Ernst hat geschrieben:Besser aber an einem etwas modifiziertem Beispiel. Auf Strecke A fahren die Autos ungehindert; auf Strecke B ist in einem Teilabschnitt eine Baustelle, wo die Autos mit halber Geschwindigkeit fahren. Das bedeutet, im Streckenabschnitt B befinden sich mehr Autos als auf der Strecke A. Am Ziel kommen beide wieder mit gleicher Geschwindigkeit in gleichen Abständen an. Der Zielrichter erkennt erstmal nicht, auf welcher Strecke eventuell eine Baustelle ist und ob sich die Fahrzeiten der Autos auf beiden Strecken unterscheiden. Nun verfügt der Zielrichter namens Michelson, daß im Falle einer vorhandenen Baustelle diese von der einen Strecke nach der anderen Strecke umgesetzt wird. Wenn eine Baustelle bei B vorhanden ist und diese nach A umgebaut wird, dann passiert folgendes: Während dieser Umbauzeit passieren Autos auf Strecke A die aufbauende Baustelle immer langsamer und die Autos auf Strecke B die abbauende Baustelle immer schneller (dieser Umbauzeit entspricht die Zeit der Drehung der Versuchanordnung bei MM). Der Zielrichter zählt nun während des Umbaus, daß am Ziel auf Strecke A immer weniger Fahrzeuge eintreffen und auf Strecke B immer mehr Fahrzeuge eintreffen. Die zuvor gleichphasig eintreffenden Fahrzeuge treffen daher nun mit einer zunehmenden Phasenverschiebung ein. (Hell/Dunkelwechsel bei MM). Am Ende des Umbaus stellt sich wieder eine feste Phase ein. Aus der Differenz Δn der während des Umbaus am Ziel auf beiden Strecken gezählten Autos errechnet der Zielwart die Unterschiede der Fahrzeiten auf den Strecken A und B vorm Umsetzen der Baustelle. Δt = n* ΔT mit ΔT als Zeitdifferenz des Eintreffens zweier hintereinanderfahrender Autos vor Umsetzung der Baustelle.
Auch dieses Beispiel kann nicht auf das MM-Interferometer übertragen werden, denn die Anpassung der Wellenlängen an die Geschwindigkeit ist nirgendwo zu erkennen. Wenn die Autos ihre Abstände zueinander genau entsprechend ihren Geschwindigkeitsveränderungen einrichten, kommen sie am Ziel gleichphasig an!
Das tun sie in Deinem Beispiel nicht. Aber die Wellenlängen im Interferometer tun es.
Dein Beispiel entspricht einem Interferometer, in welchem die Wellenlängen nicht berücksichtigt werden. Das hat Michelson auch nicht getan, sondern eben nur mit den Laufzeiten gerechnet. Und das ist halt ein Fehler.
Dein Beispiel, wo's keinen Doppler-Effekt gibt, gilt nur für unveränderliche Wellenlängen. Aber die Sache mit den Wellenlängen ist halt auch so eine, die mancher partout nicht verstehen will oder kann.
Grüße
Harald Maurer