Hallo Joachim,
Zitat:
„Und genau in dem Sinne ist die Zeitdilatation real: Ob für zwei Objekte tatsächlich unterschiedliche Zeit vergeht, kann man nur durch lokale Messungen feststellen. Man braucht nur jedem der Objekte eine, möglichst mehrere Uhren mitgeben, die vor Ort die vergangene Zeit messen. Wenn sich die Objekte dann wiedertreffen, kann man vor Ort die Uhren, die das eine Objekt begleitet haben, mit den anderen Uhren vergleichen. Jetzt mal unabhängig davon ob das ausreichend genau gemacht wurde: Stimmst du darin überein, dass die Überprüfung der Zeitdilatation zumindest im Prinzip durchführbar ist? In dem Fall muss es sich doch nach deiner Definition (nur Messungen vor Ort) um einen realen Effekt handelt. Der ist dann halt entweder vorhanden (wenn ich recht habe) oder nicht vorhanden (wenn ich mich irre).“
Das Problem dabei ist, dass Du in dieser Aussage mehrere Fehler begehest:
Zeitdilatation – was Du zu beschreiben versuchst ist eine Uhrdilatation. Uhren können keine Zeit messen. Um es deutlicher zu beschreiben: Der Uhrmacher stellt die Uhr nach seiner „Zeit“ – d.h. nach bestimmten vereinbarten Zeitabläufen. Dann nimmt Mister X die Uhr mit auf Reisen und reist in einem Gebiet, wo, nehmen wir mal an, die Zeit schneller oder langsamer verläuft. Jetzt darfst Du mal erklären, wie diese mitgenommene Maschine, namens Uhr, diese anderslaufende Zeit messen kann! Womit wird sie messen, wie wirst Du die Uhr an diese Zeit anbinden - mit Wunderzeitfühler, oder?
Um die Uhren sich wiederzutreffen, ist eine Beschleunigung unausweichlich (s. Anmerkung von Sommerfeld, wo er den Einsteins Fehler auszubügeln versucht). Aber es geht schon, man kann die Prozedur auch ohne Beschleunigungen durchführen (die Drillinge)
Dann kommt das Problem mit der Synchronisation – das Problem ist eher theoretischer Natur – wird die Synchronisation vor Ort und in Ruhe zueinander, dann später in relativer Bewegung anerkannt oder nicht. Es ist klar, dass die eine Uhr zwischenzeitlich beschleunigt wird und nach der Beschleunigung eine abweichende Zeitanzeige haben wird – wir werden aber nicht der Zeitversatz, sonder Gang vergleichen.
Sonst, natürlich kann man eine Uhrdilatation so vergleichen. Man braucht aber nur eine Sekunde zu überlegen und festzustellen, dass so eine Uhrdilatation unmöglich ist. Womit wird die Uhr feststellen können, dass sie „bewegt“ ist? Genau die SRT sagt: Gleichberechtigte IS und das Relativitätsprinzip lautet, alle sind für sich in Ruhe.
Wenn Du jetzt versuchst mit der Poincaré & Einsteinsynchronisation zu kommen und zwei Uhren auf Abstand zu „synchronisieren“, muss Dir schon klar sein, dass nur beim Vorhandensein eines Äthers ein abweichender Uhrgang daraus resultieren kann.
Zitat:
„Dazu müsstest du sie aber kennen. Die Behauptung Hafele und Keating seien "Amateure, die das Wort „Physik“ nur als Wörterbucheintrag kennen", ist ganz sicher keine Tatsache, sondern nur billige Polemik.“
Die Tatsachen dabei sind so augenstechend, dass man sie nicht übersehen darf. Und wenn die zwei schon von Anfang an einen dicken Denkfehler haben (nichts schlimmes, kann jedem passieren, obwohl es sich hier um Naivität handelt), dann aber aus den ernüchternden Ergebnissen eine verbogene Darstellung basteln, um das verschleuderte Geld zu rechtfertigen, sind sie keine Physiker mehr.
Und, um seine Wut auszudrücken, darf man doch auch etwas „billige Polemik“ einbauen – ist doch menschlich.
Gruß
Ljudmil