Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben: nur in diesem Fall kann man keine Eigengeschwindigkeiten von Objekten bestimmen
In keinem Fall kann man eine Eigengeschwindigkeit bestimmen. Ein Geschwindigkeit ist stets relativ zu einem Bezugspunkt definiert.
Eigengeschwindigkeit bedeutet nicht, dass man keinen Bezugspunkt braucht, wo habe ich das unterstellt...
Und natürlích kann man eine Eigengeschwindigkeit bestimmen, das tut man in der Physik und in der Technologie tagtäglich. Du hast selbst auch vorher mit Eigengeschwindigkeiten von Autos hantiert:
Ernst hat geschrieben:
Überhole mit eigenen 150km/h ein anderes Auto mit 100km/h. Dann beträgt doch deine Relativgeschwindigkeit zu jenem Auto 50km/h.
Die Vorgabe 150 km/h ist meine Eigengeschwindigkeit relativ zur Straße (hast Du sogar mit "
eigene" bezeichnet...), genauso wie die Vorgabe 100 km/h die Eigengeschwindigkeit des anderen Autos relativ zur Straße ist. Wo ist Dein Problem? Ich habe nur den Eindruck, dass Deine Erwiderungen am liebsten von rhetorischer Natur sind, um Streit um Definitionen zu verursachen, obwohl jeder fairer Gesprächspartner weiß was gemeint ist, wenn man bei zwei relativ zueinander bewegten Objekten von ihren verschiedenen "
Eigenschwindigkeiten" und von ihrer gemeinsamen "
Relativgeschwindigkeit" spricht.
Aber siehe hier die Definition der Eigengeschwindigkeit eines Objektes von Wikipedia, wenn Du unbedingt Streit um Definitionen wünschst:
Wikipedia:
Die Eigengeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit von einem selbst oder die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, in dem man sich befindet, gegenüber einem Bezugsobjekt (zum Beispiel Land, Luft, Wasser).
Im Beispiel von Harald mit den zwei relativ zueinander bewegten Massen hatte ich die Erdoberfläche (Land) als Bezugssystem explizit angegeben, im Beispiel mit der Kanone und der Kugel auch. Dadurch, dass die Objekte Eigengeschwindigkeiten haben kann man auch die Teilstrecken messen, die jedes Einzelobjekt mit seiner Eigengeschwindigkeit zurücklegt: ich hatte z.B. 5 km für die Kugel und 100 cm für die Kanone vorgegeben. Du hast diese Messvorgabe akzeptiert und sogar damit gerechnet, also hast Du auch akzeptiert, dass man bei diesem Beispiel sehr wohl die getrennten Eigengeschwindigkeiten der Kanone und der Kugel jeweils bestimmen kann, nicht nur deren gemeinsame Relativgeschwindigkeit. Du bist hier wie die Relativisten im Panzer-Paradoxon: Du akzeptierst nicht einmal die Meßvorgaben eines Fallbeispiels, obwohl Du damit rechnest.
Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben:
weil die Dynamik sich mit Messungen befasst, wo Ruhe- und Bewegungszustand von Objekten eindeutig und unmissverständlich auseinander gehalten werden kann.
Richtig ist: In der Dynamik können gleichförmige Bewegung und Ruhe eines Objektes nicht mittels der Naturgesetze unterschieden werden. Wie könntest Du in einem Zug sitzend mit verstopften Ohren, geschlossenen Fenstern und extrem weichen Sitzen feststellen, ob Du in Ruhe oder Bewegung bist. Alle dynamischen Messungen sind dir erlaubt. Sag mal, wie machst du das?
Natürlich kann man am laufenden Band in der Physik den Zustand der Ruhe von der Zustand der Bewegung unterscheiden, man braucht nur ein Bezugssystem zu haben: das Bezugssystem des Beobachters, der die Messung vornimmt.
Wenn ich in einem Zug mit verstopften Ohren, geschlossenen Fenstern und extrem weichen Sitzen sitze kann ich nicht als Beobachter fungieren, weil ich durch mein Sinnesapparat keinen Zuganz zu einem Bezugssystem oder einem Bezugsspunkt habe. Man kann nunmal ohne Sinneseindrücke und ohne Bezugssystem keinen Zustand der Ruhe oder der Bewegung feststellen, das habe ich Dir schon mal in meinem vorherigen Beitrag erklärt, als Du die Objekte ohne Beobachter und ohne Bezugssystem am liebsten allein im Universum versetzen wolltest, damit das Relativitätsprinzip zur Geltung kommt.

Ohne Beobachter und Bezugssystem kann man eben weder Zustand der Ruhe oder der Bewegung feststellen, noch irgendeine Messung durchfürhen, das mußt Du noch begreifen. Jeder beliebigen Beobachter im Zug oder außerhalb des Zuges, der jedoch Zugang zu einem Bezugssystem hat, weil er sehen, hören und fühlen kann, ist aber jederzeit in der Lage, den Zustand der Ruhe oder der Bewegung des Zuges festzustellen, Relativitätsprinzip hin oder her. Es stimmt also überhaupt nicht, dass man prinzipiell nicht den Zustand der Ruhe oder der Bewegung feststellen kann. Das machen Menschen jede Sekunde millionenfach seit ihrer Geburt, das machen auch Wissenschaftler und Techniker tagtäglich. Dass Du so etwas leugnet ist ... hmm... sehr seltsam.

Na ja, ich hoffe, dass Du schon pensioniert bist, ich würde nicht so gerne in einem Zug sitzen, wo Du als Ingenieur für den Fahrbetrieb verantwortlich wärest und Dich dabei wegen Relativitätsprinzip von Galiliei nicht in der Lage sehen würdest festzustellen, ob der Zug fährt oder ob er ruht…
Viele Grüße
Jocelyne Lopez