Harald Maurer hat geschrieben:Wellenfrontenschnipsel rutschen nicht im Teleskop runter, wenn die Wellen, die die Front erzeugen, nicht mehr da sind!
Auch ein Laserstrahl wäre von der Wand des Teleskops unterbrochen! Denn der Strahl käme ja nach wie vor schräg vom Entstehungspunkt. Nur quasi seine Spitze senkt sich von oben herab. Bis die Wand des Teleskops ihn unterbricht!
Die Front ist doch bereits erzeugt. Sie läuft nur weiter. Und im Rohr läuft ein Teilstück weiter. Und zwar senkrecht, weil die Welle nicht nur mit c gegenüber dem Zentrum läuft, sondern überlagert gemeinsam mit dem Zentrum außerdem mit v. Aus beiden Komponenten ergibt sich die senkrechte Richtung. So wie ein Schwimmer über einen Strom schräge im Wasser schwimmt (c) und mit der Strömung (v) zurückgerissen wird. Resultierend überwindet er den Strom senkrecht.
Diese ganzen Überlegungen sind überhaupt nicht notwendig. Der Effekt der Aberration ist doch unbestritten. Würde Jupiter fixiert sein und sich die Erde bewegen, so würde doch infolge Aberration die Sichtachse zur Wellennormalen geneigt sein. Aberrationseffekt eben. Wenn nun Jupiter zwar bewegt ist und zu einem Zeitpunkt eine Sphäre abstrahlt, dann ist seine Abstrahlposition als Mittelpunkt der einen Sphäre ebenfalls fixiert. Kein Unterschied zum vorigen Fall. Beim Eintreffen dieser Sphäre ist wieder Sichtachse zur Normalen verdreht. Wo sich der Jupiter inzwischen befindet, ist zweitrangig. (Er befindet sich bei mit der Erde gekoppelter Bewegung gerade an der Sichtposition.)
Wenn Du also die Neigung der Wellennormalen zur Sichtachse infrage stellst, dann stellst Du die Aberration überhaupt infrage. Das geht aber nicht, da sie nachgewiesen ist.
Stimmt das also mit der "gewöhnlichen" Aberration links im Bild, so stimmt das auch für unseren fall rechts im Bild. Da ist kaum ein Unterschied, außer der tatsächlichen Jupiterposition. Die interessiert aber gar nicht besonders. Interessiant ist nur die gesehene Position.
Gruß
Ernst
