Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben: Wenn Du "auf das dritte System verzichtet", wie hast Du dann die Summe der Strecken 5,001 km gemessen? Kannst Du mir das noch verraten?
Aber sicher. Ist ja kein Geheimnisverrat.
Der Kanonier legt einen Zollstock bis zum Einschlagpunkt und mißt 5,001. Baron Münchhausen hält bei seiner Landung einen Zollstock bis zur Kanone und mißt 5,001.
Dein bodenstämmiger Beobachter legt einen Zollstock vom "Startpunkt" der Kanone zur zurückgestoßenen Kanone und mißt 0,001 und legt einen Zollstock zum Einschlagpunkt und mißt 5,000. Nun nimmt er seinen Taschenrechner und rechnet 0,001 + 5,000 und erhält erstaunlich 5,001.
Nicht so sehr kompliziert, oder?
Sieh mal da, ein "
bodenstämmiger Beobachter" misst die Gesamtsstrecke auf dem Boden zwischen Kanone und Kugel oder misst die Teilstrecken und addiert sie...
Na, Ernst, Du wolltest doch auf ein "
3. Bezugssystem" verzichten, weißt Du denn nicht mehr?

Und jetzt führst Du bei dieser Messung doch selbst ein "
3. Bezugssystem" zu der Kanone und zu der Kugel ein, die sich zueinander bewegen: "
ein bodenstämmiger Beobachter". Wie kommt das denn?
Merkst Du jetzt zumindest, dass das "
3. Bezugssystem", worauf Du bei der Beobachtung der Bewegung der zwei Massen von Harald unbedingt verzichten wolltest, in dieser Konstellation
das Bezugssystem des Beobachters ist und dass man bei einer
Messung nicht auf einen Beobachter verzichten kann? Du willst aber unbedingt unbedingt unbedingt bei der Messung einer Relativbewegung zwischen zwei Objekten (Kanone und Kugel oder schwarze und blaue Masse) auf einen Beobachter mit seinem Bezugssystem (Boden) verzichten, nur aus dem Grund, weil der Beobachter dann ganz klar entscheiden kann, welches Objekt sich bewegt und welches Objekt ruht, und mit welcher Eigengeschwindigkeit, und das darf man nach Deiner Auffassung bloß nicht entscheiden können, Mist, sonst findet das für Dich sakrosankte Relativitätsprinzip keine Anwendung:
Zitat von Ernst:
[...] Aus dem weißen Kasten heraus kann man Ruhe und Bewegung der Parts definieren. Und das verleitet dazu, das Relativitätsprinzip zwischen Schwarz und Blau zu ignorieren. Laß ihn weg und die Sache wird klarer.
[...] In dieser Hinsicht wäre es besser, auf das dritte System zu verzichten.
Du willst lieber Kanone und Kugel (bzw. blaue und schwarze Massen) ohne einen Beobachter mit seinem Bezugssystem ganz allein im Universum verfrachten, weil nur in diesem Fall kann nicht entschieden werden, wer sich bewegt und wer ruht, nur in diesem Fall kann man keine Eigengeschwindigkeiten von Objekten bestimmen, nur in diesem Fall kann man keine Richtung festlegen, nur in diesem Fall kann kann keine getrennten Impulse berechnen, nur in diesem Fall kann man keine Ortsveränderung erkennen.
Ja, alle Objekte, die sich relativ zueinander bewegen, sollte man nach der Vorstellung von Ernst ganz allein in Universum verfrachten, dann kommt das Relativitätsprinzip voll zur Geltung. Ist das nicht schön?
Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben:Harald hat geschrieben:Völlig egal aus welchem Bezugssystem betrachtet, wird es stets die schwarze Masse sein, welche die blaue wegstößt und nie umgekehrt. Da hilft auch die schönste Transformation nichts. Impulsrichtung bleibt Impulsrichtung.
Ich hatte Dir ja mehrfach geschrieben, daß das ein Trugschluß von Harald war. Nach Transformation ins System der schwarzen Masse (vor dem Stoß) ist es stets die blaue Masse, welche die schwarze wegstößt. Und zwar in entgegengesetze Richtung. Die Transformation hat die Impulsrichtung geändert. (Ich will Harald hier nichts unterstellen, seine physikalische Kompetenz ist unbestritten).
Nicht, weil Du mir „
ja mehrfach geschrieben“ hast, dass es ein Trugschluß von Harald sei, dass er tatsächlich ein Trugschluß von Harald ist. Vielmehr ist es ein Trugschluss von Dir.
Erkläre mir zum Beispiel wo, in welchem Universum, es nur zwei Objekte gibt, die sich allein zueinander bewegen und sonst nichts, wie Du es Dir mit der Kanone und der Kugel vorstellst? Auf unser Universum trifft zumindest Deine Vorstellung nicht zu, das kann man ohne Studium der Physik, der Dynamik und der Kinematik sagen, oder? Was Du Dir also mit Deinem Relativitätsprinzip und Deiner Kinematik/Dynamik ohne Beobachter vorstellst, ist nur ein der zahlreichen wirklichkeitsfremden Gedankenexperimente à la SRT, mehr nicht.
Und auch wenn Mitte in unserem Universum zwei Objekte sich allein zueinander bewegen würden, weit weg von jeglichem Beobachter mit seinem Bezugssystem, wen interessiert das, dass man in diesem Fall nicht entscheiden kann, welches sich von den zwei Objekten ruht und welches sich bewegt, oder auch ob sie sich beide bewegen? Die Physik befasst sich ausschließlich mit Messungen, und Messungen werden ausschließlich durch Beobachter durchgeführt, die immer ein Bezugssystem haben. Dadurch kann auch der Beobachter immer entscheiden und messen, welches von zwei Objekten sich bewegt, in welche Richtung, mit welcher Eigengeschwindigkeit, welche Objekt ein anderes stoßt und welches Objekt gestoßen wird, welche Teilstrecke jedes Objekt zurücklegt oder welche Ortsveränderungen stattfinden, usw. Dein sakrosankt Relativitätsprinzip ist ein Prinzip, das in der dynamischen Betrachtung keine Anwendung findet, weil die Dynamik sich mit Messungen befasst, wo Ruhe- und Bewegungszustand von Objekten eindeutig und unmissverständlich auseinander gehalten werden kann. In der Dynamik bewegen sich Züge und keine Bahnhöfe, ein klarer Fall. Siehe z.B. Harald:
Zitate von Harald Maurer:
Dynamisch betrachtet kann man den Spieß nicht einfach umdrehen und meinen, man könnte nun das Bezugsystem wechseln und nun wäre es das vormals ruhende Objekt, das gegen das nunmehr bewegte Objekt knallt. Denn das Ergebnis wird gleich ausfallen wie zuvor. Es kann also nicht die Relativgeschwindigkeit entscheidend dafür sein, was geschieht.
Das Relativitätsprinzip wird damit keinesfalls ausgehebelt. Sondern es wird - wie ich immer wieder lesen muss - überinterpretiert.
[…] Das RP besagt, dass keiner der Beobachter in den Inertialsystemen in der Lage ist, innerhalb seines BS seinen Bewegungszustand festzustellen, sofern es sich um gleichförmige Bewegung handelt. Das gilt in jedem der von mir dargestellten Bezugsssteme nach wie vor! Das RP besagt nicht, dass eine Bewegung auch nicht festgestellt werden könnte, wenn man eine Wirkung außerhalb seines BS wahrnimmt.
Das Relativitätsprinzip besagt nicht, dass Ruhe prinzipiell vom Bewegungszustand nicht unterschieden werden kann. Die Dynamik und die Technologie beschäftigen sich ja tagtäglich mit Messungen der Ruhe oder der Bewegung von Objekten…
Du bist es, Ernst, der das Relativitätsprinzip völlig überbewertet, sogar bis zu der völlig abstrusen Vorstellung, dass man bei einer Messung von zwei zueinander bewegten Objekten auf den Beobachter verzichten sollte (Originalton: das „
3. Bezugssystem“) bzw. dass man die beiden Objekten am liebsten weit von uns, von unseren Messinstrumenten und unseren Bezugssystemen allein Mitte im Universum verfrachten sollen. Sorry, Ernst, ist das noch Physik?

Kann man auch damit Technologie entwickeln und betreiben?
Viele Grüße
Jocelyne Lopez