Frau Holle hat geschrieben:Daniel K. hat geschrieben:
Er [Peter Kroll] zeigt in seiner Grafik ein "Minkowski-Diagramm", so sagt er, aus dem Ruhesystem von Erde und Alpha-Centauri.
Es
ist ein Minkowski-Diagramm. So heißen die Raum-Zeit-Diagramme mit bestimmter Skalierung entsprechend der Raumzeit nach Hermann Minkowski.
Ich habe es nicht bestritten, nur ist es recht mager, die Achsen für S' sind nicht gezeigt, im Grunde zeigt er nur ein normales Diagramm mit ct und x an Achsen. Darin eben das Raumschiff mit den Anzeigen der Uhr an bestimmten Orten. Ein Minkowski-Diagramm sollte schon die Achsen ct' und x' eingezeichnet haben.
Frau Holle hat geschrieben:Daniel K. hat geschrieben:
Er spricht ja auch explizit aus der Sicht des Systems des Raumschiffes, da vergeht die Zeit natürlich wie in jedem Ruhesystem ganz normal und nicht langsamer.
Ja, das ist banal. Sein Zielpublikum sind Studenten, die sowas bereits wissen aus vorherigen Lektionen. Du kannst ihm nicht zum Vorwurf machen, dass er nicht jedes mal bei Adam und Eva anfängt.
Egal wer zuhört, es ist auch im Netz und Du bist sicher kein Student, das Zielpublikum sind Menschen die dem Kanal "Urknall, Weltall und das Leben" folgen, ohne Fragen auch Laien. Und egal wie gesagt, wer zuhört, eine falsche Aussage ist eine falsche Aussage, man kann es mit wenigen Worten mehr auch richtig erklären.
Frau Holle hat geschrieben:Daniel K. hat geschrieben:
Was Peter wohl meint, aber leider nicht deutlich sagte ist, dass im Ruhesystem S der Erde die dort bewegten Uhren des Raumschiffes für die auf der Erde ruhenden Beobachter langsamer gehen.
Ja klar. Das wurde in einem vorherigen Vortrag erklärt, auf den er auch verweist. Bevor man überhaupt mit dem ZP anfängt, sollte man das mal grundsätzlich verstanden haben. Es ist ja wohl Voraussetzung.
Egal was er mal wo erklärt hat, hier sagt er es falsch und ja es ist sicher gut, wenn man die Grundlagen richtig verstanden hat, aber Du zum Beispiel hast das nicht und so scheiterst Du auch an diesem Video, eventuell hätte es Dir geholfen, wenn er es hier richtig erklärt hätte und nicht falsch formuliert.
Frau Holle hat geschrieben:Wenn man jeden Satz so ausformulieren müsste, dass er hieb und stichfest und wasserdicht wissenschaftlich formal korrekt ist, dann würde so ein Vortrag in eine Art Juristendeutsch oder Mathematiker-Sprech ausarten. Das braucht kein Mensch, wenn man ein bisschen mitdenken kann und etwas Vorwissen mitbringt. Der Vortrag ist kein "SRT-Für-Dummies" von Anfang an.
Unfug, man kann die Dinge richtig erklären und das auch einfach, er erklärt es zu einfach und leider falsch, seine Aussagen sind falsch, ist so.
Frau Holle hat geschrieben:Daniel K. hat geschrieben:
Was Peter hier erzählt ist so einfach nur falsch, die Uhren aus dem System S von Erde bis Centauri sind im Ruhesystem S' vom Raumschiff alle bewegt und gehen somit langsamer und nicht schneller.
Das ist nur falsch verstanden. Kroll sagt genau nicht, dass als bewegt betrachtete Uhren schneller gehen. Er betont extra, dass er nicht von einzelnen, im eigenen Ruhesystem bewegten Uhren spricht, die natürlich immer dilatiert sind gemäß SRT, wenn man mehrfach dieselbe Uhr abliest. Er spricht explizit von immer einer anderen Uhr.
Ich habe seine Aussagen ja extra zitiert:Zwillingsparadoxon » Peter Kroll » 12:56 hat geschrieben:Und Zwilling B, der hier unterwegs ist, fliegt also hier entlang und er wird feststellen - das ist jetzt ein anderer Uhrenvergleich als wir gemacht haben, bei der Zeitdilatation - er kann ja sozusagen immer kucken, ach wie spät ist es denn jetzt gerade hier, bei diesen Uhren an denen er vorbeifliegt.
Und dann wird er feststellen, das diese Uhren schneller gehen, des anderen Systems. Nicht langsamer, sondern schneller. ...
Auch das ist so einfach falsch, Zwilling B wird seine Bordzeit, eben seine Eigenzeit im System mit der Koordinatenzeit aus dem Ruhesystem S der Erde vergleichen und er wird feststellen, dass die Uhren an denen er vorbeifliegt zunehmend mehr auf der Anzeige haben, als seine Borduhr. Das bedeutet aber eben nicht, dass die Uhren im anderen Systems schneller gehen, als im eigenen System. Was Peter hier erzählt ist so einfach nur falsch, die Uhren aus dem System S von Erde bis Centauri sind im Ruhesystem S' vom Raumschiff alle bewegt und gehen somit langsamer und nicht schneller. Und sie gehen alle asynchron, jede Uhr auf dem Weg hat zur Uhr davor einen Vorlauf von 1,07 Jahren. Im ersten Jahr seiner Reise bewegt sich das das Raumschiff in S genau 1,33 Lj und es vergehen 1,67 Jahre, im Ruhsystem S' des Raumschiffes kommt Centauri 0,8 Lj näher und auf der Uhr auf der Erde wie auch auf der Uhr auf Centauri und jeder Uhr auf seinem Weg sind nur 1 γ⁻¹ Lj = 0,6 Lj vergangen. Die Uhr zeigt für ihn auf der Erde nun 0,6 Jahre nach Abreise an, die Uhr auf die er nach einem Jahr Reise trifft zeigt aber 1,67 Jahre an, und das weil sie gegenüber der Uhr auf der Erde genau 1,07 Jahr vorgeht.
Frau Holle hat geschrieben:Und dann sind eben die Ergebnisse auch anders:Daniel K. hat geschrieben:
0. U'₀ ➞ 0 Jahre ⇒ U₀ = 0,00 J | U₁ = 1,07 J | U₂ = 2,13 J | U₃ = 3,20 J
1. U'₀ ➞ 1 Jahre ⇒ U₀ = 0,60 J | U₁ = 1,67 J | U₂ = 2,73 J | U₃ = 3,80 J
2. U'₀ ➞ 2 Jahre ⇒ U₀ = 1,20 J | U₁ = 2,27 J | U₂ = 3,33 J | U₃ = 4,40 J
3. U'₀ ➞ 3 Jahre ⇒ U₀ = 1,80 J | U₁ = 2,87 J | U₂ = 3,93 J | U₃ = 5,00 J
Hier kann man nun genau aus dem Ruhesystem des Raumschiffes sehen, wie die unterschiedlichen Uhren auf dem Weg abgelesen werden, jede geht als bewegte Uhr dilatiert für den Raumfahrer.
Ja, diese Dilatation ist banal und bekannt.
Dir offenkundig nicht, wenn man viele Deiner Aussagen liest, willst Du eine kurze Liste, oder die volle Dröhnung?
Frau Holle hat geschrieben:
Kroll will ja gerade auf den anderen Aspekt hinaus: Dass es eben anders ist, wenn man nicht immer dieselbe Uhr betrachtet. Wenn bei die U₃ = 5 J ein Telefon wäre, mit dem der Reisende seinen Bruder auf der Erde instantan sprechen könnte, dann würde der ihm sagen "ich bin seit deiner Abreise 5 Jahre älter geworden". Und das ist eben etwas ganz anderes als er mit U₀ = 1,8 J auf der weit entfernten Erde "sieht". Er "sieht" damit lediglich einen auf der Erde vergangenen Zeitpunkt.
Das ist eben Dein Irrtum, Du suchst Dir fiktiv einen Beobachter und setzt den an einen Ort zu einer Zeit, an einem Punkt im System und diesen Punkt zeichnest Du aus, erklärt, ja das ist die Gegenwart, das "Hier" und "Jetzt", das bei der Erde ist nicht hier und jetzt. Das ist Dein Problem, jeder Punkt ist ein Ereignis und für sich eben hier und jetzt, kein Punkt weiß was von Deinem imaginären Beobachter. Ich kann einen bei der Erde haben, der zum Raumschiff ruht, der ist dort, hier und jetzt, für den kommt genau jetzt das Raumschiff bei Centauri an, und seine Uhr zeigt wie die Uhr im Raumschiff eben 3 Jahre an und die auf der Erde, bei der er ist, nur 1,8 Jahre.
Dein fiktiver Beobachter ist für Dich hinderlich und nicht hilfreich.
Frau Holle hat geschrieben:
Mit U₃ = 5 J ist er aber sowohl in der eigenen als auch in der Gegenwart des Bruders.
Falsch, er ist in seiner Gegenwart und seinem jetzt und seiner Gleichzeitigkeit und in der ist sein Bruder nur 1,8 Jahre älter geworden. Warum sollte das System der Erde bevorzugt werden? Genau das machst Du immer und immer wieder. Sein Bruder hat ein anderes hier und auch jetzt und eine andere Gleichzeitigkeit, bei 1,8 Jahren ist die Rakete eben noch nicht angekommen und nach 5 Jahren ist sie es, aber das ist nicht gleichzeitig für den Bruder bei Centauri.
Frau Holle hat geschrieben:
Es ist genau die Invarianz. Die Werte U'₀ = 3 Jahre = U₃ = 5 J sind in allen Systemen so, auch im Ruhesystem des Bruders auf der Erde. Das gilt nicht für U₀...U₂: Der Bruder am U₃-Telefon würde sagen "Unsinn, die zeigen jetzt alle 5 Jahre." Aber das wirst du wohl nie verstehen^^.
Du bist es der nicht versteht, kein Punkt ist ausgezeichnet, hat gegenüber einen der nur "nicht invariante" Koordinatenwerte hat. Der in der Rakete kann auch sagen, alle meine Uhren auf dem Weg zeigen 4 Jahre an, da würde der auf der Erde dann widersprechen. Es ist wie es ist, Du scheitest nicht nur an der Geschwindigkeit, sondern auch an dem was ein Punkt genau ist.
Das ist der Weg ...