Angebliche Fehler in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Fr 11. Okt 2024, 17:38

Frau Holle hat geschrieben:Was sagst du dann von zwei Uhren A und B in einem Inertialsystem sagen, die für eine solche Bewegung des Lichtpulses die Gleichung tB-tA=t'A-tB nicht erfüllen? Die wären doch dann nicht synchron, oder?

Das ist eben in einem Inertialsystem gar nicht möglich, weil aufgrund des Postulats diese Gleichung immer erfüllt sein muss. Genau da liegt der Hase im Pfeffer! Weil genau das wird von Einstein negiert, um die Uhren asynchron erscheinen zu lassen.
Bin echt gespannt, wann bei euch der Groschen fällt.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Frau Holle » Fr 11. Okt 2024, 18:10

Harald Maurer hat geschrieben:
Frau Holle hat geschrieben:Was sagst du dann von zwei Uhren A und B in einem Inertialsystem sagen, die für eine solche Bewegung des Lichtpulses die Gleichung tB-tA=t'A-tB nicht erfüllen? Die wären doch dann nicht synchron, oder?

Das ist eben in einem Inertialsystem gar nicht möglich

Es ist nicht möglich zwei Uhren A und B an den Enden des bewegten Stabs anzubringen, die immer die gleiche Zeit anzeigen wie diejenigen Uhren, die am selben Ort im ruhenden System z.B. an der Strecke sich befinden? Im Gedankenexperiment natürlich nur.

So hat es Einstein in §2 beschrieben und extra mit einer Fußnote (hier in blau) präzisiert:
Frau Holle hat geschrieben:Die beiden Uhren gehen mit denen des ruhenden Systems synchron. Die von ihnen angezeigte " 'Zeit' bedeutet hier die 'Zeit des ruhenden Systems' und zugleich 'Zeigerstellung der bewegten Uhr, welche sich and dem Orte, von dem die Rede ist, befindet' " (A.Einstein).

Warum soll das nicht möglich sein?

Alle Uhren im ruhenden System sind in diesem korrekt synchronisiert und erfüllen natürlich die Gleichung. Sie zeigen im ruhenden System alle gleichzeitig die gleiche Zeit. Nicht verstanden?
 
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon bumbumpeng » Fr 11. Okt 2024, 18:18

Harald Maurer hat geschrieben:Das ist eben in einem Inertialsystem gar nicht möglich, weil aufgrund des Postulats diese Gleichung immer erfüllt sein muss. Genau da liegt der Hase im Pfeffer! Weil genau das wird von Einstein negiert, um die Uhren asynchron erscheinen zu lassen.
Bin echt gespannt, wann bei euch der Groschen fällt.
Bei mir gibt es z.B. kein Inertialsystem. Wer hat das erfunden?

Bei mir gibt es immer den absoluten direkten Bezug.
Die Frage ist doch, zu welchem Bezug gehören die el. und die magn. Felder, auf die Lichtsignale übertragen werden? In diesen gilt c.
Wenn ein Stab darin schnell bewegt wird, dann kommt es zwangsläufig zu Laufzeitunterschieden.
Somit geht ein Synchronisieren nur mit Korrekturwerten.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Fr 11. Okt 2024, 18:38

Frau Holle hat geschrieben:Warum soll das nicht möglich sein?

Alle Uhren im ruhenden System sind in diesem korrekt synchronisiert und erfüllen die natürlich Gleichung. Sie zeigen alle gleichzeitig die gleiche Zeit.

Die Uhren A und B sind die ganze Zeit synchron. Du hast aber von Uhren A und B in einem IS geschrieben, in welchem die Lichtpulse die Gleichung nicht erfüllen. Die wären dann nicht synchron. Und ich erwiderte, dass es gar nicht möglich sei, dass die Gleichung tB-tA=t'A-tB nicht erfüllt sei, weil aufgrund des Postulats nur c=const vorliegen kann.

Jetzt kommst du mit dem Gegenteil daher und fragst, warum die synchronen Uhren nicht möglich sein sollen. Also nochmal, die sind ja möglich, wenn tB-tA=t'A-tB erfüllt ist.

Aber die Uhrenbeobachter wollen die Uhrensynchronizität prüfen nach Vorschrift mit tB-tA=t'A-tB - Einstein behauptet nun, die Signale hätten aber nun tB-tA=rAB/V-v und t'A-tB=rAB/V+v und behauptet, die Uhren würden nun asynchron erscheinen. Obwohl sie nichts anderes als die ganze Zeit synchron sind! Und tB-tA=rAB/V-v und t'A-tB=rAB/V+v kann es in einem Inertialsystem nicht geben. Alles im Rahmen seines anfangs aufgestellten Postulats.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Frau Holle » Fr 11. Okt 2024, 20:26

Harald Maurer hat geschrieben:
Frau Holle hat geschrieben:Warum soll das nicht möglich sein?

Alle Uhren im ruhenden System sind in diesem korrekt synchronisiert und erfüllen die natürlich Gleichung. Sie zeigen alle gleichzeitig die gleiche Zeit.

Die Uhren A und B sind die ganze Zeit synchron. Du hast aber von Uhren A und B in einem IS geschrieben, in welchem die Lichtpulse die Gleichung nicht erfüllen.

Offenbar verstehst du nicht was ich meine und was Einstein meint. Wir schreiben doch nicht chinesisch.

Nochmal: Die beiden Uhren befinden sich an den Enden des Stabes, und sie zeigen immer genau das an, was die Uhren am jeweils selben Ort des ruhenden System anzeigen. Das heißt, sie sind mit dem ruhenden System synchronisiert. Von daher, ja: Sie "sind die ganze Zeit synchron," aber doch nicht wechselseitig mit sich selber, sondern jede nur mit derjenigen Uhr im ruhenden System, die sich gerade am selben Ort befindet.

Harald Maurer hat geschrieben:Aber die Uhrenbeobachter wollen die Uhrensynchronizität prüfen nach Vorschrift mit tB-tA=t'A-tB

Richtig, und das tun sie ganz einfach:

1. Sie registrieren am linken Stabende die Uhrzeit tA, wenn der Lichtpuls startet. Es ist nach Vorgabe die Uhrzeit des ruhenden Systems, d.h. die Uhrzeit am linken Ende von L1 im ruhenden System.

2. Sie registrieren am rechten Stabende die Uhrzeit tB, wenn der Lichtpuls reflektiert wird. Es ist nach Vorgabe die Uhrzeit des ruhenden Systems, wenn der Puls dort die Strecke L1 zurückgelegt hat, d.h. derjeigen Uhr im ruhenden System, die sich am rechten Ende von L1 befindet. Die registrierte Dauer für den Hinweg ist dann tB-tA = L1/c.

3. Sie registrieren am linken Stabende die Uhrzeit t'A, wenn der Lichtpuls zu A zurückkehrt. Es ist nach Vorgabe die Uhrzeit des ruhenden Systems, wenn der Puls dort insgesamt die Strecke L1 + L2 zurückgelegt hat, d.h. derjenigen Uhr im ruhenden System, die sich am linken Ende von L2 befindet. Die registrierte Dauer für den Rückweg allein ist t'A-tB = L2/c, die Dauer im ruhenden System.

Fakt ist doch jetzt: Ein Lichtpuls lief in ihrem Ruhesystem, wo A und B permanent zueinander in Ruhe sind, von A nach B und dieselbe Strecke wieder zurück. Dabei haben sie die Zeitpunkte tA, tB und t'A registriert.

Um die Synchronizität der Uhren A und B zu prüfen sind alle nötigen Voraussetzungen erfüllt:
1. Der Stab mit konstanter Länge AB und den Uhren A und B bildet ein Inertialsystem.
2. In diesem Inertialsystem lief ein Lichtpuls auf der konstanten Strecke AB hin und zurück.

Nun erwarten sie doch völlig zu recht, dass für synchron laufende Uhren A und B die Forderung tB-tA=t'A-tB erfüllt ist, weil das in einem Inertialsystem mit synchronisierten Uhren immer der Fall ist. Das hast du selbst oben nochmal bestätigt, Harald Maurer.

Sie finden jetzt aber mit den registrierten Uhrzeiten tB-tA > t'A-tB. Folglich ist die Synchronizität dieser Uhren in ihrem Ruhesystem nicht gegeben. Das ist ja auch völlig klar, denn die Uhrzeiten haben sie von Uhren bekommen, die mit denen im ruhenden System synchron sind, und im ruhenden System lief der Lichtpuls eben nicht dieselbe Strecke hin und zurück, also kann die Gleichung tB-tA = t'A-tB gar nicht erfüllt sein.

Jetzt meinst du anscheinend, dass das ein übler Trick von Einstein wäre. Ist es aber nicht.

Der springende Punkt ist doch, dass alle zueinander ruhenden Uhren im ruhenden System synchron laufen: Man kann im ruhenden System jederzeit einen Lichtpuls vom Ort bei tA zum Ort bei tB und dieselbe Strecke (L1) zurück laufen lassen, und die Forderung tB-tA = t'A-tB wird erfüllt sein. Das gilt immer für zwei zueinander ruhende Uhren in diesem System und so kann man darin auch vernünftige Zeitmessungen machen.

Mit den Uhrzeiten vom ruhenden System findet man aber die Forderung im Stabsystem nicht erfüllt, logischerweise, wie oben gezeigt. Denn es ist eben relativ zum ruhenden System bewegt. Die im Stabsystem ruhenden Uhren müssten separat synchronisiert werden, damit sie im Stabsystem für vernünftige Zeitmessungen brauchbar sind. Es ist klar, dass sie dann aber nicht mehr wie vorher mit denen des ruhenden Systems synchron sind, also nicht mehr die gleiche Uhrzeit anzeigen wie eine Uhr des ruhenden Systems am selben Ort.

Weil die Definition von Gleichzeitigkeit nach Einsteins §1 an der Synchronisation hängt, findet man in den zueinander bewegten Inertialsystemen also nicht dieselbe Gleichzeitigkeit. Und das bedeutet: Gleichzeitigkeit ist relativ. q.e.d. 8-)
 
Zuletzt geändert von Frau Holle am Fr 11. Okt 2024, 21:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon bumbumpeng » Fr 11. Okt 2024, 21:17

Frau Holle hat geschrieben:Um die Synchronizität der Uhren A und B zu prüfen sind alle nötigen Voraussetzungen erfüllt:
1. Der Stab mit konstanter Länge AB und den Uhren A und B bildet ein Inertialsystem.
2. In diesem Inertialsystem lief ein Lichtpuls auf der konstanten Strecke AB hin und zurück. 
Wer soll aus dem, was du geschrieben hast, schlau werden ?

Frage: Was soll dieses Inertialsystem sein ? Was konkret bezeichnest du als Inertialsystem? Ich kenne kein Inertialsystem. Hat das der Eingesteinte erfunden?

FEHLER : Ein Lichtimpuls läuft im Medium und nicht zu diesem Stab auf der konstanten Strecke AB. Dieses Medium gehört zum ruhenden Bezug. Der Stab ist gegen den Bezug aber bewegt, wodurch es zu Laufzeitunterschieden kommt, einmal verlängern und andermal verkürzen.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Okt 2024, 21:27

bumbumpeng hat geschrieben:
Frage: Was soll dieses Inertialsystem sein ?

Ein Inertialsystem ist ein Bezugssystem, in dem die klassischen Gesetze der Mechanik gelten und in dem sich Licht, unabhängig von der Bewegung des Beobachters oder eines Objekts, immer mit derselben Geschwindigkeit bewegt.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon bumbumpeng » Fr 11. Okt 2024, 21:27

Frau Holle hat geschrieben:Der springende Punkt ist doch, dass alle zueinander ruhenden Uhren im ruhenden System synchron laufen: Man kann im ruhenden System jederzeit einen Lichtpuls vom Ort bei tA zum Ort bei tB und dieselbe Strecke (L1) zurück laufen lassen, und die Forderung tB-tA = t'A-tB wird erfüllt sein. Das gilt immer für zwei zueinander ruhende Uhren in diesem System und so kann man darin auch vernünftige Zeitmessungen machen.

Tatsache ist aber, dass der Puls beim bewegten Stab von A nach B länger unterwegs ist als von B nach A.

Bild

L1 ist die Laufzeit 1.
L2 ist die Laufzeit 2.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Okt 2024, 21:31

bumbumpeng hat geschrieben:Tatsache ist aber, dass der Puls beim bewegten Stab von A nach B länger unterwegs ist als von B nach A.


Logisch, die eine Strecke ist ja auch länger als die andere, auch klar zu sehen.
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Re: Angebliche Fehler in der SRT

Beitragvon Frau Holle » Fr 11. Okt 2024, 22:00

bumbumpeng hat geschrieben:Bild
L1 ist die Laufzeit 1.
L2 ist die Laufzeit 2.

Nein.
L1 ist der Laufweg von A nach B. Die Laufzeit ist L1/c.
L2 ist der Laufweg von B nach A. Die Laufzeit ist L2/c.
Der gesamte Laufweg ist L1+L2.
Die gesamte Laufzeit ist (L1+L2)/c
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