Kurt hat geschrieben:der Resonator wär jetzt wichtig.
Ein Resonator ist eine Strecke, auf welcher zwischen 2 Spiegeln ein Lichtstrahl hin und her gespiegelt wird. Also z.B. ein Laser. Dabei muss die Strecke so bemessen sein, dass sie ein Vielfaches der halben Wellenlänge beträgt. Mit dem MMI hat das gar nichts zu tun. Es gibt zwar eine Arbeit von Wesley, der das MMI mit stehenden Wellen zu erklären versucht, das funktioniert aber nicht wirklich und ist auch nicht meine Anschauung. Das Thema hat sich hier also zu den stehenden Wellen verirrt. Damit habe ich nicht argumentiert.
Meine Erklärung ist die, dass der von Michelson berechnete Zeitversatz falsch ist und die beiden Strahlen sich nicht mit diesem Zeitversatz am Umlenker treffen.
Michelson rechnete so:

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Er berechnete einfach die Laufzeiten mit Galilei'schem Additionstheorem. Die Zahlen in der Skizze beziehen sich auf ein gedachtes MMI mit Armlängen von 300000 km. Es ergibt sich eine Laufzeitdifferenz wie oben angeführt.
Dabei hat Michelson nicht bedacht, dass die angenommenen Lichtlaufrouten nicht die optischen Weglängen sein können. Bei Bewegung des MMI im Äther sieht das nämlich so aus.

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Wir betrachten den senkrechten Strahl vom oberen Spiegel. Der Strahl läuft mit sqrt(c²-v²) nach unten Richtung Detektor. Wenn er wirklich senkrecht läuft, erreicht er aber den Detektor nicht, weil dieser während der Differenzeit, die dem verlangsamten Strahl noch fehlt nach rechts marschiert! Wenn Michelson den waagrechten Strahl mit einem senkrecht laufenden Strahl interferiert hat, konnte es nicht dieser (blaue) Strahl sein! Sondern er erwischte eine optische Wegstrecke, die den Detektor auch trifft. Damit verglich er einen anderen Strahl bzw. einen anderen Bereich des Strahls (in welchem die Wellenkämme ja schräg legen!) und damit wird aber der Treffpunkt am Umlenker in die Richtung zum Spiegel des waagrechten Arms versetzt. Der senkrechte (rote) Strahl ist in dieser
tatsächlichen Richtung zum Detektor noch etwas langsamer und die Wellenlängen sind noch etwas kürzer. Und der waagrechte Strahl ist etwas näher am roten Strahl (als nach Michelsons Rechnung), wenn er nach unten reflektiert wird. Wenn man's ausrechnet (kommt auf meiner MM-Seite) ergibt sich eine wesentlich kleinere Differenz wie bei Michelson. Und verblüffenderweise genau das, was Michelson tatsächlich gemessen hat! Er hat ja nicht Null gemessen, sondern einen geringeren Wert.
Michelsons Interferometer hat den Äther nicht widerlegt, sondern sogar bewiesen, wenn man richtig rechnet. Es konnte sich kein anderer Wert ergeben, als Michelson registriert hat.
Grüße
Harald Maurer