Kurt hat geschrieben:Daniel K. hat geschrieben:weder Du noch Holle können zwei zueinander bewegte Systeme unterscheiden und eines als das Ruhesystem und das andere als das bewegte System ausmachen.
Interessiert hier nicht.
Interessiert schon. So kann man z.B. deine Aussage widerlegen, dass im Zug die Uhren immer absolut langsamer gehen müssten als am Bahnhof.
Angenommen du sitzt in einer Kiste mit einer Stoppuhr und einem Fenster, das nur zweimal kurz auf geht, sagen wir im Abstand von 1 Minute und sich dann gleich wieder schließt. Hinter dem Fenster befindet sich auch eine Uhr. Du weißt aber nicht, ob es zweimal dieselbe Uhr ist oder vielleicht zwei verschiedene Uhren hinter dem Fenster. Du weißt nur, dass sie zueinander einen konstanten Abstand haben, falls es verschiedene sind.
Ein Mechanismus sorgt dafür, dass beim ersten Öffnen des Fensters deine Stoppuhr startet und gleichzeitig ein Foto von der Uhr hinter dem Fenster gemacht wird. Beim zweiten Öffnen wird deine Uhr gestoppt und wieder ein Foto von der Uhr hinter dem Fenster gemacht.
Jetzt ist die Sache einfach:
– Wenn die Zeitspanne auf deiner Stoppuhr die gleiche ist wie zwischen den beiden Fotos, dann war zweimal dieselbe Uhr hinter dem Fenster. Die hat sich nicht bewegt und die Uhren liefen synchron, also deine und die andere.
– Wenn die Zeitspanne auf deiner Stoppuhr
kleiner ist wie zwischen den beiden Fotos, dann waren zwei verschiedene Uhren hinter dem Fenster. Die erste hat sich vom Fenster weg bewegt und die zweite zum Fenster hin. Die Uhren liefen wegen der Bewegung asynchron, also deine und die jeweils andere.
Weil deine Zeitspanne aber kleiner ist, musst du zur Kenntnis nehmen, dass die zu dir bewegten Uhren nicht zwingend langsamer gelaufen sind als deine zu dir ruhende. Für jede einzelne bewegte Uhr ist es zwar so, aber wenn du verschiedene abliest, die zueinander ruhen, dann ergibt sich trotzdem eine größere Zeitspanne zwischen zwei Ablesungen.
Jedenfalls kannst du dir die Kiste mit dem Fenster als Bahnhof vorstellen und die beiden Uhren hinter dem Fenster als die erste in der Lok und die zweite im hintersten Wagen. Deine Stoppuhr im Bahnhof zeigt dann weniger Zeit an für die Durchfahrt als die Uhren im Zug, und das gleiche wissen dann auch die Leute im Zug, wenn sie jeweils ein Foto von deiner Stoppuhr gemacht haben.
Daniel K.s Problem ist halt, dass er das a) nicht als Dilatation der eigenen Stoppuhr auffassen will und b) wohl nicht mal anerkennt, dass es sich wie beschrieben verhält mit den verschiedenen Zeitspannen.