Ernst hat geschrieben:Die beiden Wellenzüge können durchaus gegeneinander verschoben sein, ohne daß Wellenzüge geboren oder verloren werden. Das geschieht dadurch, daß die Geschwindigkeit der Wellenzüge in beiden Strahlen unterschiedlich ist.
Beispiel 1: Ein Laser setzt zwei parallele Strahlen ab. Einen in einen langen Luftkanal und einen in einen dazu parallel angeordneten Glasstab. Am Ende werden die Strahlen verglichen. Ergebnis Phasenverschiebung.
Das Beispiel hat nichts mit meiner Erklärung zu tun. Denn es enthält nicht die Verkürzung der Wellenlängen. Im Luftkanal und im Glasstab bleiben die Wellenlängen unverändert. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten werden daher nicht kompensiert. Im Glasstab werden die Wellen langsamer, aber die Wellenlängen (und die Frequenz) bleibt gleich!
Ernst hat geschrieben:Beispiel 2 : Zwei parallele Wasserkanäle. In einem stehendes Wasser; im anderen strömendes Wasser. In beiden wird an einem Ende gleichzeitig eine Welle erzeugt. Am anderen Ende treffen die Wellen ungleichzeitig ein. Phasenverschiebung. Dies trifft in etwa MM.
Hier entsteht die Phasenverschiebung durch die Mitführung des Lichts durch das Wasser. Wenn sich das im Äther abspielt, haben wir im jedem Wasserkanal einen anderen Doppler-Effekt, der aus den beiden Doppler-Effekten, jenen in Bezug zum Äther und stehendem Wasser und jenem im Bezug zum Äther und fließenden Wasser resultiert. Die Doppler-Effekte kompensieren den Geschwindigkeitsunterschied daher nicht. Hat übrigens mit dem MM gar nichts zu tun.
Ernst hat geschrieben:Man kann auch ohne viele Zusatzüberlegungen einfach bei meinem "geliebten" Schwimmer bleiben. Setzt man seinen Kopf als den Gipfel eines Wellenberges, so kann man einfach den Lauf der Welle verfolgen. Der Kopf wird in meiner Skizze durch die roten Punkte simuliert. Die Darstellung entspricht genau jener der Schwimmerei.
Auch dieses Beispiel geht daneben. Wenn mehrere Schwimmer hinter einander schwimmen, verkürzen sich ihre Abstände ebenfalls gleichzeitig mit der Verlangsamung der Geschwindigkeit. Das kommt sich auf das gleiche raus, als wenn sie nicht die Diagonale (unter Vorgabe eines Winkels) mit schneller Geschwindigkeit schwimmen, sondern gleich mit der langsameren Geschwindigkeit den Fluß auf kürzester Linie überqueren könnten. Ihre "Phasenlage" bei ihrer Ankunft am Ufer wäre in beiden Fällen dieselbe!
Mit diesem Beispiel widerlegst Du meine Erklärung nicht. Ganz im Gegenteil. Nach wie vor argumentierst Du nur mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Den Kompensations-Effekt durch die Veränderung der Wellenlängen durchschaust Du nicht. Wobei er auch in Deiner Zeichnung auftritt. Es soll jeder der roten Punkte ein Schwimmer sein. Schwimmt eine schnellere Schwimmerfolge diagonal mit größeren Abständen zueinander, und eine andere könnte mit langsamerer Geschwindigkeit, aber mit dementsprechend kürzeren Abständen zueinander geradewegs über den Fluß schwimmen (Geschwindigkeit als Resultat analog zu sqrt(c²-v²)), so kommen sie quasi mit gleicher Phasenlage an.
Die identische Phasenlage ist entscheidend! Das MM-Interferometer misst keine Geschwindigkeiten sondern beurteilt lediglich die Phasenlage bei Ankunft der Lichtstrahlen. Wenn die
Phasenlage bei jedem Reflexionspunkt bei
veränderter Geschwindigkeit einschließlich veränderter Wellenlänge dieselbe ist wie sie mit
unveränderter Geschwindigkeit und unveränderter Wellenlänge wäre, verändern sich die Phasenlagen der beiden Strahlen nicht!
Grüße
Harald Maurer