Harald Maurer hat geschrieben:Kurt hat geschrieben:Darum gibts da auch keinen Doppler, an keiner einzigen Stelle!
Doch, in Bezug zum Äther gibt es ihn. Wie ich geschrieben habe.

Und davon ist die Rede.
Nein davon ist nicht die Rede.
Die Rede ist davon, ob das MM-Experiment den Äther widerlegt oder nicht. Dazu ist herauszufinden, was mit dem MM-Interferometer überhaupt gemessen wird. Und dazu muss man die theoretischen Überlegungen schlussendlich im Bezugssystem des Interferometers anstellen, denn die Messung erfolgt nun einmal mit dem Interferometer. Natürlich können für die theoretischen Überlegungen auch die Bezugssysteme gewechselt werden. Aber das Endergebnis ist immer das selbe. Im Interferometer tritt kein Dopplereffekt auf, weil alle Komponenten zueinander in Ruhe sind. Wechselt man in das Bezugssystem des Äthers ist die Frequenz im Allgemeinen dopplerverschoben, weil dann der Beobachter im Äther ruht und sich die Quelle des Interferometers relativ zum Beobachter bewegt.
Noch eine kleine theoretische Betrachtung:
Die transversale Komponente des elektrischen Feldes eines Lichtstrahls sei eine homogene Ebene Welle die in Vorwärtsrichtung mit c-v und Rückwärtsrichtung mit c+v laufen soll. Die Quelle ist an der Stell x=0 und der ideale Reflektor bei x=L:
Vorwärtswelle: E_v = E_0 sin(2*π/λ_v *(x - (c-v) t))
Die Vorwärtswelle liefert am Reflektor (x=L) das elektrische Feld:
E_v(x=L) = E_0 sin(2*π/λ_v *(L - (c-v) t))
Ein idealer Reflektor ist ein idealer Leiter, und erzwingt eine elektrische Feldstärke E = 0. E_v(x=L) muss also durch E_r(x=L) zu Null kompensiert werden:
Damit ist E_r(x=L) = - E_v(x=L) denn dann ist E _reflektor = E_v(x=L) + E_r(x=L) = 0
Wir setzen daher für die Rückwärtswelle an:
E_r = - E_0 sin(2*π/λ_r *(x + (c+v) t) + φ)
Am Reflektor muss nun wie gesagt gelten
E_r(x=L) = - E_v(x=L)
also
E_0 sin(2*π/λ_v *(L - (c-v) t)) = E_0 sin(2*π/λ_r *(L + (c+v) t) + φ)
Diese Gleichung ist erfüllt ausschließlich für:
f_v = (c-v)/λ_v = (c+v)/λ_r = f_r = f (KEINE Dopplerverschiebung!!!)
und der Phasenverschiebung
φ = π - 2*π*f*L*(1/(c-v)+1/(c+v))
(wie durch Einsetzen leicht verifiziert werden kann).
Da T=L*(1/(c-v)+1/(c+v)) die Laufzeit des Lichtstrahls im Arm des Interferometers ist (hin und zurück), steckt in der Phasenverschiebung die Laufzeit:
φ = π - 2*π*f*T