Ernst hat geschrieben:Es ist optisch prinzipiell möglich, beide Strahlen nach ihrem getrennten Weg wieder inline aufeinanderzulegen.
Nein, genau das ist eben nicht möglich. Weil die beiden Strahlen zu unterschiedlichen Zeitpunkten am Umlenker ankommen. Sie können daher auf dem restlichen Weg zum Detektor nicht exakt inline laufen. Michelson selbst hat das sehr wohl erkannt, aber er konnte die Schräglage der Wellenfronten des senkrechten Strahls nicht einbeziehen, einfach deshalb, weil er an diesen Umstand gar nicht dachte. Er ging tatsächlich davon aus, dass der senkrechte Strahl einen bestimmten Winkel vorgeben müsste, um den Spiegel zu treffen:
Dass er tatsächlich von diesem Winkel ausging, beweist sich mit seinen Überlegungen im selben Paper, wo er versucht, das Zustandekommen dieses Winkels am Strahlteiler zu erklären:
Damit lag er völlig falsch, denn diesen Winkel gibt es nicht. Die Strahlrichtung liegt ja als Resultierende senkrecht zwischen Strahlteiler und Spiegel. Michelson hat also mit Sicherheit nicht berücksichtigt, dass der Wellenvektor nicht mit der Sichtachse übereinstimmt und schräge Wellenfronten verursacht. Deshalb hat er den Effekt der ungleichen Auftreffpunkte der Strahlen am Umlenker unterschätzt. Das kann man sich nicht leisten, wenn man nach einer winzigen Phasenverschiebung sucht, die im Ausmaß von nicht mal einer halben Wellenlänge nur in einem Bereich von rund 200 nm in einem Strahl verborgen liegt, der hundert Mal breiter ist.
Ernst hat geschrieben:Woraus Du das folgerst, ist mir nicht klar,
Wenn Dir etwas nicht klar wird, heißt das ja nicht, dass es deshalb falsch sein muss!
Grüße
Harald Maurer
