Ernst hat geschrieben: Konzentriere Dich auf die Erde und betrachte, aus welcher Richtung die erste Front auf die Erde trifft; von oben
Diese Sphäre trifft ja auch zu einem anderen Zeitpunkt auf die Erde! Wenn Du die einzelnen Sphären beurteilst, dann musst Du auch die gleichen Zeitpunkte nehmen. Der Zeitpunkt der Messung ist jener, wo die Sphäre eben parallel zur Messbasis eintrifft. Ein wenig Mitdenken wäre schon angebracht...
Und der Zauberer Merlin erzeugt keine Sphären aus dem nichts, sondern die Animation bezieht sich auch auf das Gleichnis mit dem Boot auf dem See. Es ist doch klar, dass ein ins Wasser geworfener Stein mehrere Wellensphären erzeugt. Daher auch die zweite Animation, die "etwas realistischer" verläuft - aber natürlich nicht völlig realistisch. Jupiter erzeugt in jener Frequenz, die wir gemessen haben, ja 20 Millionen Sphären in der Sekunde - und die laufen quasi etwas hinterher.
Jetzt gehst Du wieder von der Aberration aus. Und wunderbarer Weise kompensiert diese Aberration just die Verschiebung, sodass Jupiter an der wahren Stelle gesehen würde. Seltsam, dass Astronomen aber beide Effekte getrennt korrigieren, wenn sie den wahren Ort eines Planeten berechnen wollen. Die Aberration aus der Relativbewegung der Planeten und die Verschiebung! Das müssten sie ja gar nicht machen, denn Deiner Erklärung nach sieht man ohnehin jeden Planeten dort, wo er ist! Da sollte man die Astronomen wirklich mal darauf aufmerksam machen, dass sie alle falsch rechnen...
Es ist ganz einfach. Jupiter und Erde haben keine Relativbewegung zueinander und die etwas verschobene Sphäre auch nicht zu den Planeten, sie ist bloß etwas verschoben. Das ganze bewegt sich ohne Veränderung durch das All. Es gibt keine Aberration. Die einmal entstandene Konstellation bleibt völlig unverändert. Wellenfronten bilden sich dort, wo Photonen dieselbe Laufzeit und Strecke hinter sich haben. Sie alle werden während der Bewegung emittiert und deshalb gehen alle Sphären und Fronten mit dem System mit. Das sieht man in der zweiten "etwas realistischeren" Animation deutlich. Und man sieht, dass die einmal eingestellte Messbasis immer gleich von den Fronten berührt wird. Würde die Erde samt Basis nicht rotieren, bliebe das auch so, solange sich die Planeten parallel zueinander bewegten. Was natürlich nicht ewig so bliebe. Sie bewegen sich ja unterschiedlich schnell um die Sonne, und nur aus dieser Relativbewegung gibt es eine Aberration. Die Verschiebung müssten die dummen Astronomen gar nicht beachten, denn sie wäre ja mit der Aberration, die Deiner Meinung nach von dieser Verschiebung selbst verursacht wird, völlig kompensiert.
Merkst Du nicht, dass da etwas nicht richtig sein kann?
Ich würde mal abschließend sagen: Jeder soll seine Meinung behalten.
Grüße
Harald Maurer