versuche mich weiter in Kaffeesatzlesen…

Bild

Ernst hat geschrieben:
Ganz kurz: Licht trifft überall auf. In den dunklen Zonen trifft es gegenphasig auf (es löscht sich daher aus); das wird destruktive Interferenz gennannt. In den hellen Zonen trifft es gleichphasig auf (es verstäkt sich); das wird konstruktive Interfernz genannt.

Das verstehe ich erst einmal nicht ganz:

Wenn dunkle Zonen im Muster so interpretiert werden, dass Licht zwar darauf aufprallt, aber dass es sich aufgrund der Gegenphasigkeit auslöscht, kann man grundsätzlich nicht erkennen, ob dunkle Zonen überhaupt dadurch entstehen, weil gar kein Licht darauf aufprallt oder weil gegenphasiges Licht darauf aufprallt: Die beiden Fälle kann es ja geben, aber die beobachtbare Wirkung ist die gleiche!

Man könne also als bei Beobachtung von dunklen Zonen auf einer Projektionswand nicht sagen, ob aufgrund der Streuung gar keine Photonen mehr in diesen dunklen Zonen vorhanden sind, oder ob die gleiche Anzahl von Photonen in diesen Zonen vorhanden ist, die sich jedoch „destruktiv“ auslöschen.

Auf dem Muster gibt es zum Beispiel eine sehr große, dunkle Fläche zu beobachten: der dunkle Hintergrund des Musters um den letzten, kaum sichtbaren 3. Ring. Ich habe diese große, dunkle Fläche als maximale Streuung des Lichts interpretiert, weil die Helligkeit der zwei letzten Ringe deutlich abgenommen hat, was darauf hinweist, dass hier weniger Photonen aufprallen, bis schließlich gar keine Photonen mehr aufprallen (der große, dunkle Hintergrund des Musters).

Ich habe auch interpretiert, dass keine Photonen auf die große dunkle Fläche um den Muster herum aufprallen, weil anläßlich der Untersuchung vor vielen Jahren in einem Forum des ähnlich gelagerten Foucault-Experiments zur Messung der Lichtgeschwindigkeit ein Gymnasiallehrer mir es so erklärt hat: Man misst die Breite des hellen Flecks vor dem dunklen Hintergrund (es gibt bei diesem Experiment nur einen einzigen Lichtfleck als Interferenzmuster, und keine Ringe) und man geht dabei zur Berechnung der Lichtgeschwindigkeit davon aus, dass keine Photonen mehr ausserhalb des Flecks auf dem Schirm aufgeprallt sind.

Wie soll man also im MM-Muster sicher aussagen, ob die dunkle Zonen „destruktive Interferenz“ oder "Abwesenheit von Interferenz" darstellen? :(

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mi 4. Mai 2011, 07:58

Harald Maurer hat geschrieben: Maßgeblich ist, dass zwei Wellenzüge am gleichen Ort zur gleichen Zeit denselben Zustand haben müssen, weil sie ihre Zustände stets zu gleichen Zeitpunkten ändern (konstante Periodendauer!).

Das ist Dein kapitaler Denkfehler. Die Wellenzüge haben eben nicht den gleichen Zustand. Sie haben lediglich die gleiche konstante Periode T. Sie haben aber auf beiden Armen eine andere Wellenlänge, , welche abhängig ist von der Äthergeschwindigkeit.

Es gilt für die Wellengeschwindigkeit w
w = λ/T

Laufzeit t Im horizontalen Arm mit der Länge L
hin : w1=λ1/T; t1=L/w1; t1=LT/λ1
rück: w2=λ2/T; t1=L/w1; t2=LT/λ2
t_hor = t1+t2=LT(1/λ1+1/λ2)

Laufzeit im vertikalen Arm (λ hin+rück gleich)
hin : w3=λ3/T; t3=L/w3; t3=LT/λ3
rück: w4=λ3/T; t4=L/w4; t4=LT/λ3
t_vert = t3+t4 = 2LT/λ3

Δt= t_hor - t_vert
Δt = LT(1/λ1+1/λ2) - 2LT/λ3

Δt = LT [ (1/λ1+1/λ2) - 2/λ3 ]

Da hast Du Deine Laufzeitdifferenz bei konstanter Periodendauer. :!:

Die Phasendifferenz beider Wellen ist dann

Δφ =Δt * 2pi/T

Wenn Du willst, kannst Du nun noch einsetzen λ1=λ0*(c+v)/c ; λ2=λ0*(c-v)/c ; λ3=λ0*sqr(c²-v²)/c und Du erhältst die hier schon zigmal aufgeschriebene Beziehung.

Wenn Du endlich Deine Denkblockade überwindest und verinnerlichst, daß die Laufzeitdifferenz und damit die räumliche Phasendiffernz bei konstanter Periodendauer existiert, dann endlich können wir diese unendliche Diskussion beenden.

Gruß
Ernst
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mi 4. Mai 2011, 12:02

Hallo Kurt,

Ich denke, Du hast Haralds fehlerhafte Vorstellung von einer Welle richtig erfaßt:

Bild
Bild

Harald meint wohl entsprechend dem oberen Bild, daß die Welle irgendwie "schwingen" muß. Das ist natürlich nicht richtig. Die Welle "läuft in unveränderter Form" entsprechend dem unteren Bild.
Darauf hatte ich ihn ja auch schon hingewiesen; allerdings ohne verstehende Akzeptanz

Gruß
Ernst
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 4. Mai 2011, 13:59

Ernst hat geschrieben:
Bild

Harald meint wohl entsprechend dem oberen Bild, daß die Welle irgendwie "schwingen" muß. Das ist natürlich nicht richtig. Die Welle "läuft in unveränderter Form" entsprechend dem unteren Bild.

Ich kann mir vorstellen, dass eine Schlange im Sand sich so bewegt: sie läuft vorwärts wellenförmig, sie "transportiert" sich nach vorne.

Aber läuft zum Beispiel eine Wasserwelle auch so?
Ich habe bist jetzt die Vorstellung, dass eine Wasserwelle nicht vorwärts läuft, sondern dass sie auf der Stelle schwingt, dass es kein Transport von Wassermolekülen nach vorne gibt. Wenn man ein leichtes Objekt in die Wellenbewegung wirft, wird es auch nicht nach vorne transportiert, sondern es schwimmt auf der Stelle. Ist das nicht so?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mi 4. Mai 2011, 15:00

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Ich kann mir vorstellen, dass eine Schlange im Sand sich so bewegt: sie läuft vorwärts wellenförmig, sie "transportiert" sich nach vorne.

Das ist richtig. Ihre Wellen stehen im Raum fest.

Aber läuft zum Beispiel eine Wasserwelle auch so?

Nein, da sind die Wellen bewegt.

Ich habe bist jetzt die Vorstellung, dass eine Wasserwelle nicht vorwärts läuft, sondern dass sie auf der Stelle schwingt, dass es kein Transport von Wassermolekülen nach vorne gibt. Wenn man ein leichtes Objekt in die Wellenbewegung wirft, wird es auch nicht nach vorne transportiert, sondern es schwimmt auf der Stelle. Ist das nicht so?

Das ist annähernd richtig. Die schwingenden Teilchen, welche die Welle erzeugen, bewegen sich nicht vorwärts. Wohl aer die durch sie erzeugte Wellenform. Am Strand gut zu erkennen, wie die Wellen sich auf den Strand zubewegen.
Harald hatte mal eine gute Animation dazu eingestellt. Diese zeigt´s auch:

http://www.zum.de/Faecher/P/Bay/Kra/home/java/physlet/applets/welle01.html

Gruß
Ernst
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mi 4. Mai 2011, 16:15

Hallo Harald,

http://www.zum.de/Faecher/P/Bay/Kra/home/java/physlet/applets/welle01.html

Diese Animation ist bestens geeignet, Deinen Vorstellungen endlich den Garaus zu machen. Man kann nämlich die Wellenfrequenz und die Wellengeschwindigkeit getrennt vorgeben. Also bleib bei einer konstanten Frequenz und veränder nacheinander in Stufen die Geschwindigkeit. Nachdem die Welle über die ganze Strecke läuft, stoppe die Darstellung jeweils bei der Nullstelle des Erzeugers und betrachte die Wellenphase am Ziel. Da erkennst Du, daß diese Phase abhängig ist von der Wellengeschwindigkeit.
Das wars dann endgültig.

Gruß
Ernst
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mi 4. Mai 2011, 18:22

Ernst hat geschrieben:Das wars dann endgültig.

Das wäre ein von mir unerwarteter Erfolg für dich, den ich dir neidlos gönnen würde.
fb557ec2107eb1d6
 
Beiträge: 1662
Registriert: Mi 1. Jul 2009, 16:19

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mi 4. Mai 2011, 18:58

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Das wars dann endgültig.

Das wäre ein von mir unerwarteter Erfolg für dich, den ich dir neidlos gönnen würde.

Große Illusionen mache ich mir da aber nicht. :)
.
.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 21 Gäste