Mirko hat geschrieben:
Wer bestimmt denn die Geschwindigkeiten zwischen Beobachter und Welle?
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Das bestimmt die klassische Physik mit der galileischen Geschwindigkeitsaddition: c +/- v
Das bestimmt die SRT mit der relativistischen Geschwindigkeitsaddition: c +/v = c
Meine Frage ist ganz konkret nach der Messung, keine Berechnung:
Wer misst welche Geschwindigkeit? Der Versuchsaufbau hört sich so an, als gäbe es noch ein drittes Objekt, einen weiteren Beobachter, der misst: a bewegt sich so schnell, b wieder so schnell und relativ zu einander sind sie wiederum so schnell. Dieses Objekt ist offenbar der Strand. Oder der "Raum"
Mirko hat geschrieben:
Es geht mir nicht um die technische Durchführbarkeit, sondern um die theoretischen Grundlagen.
Es gibt drei Möglichkeiten, die Relativgeschwindigkeit zwischen Raumschiff und Asteroid zu bestimmen ( wo ist eigentlich die Erde hin?)
- vom Asteroiden aus
- vom Raumschiff aus
- von außerhalb - z.B. der Erde
Misst man bei allen drei Versuchen dieselbe Relativgeschwindigkeit?
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Es kann in der Physik und in der Mathematik nur eine einzige Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten geben, also muss man zwangsläufig bei einem richtigen und brauchbaren Messverfahren dieselbe Relativgeschwindigkeit messen. Gibt es Abweichungen zwischen Messungen, muss man zwingend davon ausgehen, dass es sich um Messfehler oder um ungeeignete Messmethoden handelt.
Wenn man also vom Raumschiff aus eine andere Geschwindigkeit des Asteroiden misst als von der Erde, ist eine von beiden ein Messfehler? Und wer bestimmt, welche Messung die falsche ist?
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Aber auch wenn es für einen Beobachter im Weltraum technisch nicht möglich wäre, seine Eigengeschwindigkeit im Raum zu messen würde es nicht bedeuten, dass sie nicht existiert und dass er im Raum ruht, nicht?
Mirko hat geschrieben:
Wenn man nichts hat, mit dem man sich vergleichen kann, kann man auch nicht feststellen, ob man sich bewegt. Ohne konkreten Bezugspunkt keine Geschwindigkeit.
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Ist schon klar. Deshalb ist auch eine Geschwindigkeit immer eine Relation zwischen zwei Objekten. Und noch einmal: Ob ein Beobachter feststellen kann, ob er sich bewegt oder nicht spielt keine Rolle für die Tatsache, dass er sich bewegt oder nicht. Wenn ich nicht in der Lage bin, meine Geschwindigkeit zu bestimmen, wenn ich durch die Gegend laufe oder fliege bedeutet es nicht, dass ich nicht durch die Gegend laufe oder fliege, einverstanden?
Ja - man bewegt sich in Bezug auf die *Gegend* - mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit. Und man bewegt sich in Bezug auf ein anderes Objekt wiederum mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit. Diese beiden Geschwindigkeiten sind aber nicht zwangsläufig identisch. Siehe Beispiel Geschwindigkeit Polizeiauto und Raser und Straße.
Deshalb eben die Frage, ob es egal ist, wer eine Geschwindigkeit bestimmt. Wenn das nicht so ist, wer bestimmt dann, welche Geschwindigkeit die richtige ist?
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Und es ist klar: Ein Bewegungzustand existiert prinzipiell nur zwischen (paarweise) zwei Objekten und es können folgende Bewegungszustände (relativ zu einem gemeinsamen Bezugssystem) konkret und physikalisch in der Natur vorliegen:
1. A und B ruhen zueinander
2. A ruht und B bewegt sich
3. B bewegt sich und A ruht
4. A und B bewegen sich beide zueinander
Die Konstellationen 1 bis 3 sind nicht strittig, es herrscht völliger Konsens.
Allein die 4. Konstellation ist stark strittig und allein die 4. Konstellation ist diejenige, die wir hier mit zwei ähnlich gelagerten Gedankenexperimenten untersuchen (Strandexperiment und Raumschiff/Asteroid)
Auch hier wieder - wie und von welchem Standpunkt aus kann man diese Zustände feststellen? In Bezug auf was ruht A bzw. B bei 2. und. 3.?
Wenn A und B zueinander Ruhen, dann heißt das, Ihre Relativgeschwindigkeit zu einander ist = 0 - Aber sie können sich dabei gleichzeitig mit derselben Geschwindigkeit in Bezug auf ein 3. Objekt bewegen.
Was misst man denn vom Raumschiff bzw. dem Asteroiden aus, wenn man jeweils das andere Objekt anpeilt und was misst man von der Erde aus?
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Es geht hier darum die Relativgeschwindigkeit in dieser 4. Konstellation (A und B bewegen sich beide zueinander) zu bestimmen. Dafür stehen zwei widersprüchliche Additionstheoremen zur Verfügung, die sich mathematisch gegenseitig ausschließen und physikalisch widerlegen - wenn ein wahr ist, ist der andere falsch:
Geschwindigkeitsaddition nach Galilei: c +/- v = x
Geschwindigkeitsaddition nach Einstein: c +/- v = c
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
4. ist nur ein Sonderfall von 2. und 3. Wenn 2 und 3 also bei dir klar sind, dann ist auch 4 klar und kann nicht strittig sein.