Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 2. Sep 2010, 10:51

Faber hat geschrieben:
Dem stimme ich zu - bis auf den hervorgehobenen Satz. Die Länge ist natürlich eine Eigenschaft, die einem Objekt zukommt. Sie ist eine physikalische Größe, d.h. eine quantitativ bestimmbare Eigenschaft eines physikalischen Objekts. Handelte es sich dagegen - wie Sie hier sagen - bei der Länge um das Ergebnis einer Messung, dann spräche nichts dagegen, dass ein Objekt so viele Längen wie messende Beobachter habe.

Das ist auch der fundamentale Denkfehler (oder die sprachliche Unschärfe?), der von Dr. Markus Pössel übernommen und tradiert wird:

Zitat Dr. Markus Pössel:
http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2008/08/austausch-mit-herrn-dr-markus-poessel-vom-17190808/

Zur Realitaet der Laengenkontraktion: Das Ergebnis einer Laengenmessung ist in der Speziellen Relativitaetstheorie keine intrinsische Eigenschaft eines Koerpers, sondern vom Bezugssystem abhaengig (denn, wie gesagt: Laenge ist relativ). Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird

Man weiß hier bei dieser undeutlichen Formulierung nicht, ob Dr. Pössel den Denkfehler mental wirklich aus der Relativitätstheorie übernommen hat oder ob er absichtlich sprachliche Missverständnisse pflegt indem er sagt, dass „Das Ergebnis einer Längenmessung“ (also der Meßwert) keine intrinsische Eigenschaft eines Körpers sei: Es sagte ja nicht direkt, dass die „Länge eines Körpers“ keine intrinsische Eigenschaft des Körpers sei, sondern eben nur „das Ergebnis einer Längenmessung“. Ist ja auch klar, dass Ergebnisse von Längenmessungen keine intrinsischen Eigenschaften eines Körpers sind, dafür ist sehr wohl die Länge eines Körpers eine intrinsische Eigenschaft dieses Körpers, und weder die Relativitätstheorie noch Dr. Pössel können die Existenz von physikalischen Eigenschaften von Körpern in der Natur negieren, auch wenn sie es gerne wollen.

Bemerkenswert ist auch, dass Dr. Pössel indirekt das sprachliche Larifari gleich korrigiert und das Missverständnis wohl unfreiwillig gleich beseitigt indem er im selben Atemzug sagt, dass "die Längenkontraktion nicht mit materiellen Veränderungen des Körpers einhergeht". Hier gilt logischerweise und nachvollziehbar Ihre Aussage:

Zitat von Faber:

Von einer tatsächlichen Veränderung der Länge im Gegensatz zu einem (abweichenden) Messergebnis kann ja nur die Rede sein, wenn die Länge eine Eigenschaft ist, die dem Objekt selbst zukommt.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Faber » Fr 3. Sep 2010, 20:42

Ich habe gerade im Forum gestöbert und folgende Ausführungen von Joachim (wieder-) gefunden:

Joachim hat geschrieben:In der SRT tritt solch ein Effekt [kontinuierliche mechanische Verformung eines rotierenden, lorentzkontrahierten, ellipsenförmigen Rades aus Sicht eines entsprechenden Beobachters] nicht auf. Im Ruhesystem der Nabe ist das rotierende Rad schon aus Symmetriegründen rund. Jedes andere Koordinatensystem stellt lediglich eine Umbenennung der Raum- und Zeitkoordinaten dar und eine Umbenennung von Punkten ändert (ich wiederhole mich) an der Kinematik gar nichts. Die Ellipsenform des Rades in anderen Koordinaten resultiert tatsächlich nur daher, dass man die Zeitachse anders legt. man schneidet die Rad-Weltlinien-Wurst einfach in einem anderen Winkel an. Eine kreisrunde Wurst wird auch nicht zu einer elliptischen, nur weil man sie anders anschneidet. Aber die Scheiben sind (sogar real) größer. Ebenso erscheinen die Räder, in einem zu ihnen bewegten Koordinatensystem, beschrieben elliptisch, ohne dass sie deshalb verformt werden müssten.

Dies bedeutet nichts anderes, als dass ein Beobachter, der ein relativ bewegtes Objekt mittels einsteinscher Lichtmessmethode vermisst, Mist misst. Bzw. er muss halt die entsprechende Mathematik anwenden, um aus seinen Messergebnissen die wahren Verhältnisse ermitteln zu können. Dazu muss er die Relativgeschwindigkeit kennen. Diese zu ermitteln, stellt im Vergleich mit der einsteinschen Lichtmessmethode keine technische Herausforderung dar.

Die SRT ist daher keine physikalische Theorie über Raum und Zeit. Sie verallgemeinert auch nicht das galileische Relativitätsprinzip der klassischen Mechanik auf alle Gesetze der Physik. Die SRT liefert lediglich eine Anweisung, wie man auf eine eigenwillige Weise Fernmesstechnik betreiben könnte.

Gruß
Sempre
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Faber » Sa 4. Sep 2010, 20:19

Artie hat geschrieben:PUNKT

Nein, nix da Punkt. Sie unterschlagen Wesentliches.

Artie hat geschrieben:Längenkontraktion ist ein Messergebniss.

Ja, die Längenkontraktion ist ein Messergebnis; und nein, die Längenkontraktion ist kein Ergebnis einer Längenmessung. Die Rohdaten des einsteinschen Lichtmessverfahrens liefern nicht die Werte der gesuchten Längen. Die Rohdaten müssen per Lorentztransformation `entzerrt' werden, um Längenmesswerte zu erhalten.

Dr. Pössel sieht aber offenbar die Rohdaten relativ bewegter Beobachter als gleichberechtigte Längenmesswerte an. Nur wenn man diese absurde Sichtweise teilt, kann man die SRT überhaupt als eine kinematische Theorie (die auch die Dynamik, Elektrodynamik, usf. aller Körper betreffe) ansehen. Nur wenn man diese absurde Sichtweise teilt, kann man von einer physikalischen Theorie über Raum und Zeit, von Längenkontraktion und Zeitdilatation reden.

Ansonsten beschreibt die SRT eben nur ein eigenartiges Fernmessverfahren, und bereits der Name SRT ist verfehlt. Der mit Verstand begabte, als Abbild Gottes geschaffene Mensch ist eben durchaus in der Lage zu erkennen, dass die Rohdaten, die Einsteins Lichtmessverfahren i.a. liefert, nicht dieselbe Bedeutung haben wie die Längenmesswerte, die ein mit dem Messobjekt ruhender Beobachter ermittelt, und die auch ein bewegter Beobachter nach Bestimmung der Relativgeschwindigkeit durch Rücktransformation ermitteln kann.

Die als physikalische Theorie über Raum und Zeit konzipierte und rezipierte SRT schafft mit ihren Begrifflichkeiten ein abstruses und - weil inkonsistent auch sicher - falsches Weltbild.

Gruß
Faber
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon galactic32 » So 5. Sep 2010, 00:35

Chief hat geschrieben:
Artie hat geschrieben:Artie hat geschrieben:...Zu Ihrem Unglück ist die SRT in sich konsistent...

Woran erkennt man das?

Vielleicht so: Meine Uhr geht schneller als deine und deine Uhr geht schneller als meine.

Was schließt man daraus?

Solch ein ureinfaches GrundVerständniß darf man vielen solcher „Experten“ kaum zutrauen akzeptieren zu wollen.
Die Folgen deratig blind gewesen zu sein, sind bei den „ehrlicheren“ sicherlich sehr frustrierend!
Allerdings solche, die eher nur auf KinderGarten-Level spielen, sich die Zeit vertreiben werden so nicht über ihre ScheinFähigkeiten hinaus wachsen.

Ich vermute solche GrundLagen werden auch nicht klarer, wenn etwa nach der „richtigen“ Antwort für folgendes geknobelt wird:
Raumschiffe mit y=10,100,1000,... fliegen von der Erde weg.
Die ErdUhr ist am schnellsten.(Relativ aus ErdSicht zu allen Rumschiffen?)
Die Uhr von Raumschiff mit y=10 geht allerdings schneller als die von Raumschiff_y=100.
Wie sieht da die „Zeit“-Beobachtung für Raumschiff_y=100 z.B. aus?
Wie sollte mit dem RT-Konzept angesetzt werden?

Nun wenn der RT-Überzeugte sagt:„die SRT ist in sich konsistent“ , ist daß sicherlich in so fern nachvollziehbar, als man ihm seine Egal-Einstellung zu klarem Denken, den Mangel an VorstellungsVermögen läßt.

Gruß
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Faber » So 5. Sep 2010, 03:10

Artie hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Der mit Verstand begabte, als Abbild Gottes geschaffene Mensch ist eben durchaus in der Lage zu erkennen, dass die Rohdaten, die Einsteins Lichtmessverfahren i.a. liefert, nicht dieselbe Bedeutung haben wie die Längenmesswerte, die ein mit dem Messobjekt ruhender Beobachter ermittelt, und die auch ein bewegter Beobachter nach Bestimmung der Relativgeschwindigkeit durch Rücktransformation ermitteln kann.

:lol:
Netter Versuch, also ist jeder der das nicht "erkennt" nicht "von Gott geschaffen" und besitzt keinen Verstand?

Nein, keineswegs. Solches sage ich in keiner Weise. Sie ziehen hier einen unzulässigen Umkehrschluss. Auch wer das nicht erkennt, wird i.d.R. mit Verstand begabt sein. Ich sage lediglich, dass er es verstehen kann bzw. könnte. Mehr dazu am Ende dieses Beitrags.


Artie hat geschrieben:Es gibt genug gläubige "Relativisten" denen ich wirklich Verstand zuerkenne.

Sie konstruieren hier allerlei Zusammenhänge, die nichts mit dem von mir Gesagten zu tun haben. (Ein paar Tipps: Auch Gottlose sind als Abbild Gottes geschaffen. Auch Gottlose sind mit Verstand begabt. Auch Gottlose glauben i.d.R. allerlei Zutreffendes, ohne dass das ihrem Verstand schadete.)


Artie hat geschrieben:Alerdings machen mich Leute die so wie Sie argumentieren äusserst misstrauisch.

Welche Argumentation meinen Sie konkret? Und warum misstrauen Sie der?


Artie hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Die als physikalische Theorie über Raum und Zeit konzipierte und rezipierte SRT schafft mit ihren Begrifflichkeiten ein abstruses und - weil inkonsistent auch sicher - falsches Weltbild.

Zu Ihrem Unglück ist die SRT in sich konsistent

Ja, die SRT ist in sich konsistent, solange man sie auf unbeschleunigte Bewegungen anwendet. In der realen Welt kommen nun auch beschleunigte Bewegungen inklusive Rotationen vor. Solche Vorgänge lassen sich per SRT nicht konsistent beschreiben.


Artie hat geschrieben:Haben sie denn auch sachliche Argumente?
Ich meine, ausser das sie "mit ihrem von Gott gegebenen Verstand" erkennen das die SRT falsch ist?
Ja bin ich denn in der Kirche?

Stören Sie sich so sehr an der kleinen Randbemerkung "von Gott geschaffen", dass sie gar nicht mehr in der Lage sind, einen einfachen Text zu verstehen? Wie auch immer, nichts für ungut, ich kann gerne Abhilfe schaffen und nachbessern (Änderung fett):


Artie hat geschrieben:Längenkontraktion ist ein Messergebniss.

Ja, die Längenkontraktion ist ein Messergebnis; und nein, die Längenkontraktion ist kein Ergebnis einer Längenmessung. Die Rohdaten des einsteinschen Lichtmessverfahrens liefern nicht die Werte der gesuchten Längen. Die Rohdaten müssen per Lorentztransformation `entzerrt' werden, um Längenmesswerte zu erhalten.

Dr. Pössel sieht aber offenbar die Rohdaten relativ bewegter Beobachter als gleichberechtigte Längenmesswerte an. Nur wenn man diese absurde Sichtweise teilt, kann man die SRT überhaupt als eine kinematische Theorie (die auch die Dynamik, Elektrodynamik, usf. aller Körper betreffe) ansehen. Nur wenn man diese absurde Sichtweise teilt, kann man von einer physikalischen Theorie über Raum und Zeit, von Längenkontraktion und Zeitdilatation reden.

Ansonsten beschreibt die SRT eben nur ein eigenartiges Fernmessverfahren, und bereits der Name SRT ist verfehlt. Auch Dr. Markus Pössel und Dr. Joachim Schulz erkennen nämlich, dass die Rohdaten, die Einsteins Lichtmessverfahren i.a. liefert, nicht dieselbe Bedeutung haben wie die Längenmesswerte, die ein mit dem Messobjekt ruhender Beobachter ermittelt, und die auch ein bewegter Beobachter nach Bestimmung der Relativgeschwindigkeit durch Rücktransformation ermitteln kann.

Die als physikalische Theorie über Raum und Zeit konzipierte und rezipierte SRT schafft mit ihren Begrifflichkeiten ein abstruses und - weil inkonsistent auch sicher - falsches Weltbild.


Soweit die nachgebesserte Wiederholung. Wer Messwerte einer physikalischen Größe ermitteln will, der darf nicht die Werte irgendwelcher Zwischengrößen, die irgendwo im Messverfahren auftauchen, mit den gesuchten Messwerten verwechseln. Genau das aber tun Einstein, Pössel und Schulz. So kommen sie dann zu der irrigen Annahme, die SRT liefere ein anderes Weltbild, mit LK, ZD, RdG usf., als etwa die klassische Mechanik. In Wahrheit liefert die SRT nur ein eigenwilliges Messverfahren.

Gruß
Faber

P.S.: Lesen Sie aufmerksam! Als mit Verstand begabte und als Abbild Gottes geschaffene Menschen bezeichne ich hier speziell Dr. Pössel und Dr. Schulz. Das nur so als Anmerkung, die eventuell geeignet sein mag, Ihnen Linderung zu verschaffen. Wegen der Pickel ... Sie wissen schon.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Mordred » So 5. Sep 2010, 11:47

Artie hat geschrieben:Längenkontraktion ist ein Messergebniss.

Faber hat geschrieben:Ja, die Längenkontraktion ist ein Messergebnis; und nein, die Längenkontraktion ist kein Ergebnis einer Längenmessung. Die Rohdaten des einsteinschen Lichtmessverfahrens liefern nicht die Werte der gesuchten Längen. Die Rohdaten müssen per Lorentztransformation `entzerrt' werden, um Längenmesswerte zu erhalten.
Mordred hat an Poet geschrieben: Beantworte mir 2 Fragen.
1. Gibt es nach der SRT eine reale Verkürzung eines bewegten Objektes.
2. Oder ist diese Verkürzung nur eine Möglichkeit über die LT die Wahre Länge des Objektes zu ermessen.
Messe ich also das Objekt (optisch und messtechnisch) verkürzt, setze die LT an und komme auf das Richtige Maß, oder messe ich das realverkürzte Objekt, rechne durch die LT die Bewegung raus, und komme auf das Ruhemaß?
Poet hat geschrieben :egal ob sich dieses IS nun relativ zu anderen in Bewegung befindet. Wird die Länge des Objektes aus anderen zu diesem bewegten IS gemessen, ist diese real verkürzt. Das heißt, die gemessene Länge ist verkürzt, das Objekt wird verkürzt gemessen, seine Länge ist verkürzt. Was Du wohl wissen willst, ob es wirklich „kleiner“ geworden ist. Nein es ist natürlich nicht kleiner geworden, denn dann müsste es ja zu ganz vielen verschiedenen anderen IS unterschiedlich groß sein.
Mordred hat geschrieben:Also, da haben wir es doch. Keine reale Verkürzung, nur eine „gemessene“.
Poet hat geschrieben:Und wenn ich Deine Frage richtig verstehe, dann hast Du recht, die Lorentztransformation dient dazu, die Eigenlänge eines „Stabes“ in einem anderen zu dem eignen IS bewegten IS zu errechnen.
Mordred hat geschrieben:Na also da hast nun aber echt lange für gebraucht das zu begreifen.

Poet hat geschrieben:Es ist nun aber eben so, Du hast 28cm gemessen, und um nun wieder die „wahre“ Länge oder besser die Eigenlänge (die Länge die Dein Freund in seiner Rakete mit dem „Maßband misst“) zu bekommen, brauchst Du die Lorentztransformation.
Mordred hat geschrieben:Tjo, da ham wirs doch.

Mordred hat geschrieben:Dann sollte es ja mit den Uhren das Gleiche sein.
Keine reale Dehnung der Zeit! Nur eine „gemessene“ welche durch die LT auf die relative „realtime“ schließen lässt.

Nun, Arti, ...der Poet hat es begriffen, ...
Wie stehts mit Dir ?

Gruß Mordred
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 5. Sep 2010, 17:01

Faber hat geschrieben:
Ich habe gerade im Forum gestöbert und folgende Ausführungen von Joachim (wieder-) gefunden:

Joachim hat geschrieben:In der SRT tritt solch ein Effekt [kontinuierliche mechanische Verformung eines rotierenden, lorentzkontrahierten, ellipsenförmigen Rades aus Sicht eines entsprechenden Beobachters] nicht auf. Im Ruhesystem der Nabe ist das rotierende Rad schon aus Symmetriegründen rund. Jedes andere Koordinatensystem stellt lediglich eine Umbenennung der Raum- und Zeitkoordinaten dar und eine Umbenennung von Punkten ändert (ich wiederhole mich) an der Kinematik gar nichts. Die Ellipsenform des Rades in anderen Koordinaten resultiert tatsächlich nur daher, dass man die Zeitachse anders legt. man schneidet die Rad-Weltlinien-Wurst einfach in einem anderen Winkel an. Eine kreisrunde Wurst wird auch nicht zu einer elliptischen, nur weil man sie anders anschneidet. Aber die Scheiben sind (sogar real) größer. Ebenso erscheinen die Räder, in einem zu ihnen bewegten Koordinatensystem, beschrieben elliptisch, ohne dass sie deshalb verformt werden müssten.

Dies bedeutet nichts anderes, als dass ein Beobachter, der ein relativ bewegtes Objekt mittels einsteinscher Lichtmessmethode vermisst, Mist misst.

Im berühmten Beispiel mit der Wurst misst der Relativist nicht nur Mist, er misst zwei verschiedene Objekte und stellt sich vor, er habe nur eins gemessen… Hier hat Dr. Joachim Schulz sogar das gedankliche Hokuspokus selbst herausgearbeitet, in dem er beschreibt, dass der Beobachter eine elliptische Scheibe aus einer kreisrunden Wurst abschneidet, so dass dann zwei Objekte mit jeweils verschiedenen intrinsischen Formen und Maßen vorliegen: Eine kreisrunde Wurst und eine elliptische Scheibe. Dr. Schulz meint, dass man dieses Ergebnis erzielt, indem man „die Zeitachse anders legt und die Rad-Weltlinien-Wurst in einem anderen Winkel anschneidet“. Die Normalsterbliche würden hier sagen, man legt dabei nicht die „Zeitachse“ anders, sondern das Messer... ;) Aber die Relativisten verweilen am liebsten in einer fiktiven, mathematischen 4. Dimension, zusammen mit "Rad-Weltlinien-Würsten", unsere alltäglichen drei Dimensionen sind ihnen wohl zu biedern. :cry:

Obwohl der Schöpfer der „Weltlinien-Wurst“ von Dr. Joachim Schulz, der Relativist und Nobelpreisträger Max Born, mit der Längenkontraktion in der 4. Dimension wohl auch nicht ganz gut zurecht kam und mit seiner Wurst-Aufklärung eben nicht erkannt hat, dass er von den Maßen zweier verschiedenen Objekten sprach, von der Wurst und von der Scheibe, das hat Harald Maurer in einem Beitrag hier im Forum ganz gut herausgearbeitet, siehe Es geht nicht um die Wurst, Herr Max Born.

Auch Wolfgang Herrig ist auf die peinliche Aufklärung der Längenkontraktion von Max Born eingegangen, siehe: Peinlich, peinlich, Herr Nobelpreisträger Max Born… und schreibt darüber in seinem Blog 11. Brief aus meiner Mühle:

Zitat Wolfgang Herrig:

Einen besonderen Leckerbissen gedanklicher Pirouetten bietet der Nobelpreisträger Max Born in seinen Buch: Die Relativitätstheorie Einsteins (Springer-Verlag, 1969) an. Demnach handelt es sich bei all den Kontraktionen, Dilatationen und Massenzunahmen gar nicht um „Realitäten“. Die Kommentare zu seinem Text (in Klammern) sind von mir:

„Aber die Einsteinsche Theorie gibt keine Ursache an, behauptet (nanu, kein „Beweis“?) vielmehr, dass die Kontraktion (gemeint ist die Lorentz-Kontraktion) von selbst (!), als Begleitumstand der Tatsache der Bewegung einträte (wieso Tatsache? Bewegung ist angeblich doch völlig relativ und kann durch Koordinatentransformation in „Ruhe“ verwandelt werden), ….Die Kontraktion ist also nur eine Folge der Betrachtungsweise, keine Veränderung einer physikalischen Realität (was versteht Born unter „Realität“, wenn man es doch beliebig sehen kann? Aber immerhin: die Veränderungen sollen nicht real (?) sein). Also fällt sie nicht unter die Begriffe von Ursache und Wirkung (das haben meines Wissens sonst nur Wunder und angeblich auch gewisse Effekte der Quantentheorie so an sich). Durch diese Auffassung wird auch jene berüchtigte Streitfrage erledigt, ob eine Kontraktion „wirklich“ oder nur „scheinbar“ ist. Wenn ich mir von einer Wurst eine Scheibe abschneide, so wird diese größer oder kleiner, je nachdem ich mehr oder weniger schief schneide. Es ist sinnlos, die verschiedenen Größen der Wurstscheiben als „scheinbar“ zu bezeichnen und etwa die kleinste, die bei senkrechtem Schnitt entsteht als die „wirkliche“ Größe.“

Hier ist Max Born in absoluter Hochform! Man schneidet in der Tat eine Wurst „schief“ an, um größere Scheiben zu erhalten. Wer käme denn auf den Gedanken, die großen Scheiben als nur „scheinbar groß“ anzusehen? Oh, je, Max, seufz(!). Aber, zu seiner Ehrenrettung sei gesagt: man merkt ihm schon auf den Seiten vorher die Verzweiflung an und glaubt zu spüren, dass er das Manuskript am liebsten in die Ecke werfen würde. Aber was half’s? Als Professor musste er seine Studenten damit traktieren. So blieb der alte Fuchs- wie immer- stur in Deckung. Nicht er selbst wollte das alles seinen Lesern oder Hörern vorgegaukelt haben, nein, Einstein war’s.

Nicht nur ich - und eine Vielzahl von qualifizierten Autoren, sowohl Relativisten als auch Kritikern - haben also Schwierigkeiten mit der (richtigen?) Interpretation der Natur der Längenkontraktion in der SRT (siehe zum Beispiel allein hier insgesamt 30 Autoren), sondern sogar die Väter der Relativitätstheorie selbst hatten offenbar damit große Probleme. Na ja, sie sind zumindest alle außer Gefahr vom Albert Einstein Institut wegen falscher Interpretation der Längenkontraktion vor Gericht angeklagt zu werden, das steht mir noch bevor. ;) (siehe Dr. Markus Pössel bricht die Korrespondenz ab).

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Britta » Mo 6. Sep 2010, 13:36

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Aber die Relativisten verweilen am liebsten in einer fiktiven, mathematischen 4. Dimension, zusammen mit "Rad-Weltlinien-Würsten", unsere alltäglichen drei Dimensionen sind ihnen wohl zu biedern. :cry:

Diese 4. Dimension ist nunmal nicht fiktiv, sie ist real.

Hier offenbart sich genau dein Problem: Du kannst nur 3-dimensional denken, weswegen du die SRT niemals verstehen wirst, willst aber Leute kritisieren, die das können und dir eindeutig im Denken was voraus haben. :lol:
Deutlicher geht es kaum noch.

Kurt hat dasselbe Problem. Solange er Zeit als 4. Dimension nicht akzeptieren kann, wird das mit ihm auch nie was.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Kurt » Mo 6. Sep 2010, 16:08

Hallo Britta,

Britta hat geschrieben:Kurt hat dasselbe Problem.


welches Problem, wie äussert sich das?

Gruss Kurt
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 6. Sep 2010, 18:14

Chief hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Aber die Relativisten verweilen am liebsten in einer fiktiven, mathematischen 4. Dimension, zusammen mit "Rad-Weltlinien-Würsten", unsere alltäglichen drei Dimensionen sind ihnen wohl zu biedern. :cry:

Diese 4. Dimension ist nunmal nicht fiktiv, sie ist real.

...

Und wo befindet sich diese Zeitachse, z.B. in Kartesischen Koordinaten? Welche Winkel hat sie zu x- y- und z-Koordinate die ja untereinander einen Winkel vom 90° haben? Wie läuft dann die Zeit im Bezug zu allen diesen Koordinaten. Z.B. was it t(x), t(y) und t(z) in deiner 4-dimensionalen Welt? Wie ist die Gesamtzeit T(x,y,z) definiert?

Können mehrere Beobachter die "Zeit" unter sich aufteilen? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

hmm... Ich meine... wenn mehrere Beobachter die Zeit sorgfältig auf einer Achse legen und darauf die Wurst packen, und wenn jeder Beobachter der Reihe nach mit verschiedenen Winkeln die Weltlinie-Wurst von Dr. Joachim Schulz und vom Nobelpreisträger Max Born anschneidet, dann könnte man doch unter Umständen sagen - um endlich ein Kompromiss mit den Relativisten und den Trollen zu schließen - dass die Beobachter sich die Zeit zusammen mit der Wurst aufgeteilt haben: Man könnte ja davon ausgehen, dass die Zeit sich auf der Achse mit der Wurst ganz vermischt hat und eine untrennbare räumliche Einheit „Zeitwurst“ bildet, oder nicht? (oder sollte man sie lieber zum besseren Verständnis als „Wurstzeit“ definieren?). Natürlich müssen die Beobachter, wenn sie die Zeit auf der Achse legen höllisch aufpassen, dass sie sie dabei nicht allzu sehr schütteln, die Zeit soll furchtbar empfindlich bei Erschütterungen sein, sonst könnte es so kommen, dass die Zeitwurst nicht gerecht angeschnitten und aufgeteilt wird, und das ist sehr misslich, finde ich zumindest, oder? :|
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