Rudi Knoth hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:Rudi Knoth hat geschrieben:Wie ist dies denn mit dem Experiment von Ives und Stilwell oder dessen neuere Variante von Botermann? Mit
diesem Link kann man sich die Dissertation von Botermann herunterladen. Und mit
diesem Link kann man sich den Artikel (Paper) seiner Forschung ansehen.
Gruß
Rudi Knotih
Danke für den Link. Das schau ich mir gerne an. Ives war ja ein entschiedener Gegner der Einsteinschen RT und vertrat die Lorentz-Variante. Deshalb ist sein Experiment besonders interessant. Hat aber schon von Konzept und Aufbau her rein gar nichts mit der SRT zu tun und geht vom transversalen Dopplereffekt aus, der keinesfalls ein relativistisches Phänomen darstellt, sondern auch in der Akustik existiert. Ich werde mir die Arbeit von Botermann zu Gemüte führen und melde mich dann wieder...
Grüße H.M.
Was gemessen wird, ist genau genommen der longitudinale Dopplereffekt, der aber in der SRT symmetrisch ist. Nach der LET wird das aber so interpretiert, daß die "bewegte Uhr" also das Ion "langsamer taktet".
Abgesehen davon, dass ich in all diesen Experimenten mit Teilchen (Ionen etc.) in Synchrotronen nur beschleunigte Bezugssysteme finde, ist die Annahme, ein relativer Messeffekt der SRT würde sich materialisieren (ontologisieren) d.h. inertial bewegte Uhren würden ihren Gang konkret verändern, schlicht und einfach Unsinn. Das Relativitätsprinzip schließt dergleichen auch aus, denn physikalische Phänomene dürfen nicht von Bezugssystemen abhängig sein. Ganz krass ist der Fehler bei Hafele & Keating, die neben den Uhren sitzend sie langsamer (oder schneller) gehend konstatiert haben. Ich habe hinsichtlich des transversalen angeblich relativistischen Dopplereffekts mal aus Wkipedia folgenden interessanten Text heraus kopiert (alte Rechtschreibung beibehalten):
Transversaler Doppler-Effekt und ZeitdilatationWird eine Lichtquelle von einer mobilen Plattform aus seitlich beobachtet, dann ändert sich nicht nur der Abstand zu ihr ständig, sondern auch der Einfallswinkel

der eintreffenden Wellenfronten. Wegen der Einwirkung der Geschwindigkeitsaberration stimmen die beobachtete scheinbare Richtung der Lichtquelle und ihre tatsächliche geometrische Richtung nicht miteinander überein, sondern weichen um den Aberrationswinkel voneinander ab. Entsprechendes gilt für die Verhältnisse in der Akustik. Für den Fall seitlicher Beobachtung unter dem Einfallswinkel (Beobachtungswinkel)

sagt die Relativitätstheorie in Übereinstimmung mit der klassischen Theorie eine Frequenzverringerung (Rotverschiebung zweiter Ordnung) voraus. Die Formel hierfür lautet

wobei
c die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit bedeutet. Dieses ist der eigentliche transversale Doppler-Effekt, der mit einer Rotverschiebung zweiter Ordnung einhergeht.
Beträgt dagegen der Emissionswinkel des Lichtstrahls neunzig Grad, dann ergibt die Anwendung der Lorentz-Transformation rein rechnerisch

Hierbei handelt es sich um eine Blauverschiebung zweiter Ordnung. In dieser, von der gängigen Lehrmeinung abweichenden Form war der transversale Doppler-Effekt ursprünglich von Wolfgang Pauli angegeben worden.
Der Emissionswinkel beträgt genau dann 90 °, wenn der geometrische Abstand zwischen der als punktförmig vorausgesetzten Lichtquelle und der (geraden) Bewegungslinie des Beobachters am geringsten ist. Den geringsten geometrischen Abstand erhält man durch Fällen des Lots von der Punktquelle auf die Bewegungslinie. In dem Augenblick, in dem der radiale Abstand von der Punktquelle das Minimum durchläuft, geht die Relativgeschwindigkeit entsprechend durch Null und verschwindet folglich auch die Lorentz-Kontraktion. Da als relativistische Ursache des beobachteten Doppler-Effekts deshalb allein die Zeitdilatation übrig bleibt (weil die Lorentz-Kontraktion gleichzeitig verschwindet), müßte folglich diese Blauverschiebung zweiter Ordnung, also 'Paulis transversaler Doppler-Effekt', als "reiner Effekt der Zeitdilatation" gelten. In den meisten Lehrbüchern wird dagegen indirekt oder direkt behauptet, diese Situation des "reinen Effekts der Zeitdilatation" liege vor, wenn der Einfallswinkel der beobachteten Lichtwelle 90° beträgt, also wenn der transversale Doppler-Effekt auftritt, der mit einer Rotverschiebung zweiter Ordnung verbunden ist. Es handelt sich hierbei um eine Inkonsistenz der Speziellen Relativitätstheorie, denn unter der geometrischen Bedingung, unter der der transversale Doppler-Effekt gemessen wird, ist die Lorentz-Kontraktion leicht von Null verschieden, so daß hier auf keinen Fall von einem "reinen Effekt der Zeitdilatation" gesprochen werden dürfte.
Zwar wird in nahezu allen Lehrbüchern zur Speziellen Relativitätstheorie behauptet, der transversale Doppler-Effekt existiere in der klassischen Physik nicht, doch handelt es sich hierbei um einen leicht widerlegbaren Irrtum. Der in modernen Lehrbüchern erstaunlich weit verbreitete Irrtum rührte ursprünglich daher, daß Albert Einstein im Jahre 1907 indirekt vorgeschlagen hatte, den seit 1842 durch eine Veröffentlichung Christian Dopplers bekannten transversalen Doppler-Effekt als allein von der Zeitdilatation herrührend umzudeuten. Einsteins Idee der Neuinterpretation war von Anold Sommerfeld und anderen voreilig als Vorschlag eines experimentum crucis mißverstanden worden. Im Fall einer akustischen Punktquelle beispielsweise könnte der transversale Doppler-Effekt leicht mit Hilfe eines Richtmikrophons nachgewiesen werden. Die entsprechenden vorrelativistischen Verhältnisse sind von Krause diskutiert worden.
ZitatendeAus dieser Warte aus betrachtet zeigen sich zwei Dinge: Erstens die Hinterfragbarkeit derartiger Ives Stilwell Versuche und ähnlicher, die unter hohen Beschleunigungen zustande kommen und zweitens, wie die Relativisten mit religiösem Eifer alles zensurieren, was den RT widersprechen könnte. Denn diesen zitierten Abschnitt habe ich in Wikipedia nicht mehr gefunden. Vielleicht finde ich diese alte Version noch.
Grüße
Harald Maurer