Harald Maurer hat geschrieben:Ja, weil die Pfeile die Geschwindigkeit des Schützen dazu bekommen. Das Beispiel ist dennoch in Ordnung. Denn übertragen auf Jupiter als Schützen muss man natürlich annehmen, dass der Abschussort des Pfeils im Äther fixiert ("ruhend") bleibt, während der Schütze und Männchen sich nach dem Schuss weiter bewegen. Wir befinden uns ja im Äther und der Pfeil bewegt sich mit konstanter Geschwindigkeit in Bezug zum Äther fort. Um zu verstehen, wie's gemeint ist, muss man sich einfach die Photonen als Pfeile vorstellen, die mangels Trägheit nicht mit dem Jupiter-Erde-System mitziehen. Dass man soweit mitdenkt, habe ich eigentlich erwartet.
Ja eben, und deswegen hat das Photon im Bezugssystem Erde/Jupiter eine andere Richtung als im Äther, die Bewegungsrichtung ist gedreht. Zwar muss im Äthersystem vorgehalten werden, damit das Photon die Erde trifft, im Bezugssystem Erde/Jupiter ist die Richtung dann aber wieder senkrecht.
Harald Maurer hat geschrieben:Die Galilei-Transformation führt in die Irre, wenn man von einem Absolutsystem (kein Inertialsystem!) in ein bewegtes transformiert. Ist ein BS kein Inertialsystem ist auch das andere keines!
Na das ist aber abenteuerlich. Seit wann ist der Äther kein Inertialsystem?
Harald Maurer hat geschrieben:Das Argument, dass sich im Laufe eines Jupiterjahres der Aberrationswinkel ändern müsste, ist richtig, Das gilt auch für alle anderen Planeten. Leider ist das Planetensysten kein makelloses Uhrwerk, sondern chaotisch; d.h. alle Planetenbewegungen und Rotationen sind unregelmäßig, weil sie einander beeinflussen. Auch unsere Erde, auf welcher der geplagte Astronom die Planeten beobachten soll, tanzt in Wahrheit einen kosmischen Walzer und zieht nicht mit göttlicher Gleichmäßigkeit dahin. Die Frage ist daher, ob man diese wegen der großen Entfernungen extrem kleinen Aberrationswinkel und ihre allfälligen Veränderungen überhaupt feststellen bzw. die geringen optischen Bahnabweichungen aus den allgemeinen Abweichungen herausrechnen kann. Es sind offenbar noch keine speziellen Untersuchungen in dieser Richtung durchgeführt worden.
Ein Aberrationswinkel von 0,001 Radiant ist für einen Astronomen keine geringe Abweichung ...
Schau dir mal die Modelle wie sie im Stellarium oder wie diese Programme alle heißen verwendet werden an, die sagen die Position eines Planeten für die nächsten 200 Jahre weitaus genauer vorher. Wie sollten diese Modelle funktionieren, wenn so ein Aberrationshammer zuschlagen würde?
