„Ja, steht jedem frei. Unabhängig davon existiert jedoch eine allgemein anerkannte Definition für eine reale Trägheitskraft namens Corioliskraft. Und die muß man wissen.“
Das Problem ist, dass sehr unterschiedliche und sich widersprechende Behauptungen anzutreffen sind. Nichts dagegen, wenn Du bestimmte Kräfte, die eigentlich ein anderer Name haben, als Corioliskräfte benennst. Der Schluss meiner Tirade hast Du aber übersprungen – es handelt sich um zwei verschieden Darstellungen – das Paradebeispiel und die einseitig abgenützte Schienen – die nicht zueinander kompatibel sind. Die Frage ist eigentlich, welcher von diesen Effekten als Folge einer Corioliskraft zu verstehen ist.
Dreimal hast Du geschrieben: „Beispiel hat nichts zu tun mit Corioliskraft. Corioliskraft kommt nicht vor.“ Und „Alle deine Beispiele sind für die Katz. Keine Corioliskraft weit und breit.“ – Richtig, ich stimme Dir zu! Nur, es gibt ein Problemchen, das in letzter Zeit bei Dir zu oft anzutreffen ist – Du liest nicht, was ich schreibe.
Ich habe nach den Namen der Kräfte, die bei diesen Beispielen wirken, und nirgends geschrieben, dort sei eine Corioliskraft vorhanden.
„und sie macht, daß Deine fahrende Lokomotive umkippt „
Und wie heißt die Kraft, die meine „nicht fahrende“ Lok umkippt?
„Eine rotierende Scheibe mit einer radialen Nut. In dieser Nut bewegt sich eine Nutstein mit konstanter Geschwindigkeit v_r vom Scheibenmittelpunkt zum Scheibenrand. Während dieser Bewegung wirkt auf den Nutstein eine stetige Kraft von der (entgegen der Drehrichtung liegende) Nutwandseite. Diese Kraft kann man (z.B. mittels Sensor für mechanischen Druck) messen. Diese real wirkende Kraft wird Corioliskraft genannt. Es ist der Natur nach eine Trägheitskraft.“
Einverstanden! Jetzt darfst Du mir die Kraft, die nur im Kopf des mitgedrehter Beobachter im Paradebeispiel existiert, nennen! Siehst Du in diesem Beispiel eine Masse vorkommen?
Dann lassen wir den Nutstein in der Nut liegen und versetzen die Scheibe in beschleunigter Rotation (hoffentlich kommst Du mir jetzt nicht mit „alle Rotationen sind beschleunigt“ – hat mir schon ein Schlauberger hier mal vorgeworfen, da er offensichtlich nichts von gleichmäßiger und beschleunigter Drehbewegung gehört hat). Nun, jetzt wirkt doch auch eine genauso gerichtete und identische Kraft auf den Nutstein – wie nennt man diese Kraft? Du darf sie auch ausrechnen, wenn es Dir so viel Spaß macht, hier mit Formelchen aus der Schulbücher zu glänzen. Wundere Dich aber nicht, wenn am Ende auch P = m*a herauskommt, obwohl, wie Du sagst, diese Kraft nur bei fahrender Lok (Nutstein mit v) vorkommt.
Verstehst Du jetzt was ich gemeint habe?
Hier ist eine Adresse, wo nach meiner Meinung die Sache richtig beschrieben wird.
http://www.agenda21-treffpunkt.de/lexik ... skraft.htm
Zu der Kinematik:
„Erde als Bezugssystem: Stern xy bewegt sich mit 220456 * c um die Erde. Hat das physikalsche Relevanz? Ich meine nicht.“
Ja, das hat tatsächlich keine physikalische Relevanz, weil einfach falsch ist. Ich habe so viel über Relativgeschwindigkeit geschrieben, hat leider nichts genützt. Vielleicht erklärt Dir jemand anderer, wo der Fehler in Deinem Beispiel steckt.
„Und die Absicht deiner Aussage "keine Relativgeschwindigkeit" besteht doch, denk ich, in der Folgerung, daß auch im Falle gültiger SRT die Uhren in einem geostationären Sat gleichschnell laufen wie am Boden.“
Genau, das sage ich. Und bei ART läuft eine Uhr in jeder SAT-Orbit gleich schnell und am schnellsten rel. zu einer Uhr am Boden.
„Meinst Du, das kauft Dir jemand ab, wenn Du dabei gleichzeitig sagen mußt, ein nichtmitrotierendes Objekt weit weg mit der Relativgeschwindigkeit 234*c hätte gleichzeitig eine schier unendliche ZD ?“
Kein Relativist, der was von Relativgeschwindigkeit versteht, würde so was ausrechnen – s. oben – einfach falsch. Und bei 234*c müsste die „bewegte Uhr“ nicht unendliche Zeitdialation haben, sondern viel, viel schneller laufen, aber auf bayrisch.
Liebe Grüße
Ljudmil
