Ernst hat geschrieben:Daß auf beiden Strecken eine unterschiedliche Wellenanzahl unterwegs ist, ist nach Haralds Einlenken in dieser Sache ja allerseits unstrittig. Da jede Welle eine konstante Periodendauer besitzt, was auch unstrittig ist, benötigt deshalb eine individuelle Welle auf beiden Strecken eine unterschiedliche Zeit. Das ist gleichbedeutend mit einer Phasenverschiebung der beiden Teilwellen. Das sollte schon "sofort" klar sein.
Klar nur für den, der nicht mitdenkt! Wenn zwei gleichzeitig vom Strahlteiler abgesendete Wellen dieselbe Periodendauer haben, so haben diese Wellen in gleichen Zeitabständen z.B. ein Maximum. Beide Wellen haben demnach nach 1,2,3 ...10, 20... usw. Sekunden ein Maximum, also in ganzzahligen Sekundenabständen denselben Zustand! Egal, wo sie hinziehen, egal welche Strecken sie durchmessen, egal, wieviele Wellenzüge auf irgendwelchen Strecken unterwegs sind - immer treten bei beiden Wellen nach jeder Sekunde Maxima auf. Sie haben eben dieselbe Periodendauer. Wenn sich diese Wellen wieder begegnen, entscheidet lediglich der Zeitpunkt ihrer Begegnung, welchen übereinstimmenden Zustand sie haben müssen. Treffen sie sich nach 60 Sekunden, haben sie beide gerade ein Maximum, treffen sie sich nach 60,5 Sekunden, ein Minimum. Ob jetzt eine Welle eine längere Strecke und die andere eine kürzere Strecke durchmessen hat, ist völlig egal, denn sie kommen zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen, der vom Zeitpunkt ihrer gemeinsamen Absendung weg entweder in Sekunden ganzzahlig ist, oder eben dazwischen liegt, und auch da natürlich ein übereinstimmender Zustand herrscht, denn sie haben ja beide immer jede Sekunde ein Maximum und dazwischen übereinstimmend ein Minimum! Eine Sekunde ist bei jeder Welle eine Sekunde! Da kommt keine "später" oder "früher" an, denn die Wellen sind ja längst beide unterwegs, wenn irgendwelche Abschnitte zusammen kommen - aber diese Abschnitte haben stets denselben Zustand, weil ja jede Welle diesen Zustand in gleichen Sekundenabständen geändert hat. Wohin immer auch diese Wellen ziehen, sie haben ihre Schwingungen zum gleichen Zeitpunkt phasengleich begonnen und bleiben phasengleich in übereinstimmenden Zeitabständen. Jede Periode dauert bei jeder Welle eine Sekunde - und nur darauf kommt es an. Sie schwingen stets im Gleichtakt - ganz egal, welche Strecken sie durchlaufen - wenn sie wieder zusammenkommen, können sie nichts anderes haben als immer noch diesen Gleichtakt! Sie schwingen also immer phasengleich, und treffen sie zusammen, sind sie ebenfalls phasengleich, weil sie beide zu jeder vollen Sekunde dasselbe Maximum haben und die Zustände dazwischen ebenfalls übereinstimmen müssen. Haben sie doch in dem Zeitraum, in dem sie unterwegs waren, beide in gleichem Takt ihre Zustände gewechselt! Und das bedeutet, dass sie - wo und wann immer auch sie sich wieder begegnen - ganz denselben Zustand haben müssen! Die übereinstimmende Periodendauer macht's, und selbstverständlich ist deshalb auch die Frequenz konstant.
Treffen sich Wellenabschnitte dieser Strahlen und sind sie dabei nicht phasengleich, muss mit der Periodendauer etwas passiert sein. Aber die ist ja, wie wir übereinstimmend festgestellt haben, bei beiden Wellen konstant. Also sind die Wellenabschnitte bei ihrer Rückkehr am Umlenker nach wie vor im Gleichtakt, also phasengleich. Da nützt all das Herumgerede um Wellenlängen-Anzahlen und Geschwindigkeiten nichts, es ist einfach so! Es zählen nur die Zeitpunkte, an welchen beide Wellen ihre Maxima und Minima haben, und diese Zeitpunkte haben eben bei beiden Wellen dieselben Zeitabstände zueinander. Läuft eine Welle nach New York und wieder zurück und die andere nur um den Häuserblock, so ist das völlig egal... wenn zwischen ihrer Absendung und ihrer Begegnung ein ganzzahliger Sekundenzeitraum liegt, haben sie beide ein Maximum, sind also auch in diesem Fall phasengleich. Eine Sekunde ist eine Sekunde ist eine Sekunde... Und wenn's im Falle von Licht Terrasekunden sind, gilt auch dasselbe.
Und damit ist der geniale Michelson-Morley-Versuch von vornherein zerbröselt in ein völlig sinnloses Experiment.
Dass Du nicht nachvollziehen kannst (willst), dass phasengleich gestartete Wellen mit gleichen Periodendauern stets phasengleich bleiben, ist mir wirklich schon ein Rätsel!
Grüße
Harald Maurer