Kurt hat geschrieben:Nachdem du nun synchronisierte Uhren hast kannst du ja Signale hin und her schicken.
Beginnend bei Berlin.
In Berlin wird ein Signal losgeschickt, es läuft mit c (aus Sicht des ECI) in Richtung Madrid.
Madrid hat sich, während das Signal unterwegs ist, in Richtung Osten bewegt, es läuft als dem Signal entgegen.
Nun von Madrid aus:
In Madrid wird ein Signal losgeschickt, es läuft Richtung Berlin.
Berlin hat sich, während des Signallaufens, nach Osten bewegt, läuft also dem Signal davon.
Die Signallaufstrecken sind also Zeitlich unterschiedlich lang.
Das ergibt:
- in Richtung Madrid: c + v
- in Richtung Berlin: c - v
Dieses widerspricht aber was die unterschiedlichen Signallaufzeiten betrifft nicht den Aussagen von Albert Einstein. Denn dieser schrieb:
Nachdem du nun synchronisierte Uhren hast kannst du ja Signale hin und her schicken.
Beginnend bei Berlin.
In Berlin wird ein Signal losgeschickt, es läuft mit c (aus Sicht des ECI) in Richtung Madrid.
Madrid hat sich, während das Signal unterwegs ist, in Richtung Osten bewegt, es läuft als dem Signal entgegen.
Nun von Madrid aus:
In Madrid wird ein Signal losgeschickt, es läuft Richtung Berlin.
Berlin hat sich, während des Signallaufens, nach Osten bewegt, läuft also dem Signal davon.
Einstein hat geschrieben:Die bei der Operation b) zu findende Länge, welche wir
„die Länge des (bewegten) Stabes im ruhenden System“
nennen wollen, werden wir unter Zugrundelegung unserer
beiden Prinzipien bestimmen und finden, daß sie von l ver¬
schieden ist.
Die allgemein gebrauchte Kinematik nimmt stillschweigend
an, daß die durch die beiden erwähnten Operationen bestimmten
Längen einander genau gleich seien, oder mit anderen Worten,
daß ein bewegter starrer Körper in der Zeitepoche t in geo¬
metrischer Beziehung vollständig durch denselben Körper, wenn
er in bestimmter Lage ruht, ersetzbar sei.
Wir denken uns ferner an den beiden Stabenden (A und B)
Uhren angebracht, welche mit den Uhren des ruhenden Systems
synchron sind, d. h. deren Angaben jeweilen der „Zeit des
ruhenden Systems“ an den Orten, an welchen sie sich gerade
befinden, entsprechen; diese Uhren sind also „synchron im
ruhenden System“.
Wir denken uns ferner, daß sich bei jeder Uhr ein mit
ihr bewegter Beobachter befinde, und daß diese Beobachter
auf die beiden Uhren das im § 1 aufgestellte Kriterium für
den synchronen Gang zweier Uhren anwenden. Zur Zeit1)
tA gehe ein Lichtstrahl von A aus, werde zur Zeit tB in B
reflektiert und gelange zur Zeit t'A nach A zurück. Unter Be¬
rücksichtigung des Prinzipes von der Konstanz der Licht¬
geschwindigkeit finden wir:
und
wobei rAB die Länge des bewegten Stabes — im ruhenden System
gemessen — bedeutet. Mit dem bewegten Stabe bewegte Be¬
obachter würden also die beiden Uhren nicht synchron gebend
finden, während im ruhenden System befindliche Beobachter
die Uhren als synchron laufend erklären würden.
Wir sehen also, daß wir dem Begriffe der Gleichzeitigkeit
keine absolute Bedeutung beimessen dürfen, sondern daß zwei
Ereignisse, welche, von einem Koordinatensystem aus betrachtet,
gleichzeitig sind, von einem relativ zu diesem System bewegten
System aus betrachtet, nicht mehr als gleichzeitige Ereignisse
aufzufassen sind.
Dies hat also Einstein selber geschrieben. Das "ruhende" System wäre hier das ECI und der Stab die Erdoberfläche. Also etwas, was Einstein schon vor 120 Jahren vorhergesagt hat.
Gruß
Rudi Knoth
