Harald Maurer hat geschrieben:[color=#FF0000]Das Michelson Morley Experiment ist sowohl mit der SRT, als auch mit der LET und natürlich auch mit der Emissionstheorie erklärbar. Es beweist gar nichts.
Das **Michelson-Morley-Experiment** allein widerlegt den Äther nicht vollständig, aber es war der wichtigste erste Schritt, der Zweifel an seiner Existenz aufkommen ließ. Es zeigte, dass es keinen messbaren **Äther-Wind** gibt, was im Widerspruch zur klassischen Vorstellung eines stationären Äthers stand, der als Medium für die Ausbreitung von Lichtwellen dient.
Das Experiment allein hätte jedoch nur gezeigt, dass entweder die ursprüngliche Vorstellung vom Äther falsch ist oder dass es eine andere Erklärung geben muss. Tatsächlich gab es nach dem Michelson-Morley-Experiment verschiedene Versuche, den Äther zu retten, indem modifizierte Versionen der Äthertheorie vorgeschlagen wurden. Zum Beispiel:
1. **Lorentz-Kontraktion (1892)**: Hendrik Lorentz und George FitzGerald schlugen die Idee vor, dass sich Objekte, die sich durch den Äther bewegen, verkürzen könnten (sogenannte Lorentz-Kontraktion). Diese Theorie sollte erklären, warum das Michelson-Morley-Experiment keinen Äther-Wind zeigte – weil die Längen der Interferometer-Arme in Bewegungsrichtung verkürzt würden.
2. **Teilweiser Mitführung des Äthers**: Die Idee, dass der Äther teilweise oder vollständig mitgeführt wird, wie im Abschnitt über den mitgeführten Äther beschrieben, war ebenfalls ein Versuch, die Ergebnisse des Experiments zu erklären.
### Warum das Michelson-Morley-Experiment nicht alleine den Äther widerlegt:
- **Interpretation**: Das Experiment zeigte nur, dass die Erde sich relativ zu einem stationären Äther nicht bewegt, oder dass die Lichtgeschwindigkeit unabhängig von der Bewegung des Beobachters konstant ist. Es widerlegte die Vorstellung eines stationären Äthers, ließ jedoch Raum für alternative Erklärungen.
- **Andere Äthertheorien**: Nach dem Michelson-Morley-Experiment wurde an verschiedenen Modifikationen der Äthertheorie gearbeitet, wie die oben erwähnte Lorentz-Kontraktion und andere Ideen, die den Äther nicht sofort ausschlossen.
### Der endgültige Schritt: Spezielle Relativitätstheorie
Erst mit der Veröffentlichung von Einsteins **spezielle Relativitätstheorie** im Jahr 1905 wurde die Notwendigkeit eines Äthers vollständig überflüssig. Einsteins Theorie postulierte, dass die Lichtgeschwindigkeit unabhängig von der Bewegung des Beobachters oder der Quelle konstant ist. Diese Annahme war so erfolgreich und führte zu so vielen experimentellen Bestätigungen, dass die Idee eines Äthers aufgegeben wurde.
Zusätzlich zu Michelson-Morley haben folgende Experimente und Beobachtungen den Äther weiter widerlegt:
1. **Fizeau-Experiment (1851)**: Zeigte, dass Licht in einem bewegten Medium (Wasser) teilweise mitgeführt wird, was durch die klassische Äthertheorie nicht erklärt werden konnte.
2. **Kennedy-Thorndike-Experiment (1932)**: Modifikation des Michelson-Morley-Experiments, um zu prüfen, ob die Lichtgeschwindigkeit von der Geschwindigkeit des Messsystems abhängt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant bleibt, was die spezielle Relativitätstheorie weiter stützte.
3. **Hafele-Keating-Experiment (1971)**: Flugzeuguhren, die relativ zur Erdrotation in verschiedene Richtungen flogen, zeigten Unterschiede in der Zeitdilatation, wie von der Relativitätstheorie vorhergesagt.
### Fazit:
Das Michelson-Morley-Experiment alleine widerlegte den Äther nicht vollständig, es zeigte jedoch schwerwiegende Widersprüche zur stationären Äthertheorie auf. Es bereitete den Weg für Einsteins spezielle Relativitätstheorie, die letztlich den Äther überflüssig machte und alle experimentellen Ergebnisse schlüssig erklären konnte.