Frau Holle hat geschrieben:
Man kann man es zwar auch so sehen, dass V ruht und sich E von V weg und M auf V zu bewegt, aber das ändert nichts: V durchläuft die ganze Ruhelänge EM bzw. sie zieht an V vorbei. Am Ende bei der Begegnung M/V ergeben sich jedenfalls die genannten Eigenzeiten. Wie beim Start mit t = 0 s und t' = 0 s für beide gilt am Ende t = 27 s und t' = 20 s für beide. Es sind am Start- und Zielpunkt eindeutige, eben invariante Werte, für alle Beobachter gleich.
Deshalb sage ich, dass durch die Auswahl von drei Punkten, von denen zwei zueinander ruhen, bereits ein Ruhesystem für die Bestimmung der Eigenzeiten festgelegt oder bevorzugt ist. Es geht dabei immer um die Eigenzeiten zwischen zwei Begegnungen der drei Punkte. Dieses Ruhesystem ist generell immer das, worin zwei der Punkte zueinander ruhen, während der dritte Punkt im anderen System ruht und weniger Eigenzeit zählt, weil er zwischen den beiden Punkten als bewegt anzusehen ist.
Du schreibst hier selber, das System S wäre ein bevorzugtes System, allein das steht im Widerspruch zum Relativitätsprinzip. Und dann schreibst Du weiter, das Ruhesystem ist immer generell das, wo zwei der Punkte zueinander ruhen. Dazu sei mal gesagt, in jedem Ruhesystem ruhen alle Punkte und nicht nur zwei. Generell gibt es keine bewegten Punkte in einem System, denn dann müssten sich ja die Koordinatenwerte von einem Punkt ändern, geht nicht.
Jetzt wirst Du behaupten, doch V ist ja in S bewegt, wäre doch ein in S' ruhender Punkt der in S bewegt ist. Nein, freue Dich das Du es noch nicht geschrieben hast, denn es wäre falsch. Überlege mal, ein Punkt ist ein Ereignis in der Raumzeit, kann sich ein Ereignis selber bewegen? Eben, das klingt wo seltsam. Wie ist es aber nun mit V? Ganz einfach, da bewegt sich kein Punkt, wir haben einfach viele Punkte, viele Ereignisse, V ist in S über die Zeit bewegt, in S gibt es so nun zu jedem Zeitpunkt einen anderen Ortspunkt, oder eine andere Ortskoordinate, eine Menge an Punkten, an Ereignissen. Und das ist mit E und M nicht anders, nur ändert sich hier der Ortspunkt in S über die Zeit nicht.
Was nicht geht, geht eben nicht, physikalisch Unmögliches:
Frau Holle » Mi 31. Mai 2023, 23:01 hat geschrieben:
Ich will nur zeigen, dass man im selben System (zum Beispiel einem langen Zug) sowohl eine eigene Uhr (zu der man ruht) als auch eine fremde Uhr (zu der man nicht ruht) dilatiert sehen kann.
So, diese Aussage von Dir ist sehr bezeichnend, nehmen wir mal das System S und darin die Uhr E, zu der ruht man ja in S. Nun willst Du zeigen, dass man eine Uhr zu der man nicht ruht, dilatiert "sehen" kann, gut nehmen wir mal V. Nun willst Du zusätzlich aber auch noch die eigene Uhr dilatiert "sehen", sie muss dann also langsamer laufen als welche Uhr? Halten wir mal fest, die Uhren E und M ruhen in S und die gehen immer gleichschnell und messen dort die Eigenzeit in SI-Sekunden. Weder E noch M können nun also langsamer als sie selber gehen. Somit brauchst Du eine Uhr, die bewegt ist und die schneller als E und M läuft, damit E und M gegenüber dieser dann langsamer laufen, eben "dilatiert". Damit Du die Uhr zu der Du ruhst im System dilatiert "sehen" kannst. Da bleibt Dir nur noch die Uhr H, denn E und M ändern ihren Gang nicht, V geht schon langsamer als E und M, müsste als nun H schneller als E und M gehen und viel schneller als V.
Du willst also in einem System eine bewegte Uhr V die dilatiert, was ja geht, und dann noch eine andere bewegte Uhr, die bewegt aber schneller als die im System ruhende Uhr geht. Kannst Du eventuell erkennen, dass das Unfug ist?
Du glaubst Du legst durch die Synchronisation von zwei Uhren fest, welches System von zwei zueinander bewegten Systemen das Ruhesystem ist und dann ist das andere eben das bewegte System:
Frau Holle » Sa 14. Jan 2023, 18:33 hat geschrieben:Kurt hat geschrieben:
Wenn ich dich richtig verstehen hast du im Prinzip das Gleiche angesetzt wie ich auch. Du hast ein System "Erde/Mond", ich ein "Bahnhof_A/Bahnhof_B". Die Uhren darin sind synchronisiert. Dazwischen fährt eine Rakete, bzw. ein Zug. Die Uhr des hier Bewegten taktet langsamer als die zum BS ruhenden Uhren.
Ja genau. So sieht's aus. Soweit hast du schon recht, was ich hier schon die längste Zeit dem Daniel K. erkläre und was er partout nicht nachvollziehen will. Der wichtige Unterschied zu deiner Behauptung im PDF ist aber, dass mein System "Erde/Mond" und dein "Bahnhof_A/Bahnhof_B" ganz willkürlich als Ruhesystem definiert sind. Für reale Züge, Flugzeuge, Raumschiffe usw. bietet sich an, dass man es so macht, natürlich auch für's Hafele-Keating-Experiment. Man nimmt einfach synchrone Erduhren als Referenz und vergleicht dann mit einer ganz bestimmten, zur Oberfläche bewegten Uhr. Aber du behauptest ja, dass das quasi vom Universum oder von der Natur oder von der Masse der Erde absolut so vorgegeben ist. Und das ist falsch. Man kann nämlich auch eine andere Synchronisation vornehmen, wobei dann mit einer einer ganz bestimmten Uhr im System "Erde/Mond" bzw. "Bahnhof_A/Bahnhof_B" verglichen wird. Und dann ist tatsächlich diese Erduhr die bewegte und taktet langsamer. Die Natur oder das Universum oder die Masse der Erde entscheidet da gar nichts. Das muss man schon selber machen und bekommt dann je nach Sichtweise auch ganz real ein anderes, symmetrisches Messergebnis. ...
Du glaubst, man synchronisiert die Uhren entweder in S oder in S', sind sie in S synchronisiert, sind sie asynchron in S' und umgekehrt. Nein, es gibt keine andere Synchronisation, die Uhren können mit einem Ereignis in beiden Systemen synchronisiert werden, dann zeigen alle in S ruhenden Uhren eben gleichzeitig gleiche Zeitwerte und ebenso auch alle in S' ruhenden Uhren. Nur die jeweils im eigenen System bewegten Uhren gehen asynchron.
Du glaubst aber, es gibt zu Beginn der Betrachtung eine finale Entscheidung welches System nun das Ruhesystem sein soll und welches das bewegte System, wenn die Wahl auf das System S Erde/Mond gefallen ist, dann ist das eben das Ruhesystem und das andere das bewegte System.
Und dann existiert ein Ruhesystem S' für die Rakete "praktisch" nicht:
Frau Holle » Fr 13. Jan 2023, 11:42 hat geschrieben:
Versteh' doch, die RdG spielt nur dann eine Rolle, wenn man verschiedene Orte mit ihren Uhren in S und S' betrachtet. Das passiert hier aber nicht. Man betrachtet pro Ereignis E₁ und E₂ immer nur genau einen Ort mit seinen Uhren und liest genau diese gleichzeitig ab. Da gibt es nichts rumzuschwurbeln mit der RdG oder einem Vorlauf oder was immer. Ein Ruhesystem S' (Rakete) existiert hier praktisch nicht. Es existiert nur eine einzige S'-Uhr, die sich in S bewegt von einer S-Uhr (Erde) zur anderen (Mond).
So bist Du davon überzeugt, dass man dann im "gegebenen" Ruhesystem die eigene Uhr langsamer laufen sieht, als die im Ruhesystem bewegten Uhren.
Die bewegten Uhren gehen für Dich schneller, weil Du meinst Deine eigene Uhr würde ja dilatiert gehen. :
Frau Holle » Mi 10. Mai 2023, 20:19 hat geschrieben:
... Und jetzt wunderst du dich ernsthaft, dass ich ermitteln kann, wer sich bewegt hat? Das wurde doch vorausgesetzt. Das ganze Experiment ist von vornherein so angelegt.
Wenn ich diese Voraussetzung nicht kennen würde und in der Rakete säße, wüsste ich es spätestens bei der Ankunft am Mond. Warum? Weil ich weniger Reisezeit auf der Borduhr sehe als auf der Monduhr. Zitat Josef Gassner (hatte ich verlinkt): "Bewegte Uhren gehen langsamer." Langsamer relativ zum Ruhesystem bedeutet das. Es sind ja immer zwei Inertialsysteme mit konstanter Relativgeschwindigkeit, von denen man eins als Ruhesystem und das andere als bewegtes System ansehen kann.
Der Umkehrschluss gilt ebenfalls, langsamere Uhren sind bewegt. Bewegt relativ zum Ruhesystem bedeutet das. Wenn ich in meinem System (dem Ruhesystem der Rakete) also ganz real weniger Zeit für die Reise ablese als im anderen System (dem Ruhesystem von Erde und Mond), dann hat sich folglich die Rakete relativ zum anderen System bewegt, ganz zweifellos.
Das ist natürlich so einfach nicht richtig und steht im Widerspruch zum Relativitätsprinzip.
Dann mal was zu Deiner Vorstellung, der in der Rakete wäre der wirklich bewegte und seine Uhr in seinem System würde langsamer laufen und die Uhren am Start- und Zielort würden schneller laufen:
Joachims Quantenwelt » Zwillingsparadoxon Vorgeschichte » Ermittlung der Eigenzeit hat geschrieben:
Wenn uns also die Relativitätstheorie sagt, dass die Zeit für einen bewegten Beobachter langsamer vergeht als für einen ruhenden, dann ist das durchaus relativ zu verstehen. Trennt sich also ein Zwillingspaar, Anette und Bertram, und einer (Bertram) bleibt auf der Erde während die andere (Anette) eine Rakete besteigt und beinahe mit Lichtgeschwindigkeit wegfliegt, so vergeht tatsächlich in Bertrams Augen Anettes Zeit langsamer während in Anettes Augen Bertrams Zeit langsamer geht. Beide Zwillinge bleiben also aus der Sicht des jeweils anderen Zwillings jünger. Das ist nicht Paradox es bedeutet lediglich, dass die beiden jeweils eine andere Sicht auf Gleichzeitigkeit haben. Bertram nimmt Ereignisse aus seinem Leben mit Ereignissen aus Anettes Leben gleichzeitg wahr, an denen sie jünger ist als er. Anette nimmt dagegen Ereignisse eines jüngeren Bertrams mit ihren Ereignissen gleichzeitg wahr. Diese Relativität ist deshalb nicht paradox, weil Anette und Bertram nicht die selben Ereignisse durchleben. Sie sind stets an unterschiedlichen Orten und erleben unterschiedliche Ereignisse.
Habe da noch mehr Links und Quellen, es ist wie ich es Dir die ganze Zeit erkläre, auch für den in der Rakete gehen natürlich die zu ihm bewegten Uhren langsamer und nicht etwa schneller, wie Du immer und immer wieder fälschlich behauptet hast, habe ich ja oft genug zitiert, aber ich kann Dir dazu gerne noch mal eine Liste mit Zitaten von Dir reichen, aus denen das wirklich unmissverständlich hervorgeht. Es ist eben nicht so, dass ich Dich immer falsch verstehen will oder Dir Deine Aussagen verdrehe. Du machst eben wirklich reichlich falsche Aussagen, eben weil Du die Dinge falsch verstanden hast.
Zum Relativitätsprinzip und Deiner Behauptung, Du könntest im Zug ermitteln, ob sich der Zug oder die Bahnhöfe bewegen:
PhysKi » Beispiel 3, Relativität hat geschrieben:
Anna und Ben sitzen in je einem Zug. Einer der Züge fährt mit dem Tempo v, der andere steht. Keiner von beiden weiß, ob er im fahrenden oder stehenden Zug sitzt. Beide haben exakt die gleiche Sanduhr der Länge L und der Masse m mit dem Takt T. Anna sieht Ben bewegt. Für sie ist seine Uhr kürzer, sein Sand schwerer und sein Takt länger als ihrer. Ben sieht Anna bewegt. Für ihn ist ihre Uhr kürzer, ihr Sand schwerer und ihr Takt länger als seiner. Keiner von beiden hat irgendeine Möglichkeit herauszufinden, ob der eigene Zug fährt oder steht. Das einzige, was beide mit Sicherheit sagen können, ist, dass sie sich gegeneinander mit der Relativgeschwindigkeit vrel bewegen.
Auch hier wieder, Deine Behauptung, Du könntest im Zug feststellen, ob der Zug sich wirklich bewegt oder nicht, ist falsch und steht im Widerspruch zum Relativitätsprinzip und auch hier habe ich eine Liste an Zitaten, die Deine Aussagen diesbezüglich unmissverständlich belegen.
Und Du glaubt wirklich, am Anfang eine finale Entscheidung für das Ruhesystem zu treffen, das andere ist dann eben das bewegte System:
Frau Holle » Fr 17. Mär 2023, 01:54 hat geschrieben:
Was mir jedenfalls schwer fällt zu akzeptieren ist, dass die Natur scheinbar doch ein Ruhesystem auszeichnet, eben das mit den verschiedenen Uhren. Es kann nur eins bedeuten, dass man mit der Art der Vergleiche schon willkürlich festlegt, welches das Ruhesystem ist. Die Natur legt das nicht fest, so viel ist sicher.
Und so gehst Du nun davon aus, dass im "Fall A" die Entscheidung für das Ruhesystem auf S gefallen ist, dass ist das wirkliche Ruhesystem, eben weil da zwei Uhren zueinander ruhen, dort geht die Uhr richtig, und das System S' ist eben das bewegte System und dort gehen die Uhren langsamer. Und das ist auch so, wenn man meint man ruht in der Rakete, ja kann man so sehen, aber Du glaubst dann wirklich, dass trotzdem dann die Uhren in der Rakete real langsamer gegenüber der Uhren auf Erde und Mond laufen, dass die dort schneller laufen und Du somit real langsamer alterst, als ein Beobachter der in S ruht. Du glaubst wirklich, die Zeit vergeht in S' absolut langsamer. Und darum erklärst Du auch, wenn in S die Dauer von 27 s Eigenzeit vergangen sind, dann sind in S' nur 20 s Eigenzeit vergangen und das absolut. Und diese Vorstellung ist falsch, denn wenn es so währe, wäre S als Ruhesystem gegenüber S' ausgezeichnet und genau so verstehst Du es aber, wie Dein Zitat ja zeigt.
Du kannst Dir nicht vorstellen, dass S und S' wirklich gleichberechtigte Ruhesysteme sind, es keine finale Entscheidung, keine Auswahl zu Beginn gibt, dass man in S' so wie in S auch ruhen kann und dann gehen die dort bewegten Uhren wirklich langsamer. Es ist aber so, in S' vergehen 20 s Eigenzeit und in diesen 20 s zählt jede in S' bewegte Uhr weniger Sekunden nämlich 20 γ⁻¹ s = 14,81 s.
Das ist der Weg ...
