Ernst hat geschrieben:Bevor es weiter geht, möchte ich noch erst dabei bleiben.
Sie transformieren aus R mit der Eigenzeit t_R nach S und berechnen die Koordinaten in S ebenfalls für t_R. In S herrscht aber die Eigenzeit t_S. Da t_S gegenüber t_R koordinatenabhängig ist, befinden sich verschiedene Koordinaten x_S zu unterschiedlichen Zeiten t_R am Ort x_S. (Folge ist die LK).
Meines Erachtens ist mit der Koordinatentransformation auch die Zeittransformation durchzuführen, um zu ermitteln, an welchen Orten sich die x_s gleichzeitig befinden.
Nein, eine Zeittransformation ist nicht erforderlich. R ist das Ruhesystem des Körpers und in R sind die Koordinaten des Körpers immer konstant. Ob man nun bei der Transformation die Koordinaten des Körpers zum Zeitpunkt t nach S transformiert oder die eine Koordinate des Körpers zum Zeitpunkt t + 2pi und die andere Koordinate des Körpers zum Zeitpunkt t - 42e, das spielt keine Rolle, da alle Koordinaten des Körpers zeitunabhängig konstant sind. Daher habe ich auch darauf verzichtet, die Koordinaten des Körpers irreführenderweise als Funktionen der Zeit anzusetzen und kenntlich zu machen.
Bevor wir uns aber zu lange an der Transformation aufhalten, habe ich einen anderen Vorschlag: Wir nehmen einen Körper, der in S in aller Vergangenheit ruht, und dann, zum Zeitpunkt t = 0, in Bewegung versetzt wird. Dann bedarf es keiner Transformation. Als Beispiel mag ein Zollstock dienen, der äquidistante Markierungen besitzt, zunächst parallel zur x-Achse ruht und dann zum Zeitpunkt t = 0 mit konstanter Beschleunigung a in x-Richtung in Bewegung versetzt werde. Dazu folgendes Bild:

- Zollstock-1.png (24.78 KiB) 6699-mal betrachtet
Links im Bild die Bewegung des Zollstocks gemäß galileischer Bewegungslehre. Rechts im Bild die Bewegung des Zollstocks gemäß einsteinischer Bewegungslehre. Die Bewegung der linken Kante des Zollstocks wurde vorgegeben. Gemäß Einstein wird der Zollstock bei wachsender Geschwindigkeit immer weiter kontrahiert.
Aber nicht nur das. Wegen der Kontraktion muss sich die rechte Kante langsamer bewegen als die vorgegebene linke Kante. Wäre es nicht so, dann gäbe es keine Kontraktion. Wir haben es also mit einer Geschwindigkeitsverteilung entlang dem Zollstock zu tun. Links schneller, rechts langsamer. Im Bild erkennt man das daran, dass die Kontraktion links größer ist als rechts. Die linke Kante des Körpers erreicht die Geschwindigkeit 0,999990c.
Nun lassen wir den Zollstock oszillieren:

- Zollstock-2.png (30.66 KiB) 6683-mal betrachtet
Im unteren Drittel des Bildes wird der Zollstock nach rechts bewegt, wobei die linke Kante dem vorgegebenen sinusförmigen Ortsvektor folgt. Die rechte Kante des Zollstocks ist langsamer als die linke, um die Kontraktion zu ermöglichen. Im mittleren Drittel dann geht es Retour, wobei weiterhin die linke Kante dem vorgegebenen sinusförmigen Ortsvektor folgt. Die rechte Kante ist nun aber schneller, um die Kontraktion zu ermöglichen. Dementsprechend ist nun der Zollstock rechts stärker kontrahiert. Es ergibt sich keine symmetrische Bewegung. Die Gesamtkontraktion des Körpers hängt nicht allein von der vorgegebenen Geschwindigkeit der einen Kante ab, sondern auch davon, ob die Kante den Körper `schiebt oder zieht'.
Die Mathematik sowie weitere Erläuterungen zu den Bildern
hier.
Gruß
Faber