Relativität der Gleichzeitigkeit

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon bumbumpeng » So 3. Okt 2021, 14:18

Peter Knoepfheinz hat geschrieben:Hier kommt doch erst das "Problem", dass beide Beobachter Gegenteiliges behaupten!

@Peter Knoepfheinz,

Der Mann im Zug sieht den Blitz aus B früher als den aus A. Nur das kann er sagen und nichts anderes. Weil es ein dynamisches System ist. Zug gegenüber Bahndamm ist in Bewegung und damit gegenüber dem MEDIUM, den e.-m. Feldern. Die Wegstrecke zum Punkt B wird verkürzt, wodurch sich die Laufzeit fürs Signal B verkürzt.

Der Mann auf dem Bahndamm sieht beide Blitze gleichzeitig. Nur das kann er sagen und nichts anderes. Weil es statisch ist.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon bumbumpeng » So 3. Okt 2021, 14:26

Peter Knoepfheinz hat geschrieben:Original von A. Einstein:
§ 9. Die Relativität der Gleichzeitigkeit
[...]

Wir kommen also zu dem wichtigen Ergebnis:
Ereignisse, welche in bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, sind in bezug auf den Zug nicht gleichzeitig und umgekehrt (Relativität der Gleichzeitigkeit).
[...]

@Peter Knoepfheinz,

Hier irrt Einstein.
Die Ereignisse sind gleichzeitig, sie werden aber dann, wenn ein Körper in Bewegung ist, nicht gleichzeitig wahrgenommen.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Peter Knoepfheinz » So 3. Okt 2021, 14:38

Eines der beiden Postulate der SRT ist, dass sich das Licht mit invarianter Geschwindigkeit gegenüber verschiedenen, gleichmäßig bewegten Beobachtern ausbreitet. D.h. egal, wie schnell sich ein Beobachter in Richtung oder in Gegenrichtung des Lichtes bewegt, das Licht breitet sich immer mit Lichtgeschwindigkeit aus. Demnach kommen sowohl beim Beobachter im Zug als auch beim Beobachter auf dem Bahnsteig (Bahndamm) die beiden Blitze gleichzeitig an, weil die Abstände zu den beiden Blitzen A und B ja für beide Beobachter identisch sind.

Die beiden Beobachter glauben nur vom jeweils anderen, dass dort die Blitze nicht gleichzeitig ankommen!

Soweit Einstein's Überlegungen.

Was mich daran interessiert, ist die ständige Debatte, ob die Effekte ("bewegte Uhren gehen langsamer" und das daraus folgende Zwillingsparadoxon) von tatsächlicher Natur oder nur Scheineffekte sind.

Aus meinem obigen Beispiel käme ich nun zu dem Schluss, dass alle Beobachter "drumherum" jeweils etwas anderes sehen, aber dies alles nur "Scheineffekte" sind, denn die Bombe wird explodieren, egal, was die anderen Beobachter sehen! Daraus wiederum folgt, dass ein Zwilling, der die Erde verlässt und wiederkommt eben nicht jünger ist als sein auf der Erde gebliebener Zwilling, da es ja nur ein Scheineffekt ist.

Wie seht ihr das?
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Lagrange » So 3. Okt 2021, 15:18

Atomuhren die sich durch den Lichtäther bewegen, gehen tatsächlich langsamer als wenn sie im Lichtäther ruhen.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon bumbumpeng » So 3. Okt 2021, 15:19

Peter Knoepfheinz hat geschrieben:
Demnach kommen sowohl beim Beobachter im Zug als auch beim Beobachter auf dem Bahnsteig (Bahndamm) die beiden Blitze gleichzeitig an, weil die Abstände zu den beiden Blitzen A und B ja für beide Beobachter identisch sind.

FALSCH.

Der Mann im Zug und der Zug bewegen sich auf B zu. Das Signal wird an das Medium abgegeben. Damit verkürzt sich diese Strecke und das hat Einstein auch so gesagt.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon bumbumpeng » So 3. Okt 2021, 15:22

Peter Knoepfheinz hat geschrieben:Die beiden Beobachter glauben nur vom jeweils anderen, dass dort die Blitze nicht gleichzeitig ankommen!

Jeder Beobachter kann immer nur das wiedergeben, was er selbst sieht.
Mehr nicht.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Kurt » So 3. Okt 2021, 16:16

Peter Knoepfheinz hat geschrieben: D.h. egal, wie schnell sich ein Beobachter in Richtung oder in Gegenrichtung des Lichtes bewegt, das Licht breitet sich immer mit Lichtgeschwindigkeit aus.


Ist ja klar, Licht breitet sich immer mit der lokal gleichen Geschwindigkeit aus.
Die Bewegung eines Beobachters oder des Lichtsenders bzw. Empfängers spielt für die Lichtausbreitung keinerlei Rolle und hat keinen Einfluss auf die lokale LG und deren Ausbreitung.


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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Kurt » So 3. Okt 2021, 16:18

bumbumpeng hat geschrieben:
Peter Knoepfheinz hat geschrieben:Die beiden Beobachter glauben nur vom jeweils anderen, dass dort die Blitze nicht gleichzeitig ankommen!

Jeder Beobachter kann immer nur das wiedergeben, was er selbst sieht.
Mehr nicht.


Und was sehen sie?

Was bedeutet es wenn beide Beobachter beobachten das sie die beiden Blitze gleichzeitig gesehen haben?


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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon bumbumpeng » So 3. Okt 2021, 17:47

Kurt hat geschrieben:Was bedeutet es wenn beide Beobachter beobachten das sie die beiden Blitze gleichzeitig gesehen haben?

Dass der Zug steht.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Lagrange » So 3. Okt 2021, 18:34

Peter Knoepfheinz hat geschrieben:Eines der beiden Postulate der SRT ist, dass sich das Licht mit invarianter Geschwindigkeit gegenüber verschiedenen, gleichmäßig bewegten Beobachtern ausbreitet. D.h. egal, wie schnell sich ein Beobachter in Richtung oder in Gegenrichtung des Lichtes bewegt, das Licht breitet sich immer mit Lichtgeschwindigkeit aus. Demnach kommen sowohl beim Beobachter im Zug als auch beim Beobachter auf dem Bahnsteig (Bahndamm) die beiden Blitze gleichzeitig an, weil die Abstände zu den beiden Blitzen A und B ja für beide Beobachter identisch sind.

Die beiden Beobachter glauben nur vom jeweils anderen, dass dort die Blitze nicht gleichzeitig ankommen!

Soweit Einstein's Überlegungen.
...

Das ist nicht die Überlegung Einsteins. Er behauptete, dass im System Zug die Lichtblitze nicht gleichzeitig wahrgenommen werden.

A. E. hat geschrieben:...Würde ein bei M' im Zuge sitzender Beobachter diese Geschwindkeit nicht besitzen, so würde er dauernd in M bleiben, und es würden ihn dann die von den Blitzschläge A und B ausgehenden Lichtstrahlen gleichzeitig erreichen, d.h. diese beiden Strahlen würden sich gerade bei ihm begegnen. In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt. Der Beobachter wird also den von B ausgehenden Lichtstrahl früher sehen, als den von A ausgehenden.
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