Realität-mal-so-mal-so

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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Lagrange » Mi 25. Sep 2024, 08:59

Skeptiker hat geschrieben:
Lagrange hat geschrieben:Ohne Äther keine Lichtfortpflanzung.

Geht schon. Licht breitet sich ja aus ohne Äther.

Nö, siehe Einstein.

PS: Berechne Einfluß von Venus auf Periheldrehung des Merkur nach der ART.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Skeptiker » Mi 25. Sep 2024, 11:24

bumbumpeng hat geschrieben:Nochmal:
Licht ist im elektromagnetischen Spektrum aufgeführt.
Wieso elektromagnetisch?

Licht wird als elektromagnetisch bezeichnet, weil es Teil des **elektromagnetischen Spektrums** ist. Dieses Spektrum umfasst alle Arten von elektromagnetischen Wellen, die durch elektrische und magnetische Felder entstehen und sich im Raum ausbreiten.

Elektromagnetische Wellen bestehen aus oszillierenden elektrischen und magnetischen Feldern, die senkrecht zueinander und zur Ausbreitungsrichtung schwingen. Diese Felder interagieren miteinander und erzeugen so die Welle. Licht ist genau eine dieser Wellen und gehört zum sichtbaren Teil des Spektrums, also zu dem Bereich, den unser Auge wahrnehmen kann.

Die Wellenlängen im elektromagnetischen Spektrum reichen von sehr kurzen Wellen wie **Gammastrahlen** bis zu sehr langen Wellen wie **Radiowellen**. Das sichtbare Licht ist nur ein kleiner Bereich in diesem Spektrum, der etwa Wellenlängen von 400 bis 700 Nanometern umfasst.

Zusammengefasst: Licht ist elektromagnetisch, weil es eine Form von Strahlung ist, die durch elektrische und magnetische Felder erzeugt und übertragen wird.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Skeptiker » Mi 25. Sep 2024, 11:28

bumbumpeng hat geschrieben:M&M zeigte Null-Resultat, also keine Differenzbewegung zwischen der Erdoberfläche und dem el. und dem magn. Feld.

Die Idee, dass der Äther von der Erde mitgeführt wird und somit das Null-Resultat des Michelson-Morley-Experiments verursacht, wurde in der damaligen Physik tatsächlich diskutiert. Diese Theorie wird als **Äther-Mitführungshypothese** bezeichnet. Die Vorstellung war, dass die Erde den Äther mit sich zieht, ähnlich wie Luft von einem fahrenden Auto mitgezogen wird, wodurch man auf der Erdoberfläche keine Relativbewegung zum Äther bemerken würde. Es gab jedoch einige entscheidende Gründe, warum diese Hypothese verworfen wurde:

### 1. **Stellarische Aberration:**
Ein starkes Argument gegen die Äther-Mitführung war das Phänomen der **stellarischen Aberration**, das im Jahr 1725 von James Bradley entdeckt wurde. Dieses Phänomen beschreibt eine scheinbare Verschiebung der Position von Sternen, die aufgrund der Bewegung der Erde um die Sonne entsteht. Wenn der Äther vollständig von der Erde mitgeführt würde, sollte dieses Phänomen nicht auftreten, da es keine Relativbewegung zwischen Erde und Äther geben würde. Da die stellarische Aberration jedoch beobachtet wird, deutet das darauf hin, dass die Erde sich relativ zum Äther bewegt und diesen nicht vollständig mitführt.

### 2. **Fizeau-Experiment:**
Das **Fizeau-Experiment** (1851) untersuchte die Lichtgeschwindigkeit in bewegtem Wasser. Fizeau stellte fest, dass Licht in bewegtem Wasser teilweise mitgeführt wird, aber nicht vollständig. Dies widerspricht der Idee, dass ein Medium (wie der Äther) vollständig von einem Körper mitgeführt wird. Das Experiment zeigte, dass es eine Art "Teil-Mitführung" gibt, die jedoch quantitativ nicht zur Äther-Mitführungstheorie passte.

### 3. **Unvereinbarkeit mit der Elektrodynamik:**
Die Äther-Mitführungshypothese war auch nicht mit den Maxwell-Gleichungen der Elektrodynamik kompatibel. Diese Gleichungen beschreiben elektromagnetische Felder und Wellen, und sie sind so formuliert, dass sie im leeren Raum gelten, ohne die Notwendigkeit eines Mediums wie des Äthers. Die Gleichungen implizieren eine feste Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, unabhängig von der Bewegung der Quelle oder des Beobachters. Dies passt nicht zu der Idee eines mitgeführten Äthers.

### 4. **Relativitätstheorie:**
Schließlich lieferte die **spezielle Relativitätstheorie** von Albert Einstein (1905) eine elegante Erklärung für das Null-Resultat des Michelson-Morley-Experiments, ohne die Notwendigkeit eines Äthers. Einsteins Theorie besagt, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum immer konstant ist, unabhängig von der Bewegung der Quelle oder des Beobachters. In diesem Rahmen wurde die Existenz eines Äthers überflüssig, und das Null-Resultat des Experiments war eine direkte Folge dieser neuen Physik.

### Fazit:
Man kann ausschließen, dass der Äther von der Erde vollständig mitgeführt wird, weil dies die stellarische Aberration nicht erklären kann und im Widerspruch zu Experimenten wie dem Fizeau-Experiment steht. Die Theorie der Äther-Mitführung war auch nicht mit den Maxwell-Gleichungen und der späteren Relativitätstheorie vereinbar, die das Konzept eines Äthers überflüssig machten.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Skeptiker » Mi 25. Sep 2024, 11:32

Kurt hat geschrieben:Wo soll da ein Unterschied sein?
Es bedeutet, dass Schall im Metall für alle Beobachter, egal wie schnell sie sich relativ zueinander bewegen, immer mit der gleichen Geschwindigkeit von etwa 1500 Metern pro Sekunde reist.

Tatsächlich trifft das nicht zu. Die Schallgeschwindigkeit in einem Material wie Metall hängt von den physikalischen Eigenschaften des Mediums (z.B. Dichte, Elastizität) ab, und sie beträgt typischerweise etwa 5000 Meter pro Sekunde in den meisten Metallen, nicht 1500 m/s (was näher an der Schallgeschwindigkeit in Wasser liegt).

Wichtig ist jedoch, dass die Schallgeschwindigkeit in einem Medium wie Metall **nicht** für alle Beobachter gleich ist, wenn sie sich relativ zum Medium bewegen. Anders als bei Licht ist die Schallgeschwindigkeit abhängig von der Bewegung des Mediums und des Beobachters. Wenn sich ein Beobachter relativ zum Medium bewegt, nimmt er eine andere Schallgeschwindigkeit wahr, da Schall eine mechanische Welle ist, die durch ein Medium (in diesem Fall Metall) übertragen wird.

Dies unterscheidet sich grundlegend von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, die unabhängig von der Relativbewegung der Beobachter konstant bleibt, wie es die spezielle Relativitätstheorie beschreibt.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Lagrange » Mi 25. Sep 2024, 11:34

Fazit: Äther wird gravitativ mitgeführt. Kleiner Massen können den Äther nicht mitführen.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Lagrange » Mi 25. Sep 2024, 11:37

Skeptiker hat geschrieben:...
### 1. **Stellarische Aberration:**
Ein starkes Argument gegen die Äther-Mitführung war das Phänomen der **stellarischen Aberration**, das im Jahr 1725 von James Bradley entdeckt wurde. Dieses Phänomen beschreibt eine scheinbare Verschiebung der Position von Sternen, die aufgrund der Bewegung der Erde um die Sonne entsteht. Wenn der Äther vollständig von der Erde mitgeführt würde, sollte dieses Phänomen nicht auftreten, da es keine Relativbewegung zwischen Erde und Äther geben würde. Da die stellarische Aberration jedoch beobachtet wird, deutet das darauf hin, dass die Erde sich relativ zum Äther bewegt und diesen nicht vollständig mitführt.
...

Das ist ein Irrtum. Stellare Aberration gibt es deshalb weil das Licht Trägheit besitzt. Masseloses Medium kann das Licht nicht ablenken.

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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Skeptiker » Mi 25. Sep 2024, 12:14

Lagrange hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Stellare Aberration gibt es deshalb weil das Licht Trägheit besitzt. Masseloses Medium kann das Licht nicht ablenken.

Die **stellare Aberration** wurde tatsächlich 1725 von James Bradley entdeckt, und sie spielt eine zentrale Rolle in der Diskussion um den Äther, der als hypothetisches Medium für die Ausbreitung von Licht in früheren Theorien angenommen wurde. Allerdings sind einige der in der Frage genannten Behauptungen nicht ganz korrekt.

1. **Die stellare Aberration**:
Bradley entdeckte die stellare Aberration, als er versuchte, die Parallaxe von Sternen zu messen. Dieses Phänomen beschreibt die scheinbare Verschiebung der Position eines Sterns aufgrund der Bewegung der Erde um die Sonne. Es entsteht, weil sich das Licht des Sterns und die Erde in Bewegung befinden, was dazu führt, dass das Licht in Richtung der Erdbewegung "geneigt" erscheint, ähnlich wie Regen schräg auf ein sich bewegendes Auto trifft.

2. **Das Argument gegen den Äther**:
Die stellare Aberration stellte in der Tat ein Problem für die Äthertheorie dar. Wenn es ein Äther gäbe, durch den sich die Erde bewegt, sollte diese Bewegung eine beobachtbare Änderung der Lichtgeschwindigkeit bewirken. Doch das war nicht der Fall. In der Praxis ergab die Messung der Lichtgeschwindigkeit in verschiedenen Richtungen keine Unterschiede, wie es im Michelson-Morley-Experiment (1887) gezeigt wurde. Das war ein starkes Argument gegen die Idee eines stationären Äthers.

3. **Trägheit des Lichts**:
Die stellare Aberration ist kein direktes Argument dafür, dass das Licht "Trägheit" besitzt. Licht bewegt sich immer mit einer konstanten Geschwindigkeit im Vakuum (c), unabhängig vom Bezugssystem. Die Aberration resultiert aus der Kombination der konstanten Lichtgeschwindigkeit und der Bewegung des Beobachters (z.B. der Erde), nicht aus einer spezifischen "Trägheit" des Lichts selbst.

Kurz gesagt, die stellare Aberration ist ein Effekt, der mit der konstanten Lichtgeschwindigkeit und der Bewegung der Erde um die Sonne zusammenhängt und war eines der Phänomene, das der Äthertheorie widersprach, aber es beweist nicht direkt, dass Licht Trägheit besitzt.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Lagrange » Mi 25. Sep 2024, 12:18

Willst du sagen, dass es Photo-Effekt und Compton-Effekt nicht gibt?
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Lagrange » Mi 25. Sep 2024, 12:19

Bild

Betrügerische Animation aus Wikipedia.

Bild

Richtige Animation. Äther kann nicht das Licht ablenken da er keine Masse hat.
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Re: Realität-mal-so-mal-so

Beitragvon Skeptiker » Mi 25. Sep 2024, 12:34

Lagrange hat geschrieben:Willst du sagen, dass es Photo-Effekt und Compton-Effekt nicht gibt?

Nein, das möchte ich nicht sagen. Der **photoelektrische Effekt** und der **Compton-Effekt** sind gut dokumentierte Phänomene in der Physik, die wichtige Beweise für die quantenmechanische Natur des Lichts und die Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie liefern.

1. **Photoelektrischer Effekt**:
- Dieser Effekt beschreibt, wie Licht (insbesondere sichtbares Licht oder ultraviolettes Licht) Elektronen aus einem Material (typischerweise einem Metall) herausschlagen kann. Albert Einstein erklärte diesen Effekt 1905, indem er postulierte, dass Licht aus Quanten oder "Photonen" besteht, die eine bestimmte Energie haben. Wenn die Energie eines Photons hoch genug ist, kann es ein Elektron aus dem Material befreien. Dies zeigte, dass Licht nicht nur als Welle betrachtet werden kann, sondern auch Teilcheneigenschaften besitzt.

2. **Compton-Effekt**:
- Der Compton-Effekt beschreibt die Streuung von Röntgenstrahlen an Elektronen und die daraus resultierende Änderung der Wellenlänge des Lichtes. Arthur Compton stellte 1923 fest, dass die Wellenlänge der gestreuten Photonen größer ist als die ursprüngliche Wellenlänge, was durch den Impulsübertrag zwischen Photon und Elektron erklärt werden kann. Dieser Effekt unterstützt die Vorstellung, dass Licht sowohl Wellen- als auch Teilchencharakter hat.

Beide Effekte sind Schlüssel zur Entwicklung der Quantenmechanik und illustrieren, dass Licht nicht einfach als Welle oder als Teilchen betrachtet werden kann, sondern dass es eine duale Natur hat. Sie zeigen auch, dass Licht mit Materie auf eine Weise interagiert, die in der klassischen Physik nicht vollständig beschrieben werden kann.
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