Chief hat geschrieben:Die Wellen müssen am selben Punkt erzeugt werden. Das bedeutet dass die Phase am Anfangspunkt übereinstimmen muss (die untere Welle musst Du nach links schieben). Damit erhältst Du am Endpunkt eine Phasenverschiebung.
Da liegt ein Missverständnis vor. Die Animation soll nicht die Startpunkte der Wellen zeigen, sondern nur darstellen, wie am Treffpunkt die Wellenzüge unterschiedllicher Wellenlänge und Geschwindigkeit phasengleich schwingen, wenn sie gleichzeitig am selben Ort sind. Wie sie dorthin kommen, zeigt die Animation nicht. Es ist nur ein Schema. Highway hat schon Recht, da verirrt man sich sofort in völlig irrelevante Nebenschauplätze, wenn man meint, die Animation stelle die Gesamtstrecken der Wellenzüge dar. Das ist natürlich nicht der Fall. Es wird nur gezeigt, dass selber Ort und selbe Zeit auch gleicher Zustand bedeuten. Mehr nicht.
Das Problem lässt sich auf eine ganz einfache Frage reduzieren und mit der Analogie mit dem Schall beantworten. Wir haben einen Ausgangspunkt, eine Laufstrecke, einen Reflexionspunkt und einen Endpunkt, der mit dem Ausgangspunkt identisch ist und schicken eine Welle bei Windstille zum Reflexionspunkt und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die ausgesandte Welle hat eine bestimmte Phasenlage, und die erste Tatsache ist, dass die Welle mit derselben Phasenlage zurückkommt, mit der sie ausgesandt wurde. Frequenz und Periodendauer ändern sich durch die Reflexion nicht. Die Länge der Strecke spielt dabei keine Rolle.
Jetzt ist nur die Frage zu klären, ob ein längs dieser Strecke wehender Wind dieses Reflexionsverhalten der Welle ändert. Dass das nicht der Fall ist, weiß man. Denn die beiden vom Wind verursachten Dopplereffekte kompensieren sich exakt. Es gibt also gar keinen Doppler-Effekt im Endergebnis und die Welle verhält sich am Ausgangspunkt und Reflexionspunkt mit oder ohne Wind völlig gleich. Und die nächste Frage ist, ob sich etwas ändert, wenn der Wind nicht längs sondern quer durch die Anordnung weht. Die ist schnell beantwortet, denn der transversale Doppler-Effekt wird in diesem Fall bekanntlich ohnehin nicht auftreten. Das ist auch eine unbestrittene Tatsache. Die Welle ändert ihr Verhalten am Ausgangspunkt und Reflexionspunkt und Endpunkt also weder bei längs oder quer wehenden Wind. In beiden Fällen kommt die Welle mit derselben Phasenlage zurück, mit der sie ausgesandt wurde. Das ist auch deshalb klar, weil die Frequenz konstant bleibt. Am Startpunkt, der gleichzeitig der Endpunkt ist, ändert sich das Verhalten der Wellen ob mit längs, quer oder nicht wehendem Wind nicht. Das liegt daran, dass der Wind die Periodendauern der Wellenzüge nicht verändern kann, weil sich mit den sich verändernden Geschwindigkeiten proportional dazu die Wellenlängen ändern. Das wird in keiner der vielen handelsüblichen Erklärungen des MM-Versuchs berücksichtigt und diese Laufzeiten-Erklärungen werden dem Zweifler immer nur wie ein Evangelium vorgehalten. Das bringt natürlich nichts, sondern es ist doch nur die einfache Frage zu beantworten: ändert ein Wind zwischen Sender und Empfänger die Frequenz und gilt der Grundsatz, dass eine Welle mit der Phasenlage zurückkommt, mit welcher sie ausgesandt wurde, sowohl bei längs auch als bei quer wehendem Wind? Also die Frage, ob in diesen Fällen im Endeffekt ein Doppler-Effekt auftritt oder nicht und sich die Wellen demnach so verhalten, als gäbe es keinen Wind! Und nur mit der einfachen Antwort darauf, es kann keinen Unterschied geben mit oder ohne Wind, weil keinerlei Doppler-Effekte auftreten, ist die Sache schon gegessen. Diese Frage muss man nicht mehr beantworten, denn dass der Wind auf das Reflexionsverhalten der Wellen keinen Einfluss hat, ist eine altbekannte Tatsache. In allen Erklärungend des MMI wird diese Kompensation der Doppler-Effekte und die Wellenlängenänderung proportional zur Geschwindigkeit nie berücksichtigt. Mit keinem Wort. Man denkt offenbar gar nicht daran und argumentiert lediglich mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Und das führt eben zu eiinem falschen Ergebnis! Denn die mit derselben Phasenlage abgesendeten Teilstrahlen verhalten sich bei angenommenem Ätherwind völlig gleich wie Schallwellen. Sie kommen mit derselben Phasenlage und im Takt der Frequenz zurück, wie sie ausgesandt wurden. Der Ätherwind kann das nicht ändern. Das ist auch völlig logisch, weil die Periodendauer stets unverändert bleibt und der Gleichtakt der Wellen beim Start sich bei der Rückkehr nicht verändert haben kann. Das Frequenzverhalten der Welle ist mit oder ohne Wind stets dasselbe. Nur ist offenbar noch niemand auf die Idee gekommen, dieses Prinzip mal auf die beiden Teilstrahlen im MMI anzuwenden. Wenn er es tut, wird er erkennen müssen, dass an den üblichen Erklärungen des MM-Versuchs etwas falsch sein muss!
Grüße
Harald Maurer