Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mi 30. Mär 2011, 12:37

Ernst hat geschrieben:Es ist optisch prinzipiell möglich, beide Strahlen nach ihrem getrennten Weg wieder inline aufeinanderzulegen.


Nein, genau das ist eben nicht möglich. Weil die beiden Strahlen zu unterschiedlichen Zeitpunkten am Umlenker ankommen. Sie können daher auf dem restlichen Weg zum Detektor nicht exakt inline laufen. Michelson selbst hat das sehr wohl erkannt, aber er konnte die Schräglage der Wellenfronten des senkrechten Strahls nicht einbeziehen, einfach deshalb, weil er an diesen Umstand gar nicht dachte. Er ging tatsächlich davon aus, dass der senkrechte Strahl einen bestimmten Winkel vorgeben müsste, um den Spiegel zu treffen:
senkrechter_weg.jpg
senkrechter_weg.jpg (8.64 KiB) 3299-mal betrachtet

Dass er tatsächlich von diesem Winkel ausging, beweist sich mit seinen Überlegungen im selben Paper, wo er versucht, das Zustandekommen dieses Winkels am Strahlteiler zu erklären:
winkel_strahlteiler.jpg
winkel_strahlteiler.jpg (6.42 KiB) 3504-mal betrachtet

Damit lag er völlig falsch, denn diesen Winkel gibt es nicht. Die Strahlrichtung liegt ja als Resultierende senkrecht zwischen Strahlteiler und Spiegel. Michelson hat also mit Sicherheit nicht berücksichtigt, dass der Wellenvektor nicht mit der Sichtachse übereinstimmt und schräge Wellenfronten verursacht. Deshalb hat er den Effekt der ungleichen Auftreffpunkte der Strahlen am Umlenker unterschätzt. Das kann man sich nicht leisten, wenn man nach einer winzigen Phasenverschiebung sucht, die im Ausmaß von nicht mal einer halben Wellenlänge nur in einem Bereich von rund 200 nm in einem Strahl verborgen liegt, der hundert Mal breiter ist.
Ernst hat geschrieben:Woraus Du das folgerst, ist mir nicht klar,

Wenn Dir etwas nicht klar wird, heißt das ja nicht, dass es deshalb falsch sein muss!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Kurt » Mi 30. Mär 2011, 17:14

Harald Maurer hat geschrieben:Nein, genau das ist eben nicht möglich. Weil die beiden Strahlen zu unterschiedlichen Zeitpunkten am Umlenker ankommen. Sie können daher auf dem restlichen Weg zum Detektor nicht exakt inline laufen. Michelson selbst hat das sehr wohl erkannt, aber er konnte die Schräglage der Wellenfronten des senkrechten Strahls nicht einbeziehen, einfach deshalb, weil er an diesen Umstand gar nicht dachte. Er ging tatsächlich davon aus, dass der senkrechte Strahl einen bestimmten Winkel vorgeben müsste, um den Spiegel zu treffen:


Hallo Harald,
selbst wenn es so sein sollte das sich die Strahlverschiebung durch Auftreffpunktänderung auskompensieren sollte (was soll ein Strahl überhaupt sein), dann geschieht dies nur in einer (Bewegungs-) Richtung.
Diese angenommene Kompensierung würde sich dann wenn das MMI -rückwärts- läuft als doppelten "Fehler" zeigen.

Gruss Kurt
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Kurt » Mi 30. Mär 2011, 18:57

Chief hat geschrieben:
PS: Es gibt überhaupt keine Möglichkeit die Messungen von Michelson infrage zu stellen. Es muss anerkannt werden, dass der Äther zumindest hier an der Erdoberfläche relativ zu Erde ruht oder extrem langsam bewegt wird.


Ja, man könnte noch einwenden dass sich ihn ihm ein separater Bezug fürs Lichtlaufen befindet.
Das ist aber eine noch nicht ausgegorene Annahme.
Fizeau gibt allerdings einen Hinweis in diese Richtung.


Chief hat geschrieben:Alle anderen Erklärungen wie von P. Marmet, J. F. Wesley, H. Thim usw. haben keine physikalische Bedeutung weil sie aus falschen Vorstellungen hergeleitet sind.

PPS: Ein weiterer Beweis pro MM ist GPS.


Und noch mehrere andere auch.


Gruss Kurt
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Hannes » Do 31. Mär 2011, 10:26

Hallo Chief !
PS: Es gibt überhaupt keine Möglichkeit die Messungen von Michelson infrage zu stellen. Es muss anerkannt werden, dass der Äther zumindest hier an der Erdoberfläche relativ zu Erde ruht oder extrem langsam bewegt wird. Alle anderen Erklärungen wie von P. Marmet, J. F. Wesley, H. Thim usw. haben keine physikalische Bedeutung weil sie aus falschen Vorstellungen hergeleitet sind.

Da aus spektroskopischen Messungen an Sternatmosphären eindeutig erkannt wird, dass sich das Licht in diesen Weiterleitungssystemen genauso verhält, wie auf der Erdoberfläche,wäre doch der Beweis erbracht, dass die INVARIANZ und damit das 2. Postulat der SRT falsch ist.
Was kann die SRT dagegenhalten ?

Mit Gruß Hannes
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Do 31. Mär 2011, 11:52

Harald Maurer hat geschrieben: Michelson hat also mit Sicherheit nicht berücksichtigt, dass der Wellenvektor nicht mit der Sichtachse übereinstimmt und schräge Wellenfronten verursacht.

Das muß er nicht berücksichtigen, weil es diese schräge einzelne Wellenfront im MMI so nicht gibt. Im MMI wird keine ideale Punktlichtquelle verwendet, sondern ein Flächenstrahler, bestehend aus Myriaden von Einzelpunktquellen. Daher ist es gerechtfertigt, wie er es tut, mit Strahlen zu rechnen, wie es in der Optik üblich ist. Es wird also keine einzelne Kugelwelle behandelt, sondern es werden Strahlen aus einer großen Vielzahl solcher Kugelwellen hergenommen. Im folgenden Bild sind anstelle der Milliarden solcher Einzelstrahler vereinfachend nur drei davon betrachtet:

Strahlen im MMI.jpg
Strahlen im MMI.jpg (31.25 KiB) 2948-mal betrachtet


Da ergibt sich nun der von Michelson angegebene Fehler, denn die Lauflängen Lx sind für die einzelnen Strahlen unterschiedlich. Die Zeitdifferenz zwischen vertikalem und horizontalen Strahl beträgt ja:

Δt = 2L/c * (gamma² - gamma)
Δt_1 = 2L_1/c * (gamma² - gamma)
Δt_3 = 2L_3/c * (gamma² - gamma)

(Δt_1 - Δt_3)/Δt_1 = (2L_1-2L_3)/2L_1

Bei einem Starhldurchmesser von 1mm und einer mittleren Armlänge L=1m beträgt der Fehler bezüglich der äußeren Strahlen dann 2/1000.
Das heißt, die etwa eine Wellenlänge betragende Interferometeranzeige würde um 1/1000 ungenau. Das ist Michelsons "vernachlässigbare Größenordnung"

Gruß
Ernst
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Kurt » Do 31. Mär 2011, 13:46

Ernst hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben: Michelson hat also mit Sicherheit nicht berücksichtigt, dass der Wellenvektor nicht mit der Sichtachse übereinstimmt und schräge Wellenfronten verursacht.

Das muß er nicht berücksichtigen, weil es diese schräge einzelne Wellenfront im MMI so nicht gibt. Im MMI wird keine ideale Punktlichtquelle verwendet, sondern ein Flächenstrahler, bestehend aus Myriaden von Einzelpunktquellen. Daher ist es gerechtfertigt, wie er es tut, mit Strahlen zu rechnen, wie es in der Optik üblich ist. Es wird also keine einzelne Kugelwelle behandelt, sondern es werden Strahlen aus einer großen Vielzahl solcher Kugelwellen hergenommen. Im folgenden Bild sind anstelle der Milliarden solcher Einzelstrahler vereinfachend nur drei davon betrachtet:

Strahlen im MMI.jpg


Da ergibt sich nun der von Michelson angegebene Fehler, denn die Lauflängen Lx sind für die einzelnen Strahlen unterschiedlich. Die Zeitdifferenz zwischen vertikalem und horizontalen Strahl beträgt ja:

Δt = 2L/c * (gamma² - gamma)
Δt_1 = 2L_1/c * (gamma² - gamma)
Δt_3 = 2L_3/c * (gamma² - gamma)

(Δt_1 - Δt_3)/Δt_1 = (2L_1-2L_3)/2L_1

Bei einem Starhldurchmesser von 1mm und einer mittleren Armlänge L=1m beträgt der Fehler bezüglich der äußeren Strahlen dann 2/1000.
Das heißt, die etwa eine Wellenlänge betragende Interferometeranzeige würde um 1/1000 ungenau. Das ist Michelsons "vernachlässigbare Größenordnung"



Hallo Ernst, darum geht es Harald aber nicht.
Die "Strahlen die von oben her zurückkommen treffen an einer anderen Stelle am Teiler auf von dem sie hochgeschickt wurden.
Die horizonztalen aber nicht.
Und wenn ich das richtig verstanden habe dann sieht er in dieser Versetzung die Kompensation von der er immer spricht.

Gruss Kurt
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Do 31. Mär 2011, 15:05

Hallo Ernst, darum geht es Harald aber nicht.

Aber Michelson ging´s darum.

Kurt hat geschrieben:Die "Strahlen die von oben her zurückkommen treffen an einer anderen Stelle am Teiler auf von dem sie hochgeschickt wurden.

Das ist nicht richtig. Ein Einzelstrahl trifft auch von oben genau an der Stelle auf, von welcher er hochgeschickt wurde.

Ein Einzelstrahl besitzt auch keine Wellenfront. Und da im MMI eine Vielzahl von Einzelstrahlen verwendet werden, treffen die auch alle an genau der gleichen Stelle auf, von welcher sie abgesendet wurden.

Bild

Gruß
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Kurt » Do 31. Mär 2011, 15:29

Ernst hat geschrieben:
Hallo Ernst, darum geht es Harald aber nicht.

Aber Michelson ging´s darum.

Kurt hat geschrieben:Die "Strahlen die von oben her zurückkommen treffen an einer anderen Stelle am Teiler auf von dem sie hochgeschickt wurden.

Das ist nicht richtig. Ein Einzelstrahl trifft auch von oben genau an der Stelle auf, von welcher er hochgeschickt wurde.


Hallo Ernst, ein Einzelstrahl trifft nirgends auf, denn sowas gibts nicht.
Weder beim MMI noch sonstwo.
Also sind alle Überlegungen dazu nutzlos.


Gruss Kurt
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Do 31. Mär 2011, 15:38

Kurt hat geschrieben:Hallo Ernst, ein Einzelstrahl trifft nirgends auf, denn sowas gibts nicht.

Es ist eine Idealisierung, mit welcher in der Optik gearbeitet wird (beispielsweise Strahlengang an einer Linse). Die Idealisierung ist natürlich auch auf das MMI anwendbar. Praktisch ist eine Unzahl von parallelen Einzelstrahlen vorhanden, welche gleichsam eine plane Wellenfront ergeben. Es ist aber bis zur Aufweitungslinse keine Kugelwelle vorhanden.
Den Fehlereffekt des endlich dicken Verbund-Strahls hatte ich oben gezeigt. Er ist beim MMI vernachlässigbar.

Gruß
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Kurt » Do 31. Mär 2011, 15:57

Ernst hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Hallo Ernst, ein Einzelstrahl trifft nirgends auf, denn sowas gibts nicht.

Es ist eine Idealisierung, mit welcher in der Optik gearbeitet wird (beispielsweise Strahlengang an einer Linse). Die Idealisierung ist natürlich auch auf das MMI anwendbar. Praktisch ist eine Unzahl von parallelen Einzelstrahlen vorhanden, welche gleichsam eine plane Wellenfront ergeben. Es ist aber bis zur Aufweitungslinse keine Kugelwelle vorhanden.
Den Fehlereffekt des endlich dicken Verbund-Strahls hatte ich oben gezeigt. Er ist beim MMI vernachlässigbar.



Doch Ernst, es ist von Beginn an eine Aufweitung/Kugelwelle vorhanden.
Diese reicht jedoch nicht um die Anzeigefläche auszuleuten.
Ausserdem muss die Aufweitungslinse sein damit überhaupt eine ansegnliche Interferenz auftritt bei der mehrere Linien erscheinen können.

MM hatte keinen Laser, somit hat er als Lichtquelle einen relativ grossen Flächenstrahler.
Der Laser ist hier schon besser, er liefert vor allem nur eine Frequenz.
Jedoch auch er ist kein -Punktstrahler- der einen "Strahl" abgibt.

Bei Licht gibts keine Strahlen die man als ideal, als solche anschauen könnte.
Es handelt sich immer um Wirkungen die im Medium reisen.
Und da wo sich die Phasenzustände dieser Wirkungen überlagern gibts die interferenz.

Wenn die unsägliche Rückführung der gespiegelten Signale nicht den gleichen Strahlteiler wie die hinlaufenden verwenden würden, sondern dann wärs mit MM eh keine Frage ob sich da awas kompensieren kann oder nicht.

Harald nimmt/behandelt das Signal als "Einzelstrahl" und sagt dass dessen Verschiebung wärend der vertikalen Laufung eine Kompensation am Strahlteiler verursacht weil der, der "Gesamtstrahl" an einer anderen Stelle ankommt.

Gruss Kurt
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