Rudi Knoth hat geschrieben:Frau Holle hat geschrieben:Hier hätte man tatsächlich man einen Punkt, mit dem die SRT direkt theoretisch widerlegt werden könnte. Wenn es nämlich rechnerisch nicht aufgeht, dass sehr viele schleichende Elektronen mit entsprechend winziger Längenkontraktion trotzdem eine ausreichend hohe Ladungsdichte der Atomrümpfe hervorruft, dann hätte die SRT ein ernsthaftes Problem. Davon hätten wir sicher gehört. War es nicht Purcell, der den rechnerischen Nachweis erbracht hat? Den Nachweis, dass es eben doch aufgeht und die SRT damit nicht widerlegt werden kann?
Nun dann stellt sich die Frage, warum man auch mit der Berechnung der elektrischen und magnetischen Felder bei den kleinen Geschwindigkeiten sinnvolle Ergebnisse erhält.
Wieso denn? Dass man die Effekte der RT bei kleinen Geschwindigkeiten vernachlässigen kann ist doch bekannt. Daraus darf man natürlich nicht folgern, dass sie nicht existieren. Auch die Gravitation erklärte schon Newton sehr gut, d.h. für kleine Geschwindigkeiten kann man die Effekte der ART vernachlässigen. Für Einen Flug zum Mond oder Mars "braucht" man keine ART. Aber auch daraus darf man nicht folgern, dass die ART generell ganz unnötig wäre.
Der Punkt ist einfach: Ohne relativistische Effekte kann die klassische Feldtheorie nicht erklären, warum auf eine extern parallel zum Leiter mit dem Strom bewegte Punktladung in ihrem Ruhesystem eine Kraft wirkt. Siehe das Video von Josef Gassner. Hier braucht man zwingend die SRT zur widerspruchsfreien Erklärung.
Rudi Knoth hat geschrieben:Und man sollte auch bedenken, daß bei endlichen Längen der Leiter diese in ihrer Gesamtladung neutral sind. Denn es sind ja Ladungsdichten, die durch die Längenkontraktion sich ändern. Wenn sich die Gesamtladung sich ändern würde, wäre das in Widerspruch zur SRT.
Nein, das wäre kein Widerspruch zur SRT. Es ergibt sich doch gerade aus der SRT. Der gesamte Leiter ist im Ruhesystem der Elektronen nicht neutral. Du vergisst anscheinend, wie die Längenkontraktion zustande kommt: Nehmen wir eine Wolke von 1000 Elektronen, denen momentan gleichzeitig 1100 Atomrümpfe gegenüber stehen. Im Ruhesystem des Leiters stehen diese 1100 Atome
nicht im selben Moment gleichzeitig bei der Elektronenwolke, sondern zeitlich nacheinander. Die Zeit selbst vergeht im Ruhesystem des Leiters bekanntlich nicht synchron mit der Zeit im Ruhesystem der Elektronen. Stichwort Relativität der Gleichzeitigkeit.