Ernst hat geschrieben:Du stehst mit deiner Argumentation praktisch ganz alleine gegen alle hier.
So? Abgesehen davon, dass sich Highway zwischendurch mit der variablen LG in Bezug zum Äther verhaspelt hat, versteht er meine Argumentation sehr gut und bestätigt sie.
Dein Laufband-Koffer Vergleich hinkt leider, weil darin die Doppler-Kompensation nicht enthalten ist. Wenn eine bewegte Lichtquelle auf dem Hinweg die Wellenlängen gestaucht absetzt, und der Empfänger bewegt sich gleichsinnig, werden diese Wellen genauso empfangen, als würden sich Quelle und Empfänger nicht bewegen! Man hat dann am Empfänger nicht nur dieselbe Frequenz, sondern sie ist auch taktgleich mit der Frequenz am Sender, weil der Reflexionsvorgang selbst ebenfalls genau eine Periodendauer ausmacht. Auf dem Rückweg werden die Wellen gedehnt abgesetzt, aber durch den entgegenkommenden Sender (der jetzt auch Empfänger ist) auch genau so aufgefangen, als würde sich die Anordnung nicht bewegen. Die zurückkommende Frequenz ist nicht nur gleich, sie ist auch taktgleich mit dem Sender! Weil sich die Periodendauern der Wellen an keinem Punkt der Strecke verändert oder zueinander verschoben haben können. Ein Spiegel wirft nämlich keine Bruchteile der Amplituden zurück, sondern stets komplette - und das dauert eben ebenso lang wie jede andere Periode. In einer bewegten Anordnung von Lichtquelle und Empfänger sind die Frequenzen daher niemals zueinander versetzt, sondern alle Amplituden haben auf der Strecke auf Hin- und Rückweg Gleichtakt! Exakte Doppler-Kompensation bedeutet, dass sich zwischen bewegt oder nicht bewegt kein Unterschied an den Frequenzen bei Sender und Empfänger ergibt. Würde sich ein Unterschied ergeben, müssten im bewegten Zustand Bruchteile der Amplituden reflektiert worden sein. Aber so funktioniert die Reflexion nicht. Das Geheimnis dahinter ist die überall gleichbleibende Periodendauer. Beträgt diese z.B. eine Sekunde, so dauert jede Periode bei jedem Wellenzug gleich lang - egal ob auf dem Hin- oder Rückweg! Die Amplituden entstehen also bei jedem Strahl zeitgleich. Zu jedem beliebigem Zeitpunkt ist daher der Zustand eines Wellenzugs übereinstimmend mit jedem Wellenzug des anderen Strahls. Es ist egal, wo und wann sie zusammentreffen - sie müssen, weil sie stets im gleichen Takt ihre Maxima und Minima haben, beim Zusammentreffen die gleiche Phasenlage haben! Sowohl beim Senden als auch beim Empfangen als auch bei der Reflexion wird eine Frequenz nur dann messbar, wenn das Maximum der Amplitude erfüllt ist, also der Wellenzug gänzlich gesendet, empfangen oder reflektiert wird. Das macht immer ebenfalls eine Periodendauer aus! So kann sich - was immer auch geschieht, der Gleichtakt der Amplituden, den sie bei der Absendung erhalten haben, bis zum Ziel nicht mehr ändern!
Es gilt das Reflexionsprinzip, dass bei einem festen Ende eine Welle nach Reflexion mit derselben Phasenlage zum Ausgangspunkt zurückkommt. Bei einem offenen Ende ist hingegen die Welle bei der Rückkehr um eine halbe Wellenlänge verschoben. Im MMI haben wir feste Enden, wenn die Spiegel polierte Metalloberflächen sind. Dieses Prinzip ändert sich nicht bei Bewegung wegen der exakten Dopplerkompensation. Ein Reflexionsvorgang läuft völlig gleich ab, ob bewegt oder unbewegt. Im MMI haben wir zwei Strahlen, die nach Reflexion zum gleichen Punkt zurückkommen. Die Reflexionsvorgänge, die Periodendauern und Frequenzen stimmen exakt überein, ganz egal, ob sich die Vorrichtung im Äther bewegt oder ruht. Solange Du dieses Prinzip mit der überall identischen Periodendauer nicht nachvollziehen kannst, wirst Du weiterhin mit dem Laufzeitengespenst hausieren gehen. Aber die Laufzeiten sind irrelevant. Maßgeblich ist der Gleichtakt aller Amplituden auf den Laufstrecken, egal, wo und wann!
Schau Dir mal hier
http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material/wellen/mech_wellen/reflexion_welle.htmdas Wellenapplet an und beachte, dass die Welle bei der Reflexion am festen Ende phasengleich zurückkommt! Bei exakter Dopplerkompensation ist das nicht anders!
Und das zweite, das Du offenbar nicht verinnerlicht hast, ist das Superpositionsprinzip. Es bewirkt nämlich, dass auf der in Bewegungsrichtung liegenden Laufstrecke eine neue Welle entsteht, die exakt dieselbe Wellenlänge, Frequenz und Periodendauer hat, wie sie im unbewegten Fall auftreten würde! Solange Du all diese Faktoren nicht begreifst, wirst Du auch nicht einsehen, dass Du mit Deinem Laufzeiten- und Wellenanzahlen-Argument völlig daneben liegst!
Grüße
Harald Maurer