Harald Maurer hat geschrieben: Die Sache ist so einfach, dass ich mich wirklich darüber wundern muss, dass noch niemand darauf gekommen ist. Aber das Geschwindigkeits- und Zeitgespenst hat das wohl verhindert!
Alles ist relativ

. Ich muß mich darüber wundern, daß du nicht erkennst, daß der MM Versuch prinzipiell eine Laufzeitdifferenzmessung ist; es werden die Laufzeiten auf zwei unterschiedlichen Wegen verglichen.
zwei Autokolonnen fahren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit gleich lange Strecken, und zwar gerade so, dass am Ziel zwar eine zuerst ankommt, die zweite just zu einem Zeitpunkt, dass sie wieder parallel zur anderen Kolonne zu liegen kommt. Du kannst aber das unterschiedliche Eintreffen der Kolonnen nicht feststellen, weil Du schaust bloß irgendwo in die Kolonnen hinein. Und da sind die Autos parallel zueinander wie im ersten Beispiel. Was fängst Du damit an? Kannst Du so den Zeitversatz erkennen?
Kann man. Besser aber an einem etwas modifiziertem Beispiel. Auf Strecke A fahren die Autos ungehindert; auf Strecke B ist in einem Teilabschnitt eine Baustelle, wo die Autos mit halber Geschwindigkeit fahren. Das bedeutet, im Streckenabschnitt B befinden sich mehr Autos als auf der Strecke A. Am Ziel kommen beide wieder mit gleicher Geschwindigkeit in gleichen Abständen an. Der Zielrichter erkennt erstmal nicht, auf welcher Strecke eventuell eine Baustelle ist und ob sich die Fahrzeiten der Autos auf beiden Strecken unterscheiden. Nun verfügt der Zielrichter namens Michelson, daß im Falle einer vorhandenen Baustelle diese von der einen Strecke nach der anderen Strecke umgesetzt wird. Wenn eine Baustelle bei B vorhanden ist und diese nach A umgebaut wird, dann passiert folgendes: Während dieser Umbauzeit passieren Autos auf Strecke A die aufbauende Baustelle immer langsamer und die Autos auf Strecke B die abbauende Baustelle immer schneller (dieser Umbauzeit entspricht die Zeit der Drehung der Versuchanordnung bei MM). Der Zielrichter zählt nun
während des Umbaus, daß am Ziel auf Strecke A immer weniger Fahrzeuge eintreffen und auf Strecke B immer mehr Fahrzeuge eintreffen. Die zuvor gleichphasig eintreffenden Fahrzeuge treffen daher nun mit einer zunehmenden Phasenverschiebung ein. (Hell/Dunkelwechsel bei MM). Am Ende des Umbaus stellt sich wieder eine feste Phase ein. Aus der Differenz Δn der während des Umbaus am Ziel auf beiden Strecken gezählten Autos errechnet der Zielwart die Unterschiede der Fahrzeiten auf den Strecken A und B vorm Umsetzen der Baustelle. Δt = n* ΔT mit ΔT als Zeitdifferenz des Eintreffens zweier hintereinanderfahrender Autos vor Umsetzung der Baustelle.
Die Umsetzung dieses Prinzips der Messung von Laufzeitdifferenzen und die analytische Zuordnung zu einem erwarteten Ergebnis bei Ätherwind betrachte ich als geniales Experiment.
Gruß
Ernst