Kurt hat geschrieben:Harald, die Laufzeiten sind in den Armen unterschiedlich wenn "Wind" geht.
Also können sie nicht phasengleich an dem Strahlteiler zurückkommen.
Sie kommen ja auch nicht gleichzeitig an den Spiegeln an.
Lieber Kurt, gleich wie alle anderen hier im Thread hast Du nicht begriffen, wovon ich überhaupt rede. Also, nachdem Du aber lt. Ernst einer der wenigen sein sollst, die hier den Durchblick haben, werde ich versuchen, es noch einmal zu erklären:
Nehmen wir einfach mal nur die Strecke
von der Lichtquelle bis zum Strahlteiler. Ich hatte einfach behauptet, dass vom Strahlteiler weg immer dieselbe Phasenlage an die Spiegel geschickt wird. Also muss schon zum Strahlteiler auf geheimnisvolle Art immer dieselbe Phasenlage hinkommen! Dass schon dieses nach dem Argument mit den unterschiedlichen Laufzeiten nicht möglich sein kann, fiel offenbar niemandem auf.
Aber es ist möglich. Und jetzt bitte gaaanz langsam mitdenken!
Nehmen wir eine longitudinale Bewegung des MMI im Äther von links nach rechts an. Dann bewegt sich der Lichtstrahl gegen den Äther mit c-v, und der Einfachheit nehmen wir ein riesiges MMI mit Armlängen von 300000 km an. Dann braucht der Strahl bis zum Strahlteiler 1,00010001 Sekunden. Und wenn wir den Arm in die Senkrechte drehen, braucht er nach sqrt(c²-v²) 1,000000005 Sekunden. Und wenn wir ihn nocheinmal drehen, braucht er mit c+v 0,99990001 Sekunden.
Das sind völlig unterschiedliche Laufzeiten!Das reicht den "Fachleuten" schon. Die Zeiten sind unterschiedlich, hurra, damit ist bewiesen, dass schon am Strahlteiler selbst sich die Phasenlage des Lichtstrahls aus der Lampe verschieben muss! Klar doch, unterschiedliche Laufzeiten verschieben die Phase. Das ist ganz sicher. Etc...
Und da schreibe ich mir die ganze Zeit die Finger wund, um den Vorgang der
Kompensation aus Geschwindigkeit und Wellenlänge zu erklären- und niemand war bereit, auch nur eine Zehntelsekunde lang mitzudenken! Immer wieder wurde mir das Laufzeitengespenst entgegen gehalten.
Kritiker verwandeln sich zu Rettern der SRT, nur um Recht zu behalten!Es ist ja wohl auch für Dich keine Frage, dass aufgrund der
unterschiedlichen Laufzeiten, die eben durch den "Ätherwind" von rechts nach links im MMI entstehen, die Phasenlage schon am Strahlteiler verschoben sein muss. Kann ja gar nicht anders sein. Man dreht den Arm um 90 Grad und das Argument von Harald ist gekillt! Und man erwidert mit einem Gleichnis mit Schifferl und was weiß ich noch mit was...
Aber zu diesen Fehlschlüssen kommt man, wenn man negiert,
dass hier der Doppler-Effekt eine Rolle spielt, den es ja nach Meinung der Koryphäen auf dem Gebiet der Physik gar nicht gibt!
Natürlich gibt es ihn,
wenn man mit dem Äther argumentiert! Und genau dieser Doppler-E. sorgt nämlich dafür, dass sich im Verhältnis der Geschwindigkeiten (waagrecht c-v, c+v)) und senkrecht sqrt(c²-v²) die Wellenlängen
verändern. D.h. in der Bewegung der Lichtquelle von links nach rechts gegen den Ätherwind werden die Wellenlängen kürzer - aber die gleichsinnige Bewegung des Strahlteilers hebt das wieder auf. Es wird zwar dieser Doppler-Effekt nicht durch eine Frequenzänderung messbar, aber er sorgt dafür, dass eine Phasenlage, die bei der Absendung des Strahls an der Lichtquelle vorliegt,
bestimmend ist für die Phasenlage am Strahlteiler- und zwar immer, egal ob sich das MMI nun im Äther bewegt oder nicht. Der Doppler-Effekt macht's. D.h. longitudinal wirkt sich die Bewegung auf die Phasenlage am Strahlteiler nicht aus!
Wir erhalten also in der longitudinalen Bewegung eine bestimmte Phasenlage am Strahlteiler. Und eine Laufzeit von 1,000000005 Sekunden. Nachdem der Strahl in der vertikalen Richtung aber eine andere Laufzeit hat. muss diese Phasenlage sich verändern - ist doch logisch, nicht wahr?
Also drehen wir den Arm um 90 Grad und was geschieht? Es kommt zur Verkürzung der Wellenlängen (wie ich schon bis zum Überdruss oft erklärt habe und wie man in den Animationen sieht),
die genau der Geschwindigkeitsveränderung entspricht. Also zu einem
longitudinalen Dopplereffekt. Na, was macht der? Der funktioniert genau so wie der longitudinale. Er überträgt auf dieselbe Art, durch die Anpassung der Wellenlängen an die Geschwindigkeit
haargenau dieselbe Phasenlage zum Spiegel wie es der longitudinale macht.Das heißt, obwohl wir in den beiden unterschiedlichen, um 90 Grad verdrehten Richtungen völlig unterschiedliche Laufzeiten haben, bleibt die einmal übermittelte Phasenlage am Strahlteiler immer gleich!!! Auch wenn wir das Ding drehen!
Wenn schon am Strahlteiler die Phasenlage durch Drehung des MMI trotz unterschiedlicher Laufzeiten sich aufgrund der Doppler-Effekte nicht ändern kann, kann sie sich auch in der Folge an den weiteren Spiegelungen nicht ändern.
Überall setzt sich das Kompensationsverhalten des longitudinalen und transversalen Doppler-Effekts fort. Wir haben unterschiedliche Laufzeiten und dennoch verschiebt sich die Phasenlage, einmal vom Strahlteiler vorbestimmt, nirgends mehr!
Licht ist kein Auto und kein Schwimmer und kein Wasserrohr. Und lässt sich durch Baustellen nicht stören!
Aber wenn man Licht im Äther beurteilt, verhält es sich wie Schall in Luft. Und vom Schall weiß man, dass sich longitudinal und transversal kein Doppler E. feststellen lässt, wenn der Wind wohin weht wohin er will ... Da gibt's die unterschiedlichen Laufzeiten aber auch! Seltsamerweise ohne jede Auswirkung...
Konntest Du mir folgen, Kurt?
Grüße
Harald Maurer