fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Wenn meine Annahmen zur Rechnung falsch sind: was ist falsch und welche "richtigen Annahmen" hast du getroffen"?
Du rechnest mit der Galilei-Transformation. Die eignet sich aber nicht dazu, den tatsächlichen Sachverhalt zu "transformieren". Wie ich gleich zeigen werde.
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Wenn man die Existenz eines Äthers voraussetzt und ebenso die Gültigkeit der Galilei-Transformation, dann sind im Allgemeinen in einem zum Äther bewegten Bezugssystem der Wellenvektor und der Geschwindigkeitsvektor eines Photons NICHT mehr parallel.
Das ist falsch!
Nun, jetzt lade ich mal alle Teilnehmer dazu ein, mir bei folgendem Gedankenexperiment zu folgen.
Links sehen wir den Abschnitt einer Straße und ein PKW soll diese Straße senkrecht überqueren. Auf dem PKW ist ein Fernrohr montiert. Die Sichtachse dieses Fernrohrs entspricht der Fahrtrichtung - und wer immer auch durch dieses Fernrohr schaut, wenn das Fahrzeug am Ziel angelangt ist, wird den Startpunkt sehen.
Nun nehmen wir an, die Straße ist ein Laufband, das sich von rechts nach links bewegt und der PKW habe wiederum die Aufgabe, vom gleichen Startpunkt zum gleichen Ziel zu fahren. Auch jetzt ist das Fernrohr unverändert auf seinem Dach montiert.
Was muss das Fahrzeug tun, um das Ziel trotz bewegter Fahrbahn zu erreichen? Es muss einen Winkel vorgeben, also eine schräge Fahrlinie wählen - und der Winkel muss so ausfallen, dass der PKW nach durchfahrener Strecke genau am Ziel ankommt. Um den Winkel vorzugeben, muss sich der PWK etwas drehen, dabei nimmt auch das Fernrohr die entsprechende Neigung ein.
Nun fährt der PKW und gleichzeitig bewegt sich das Laufband, und wenn das Fahrzeug am Ziel ankommt, hat es zwar offensichtlich die Straße senkrecht überquert - aber zum Unterschied zur unbewegten Straße hat es noch immer die Neigung, die es einnehmen musste, um den Winkel vorzugeben. Wer nun durch das Fernrohr guckt, sieht nicht den wahren Startpunkt, sondern einen imaginären Punkt, auf welchen die Sichtachse des Fernrohrs zeigt.
Hat das Fahrzeug tatsächlich die Straße senkrecht überquert? Sieht ja so aus, nicht? Aber im Gegensatz zur vorhergehenden Situation hat es eine längere Fahrstrecke durchmessen und mehr Treibstoff verbraucht. Außerdem ist es schräg angekommen anstatt gerade! Und die Sichtachse des Fernrohrs hat die ganze Zeit nicht auf den Startpunkt gezeigt.
Hat uns die Galilei Transformation das alles verraten können? Nein. Denn nach Galilei-Transformation würde die rechte Darstellung aussehen wie die linke, ohne auf die Verdrehung des Fahrzeugs und Fernrohrs einzugehen.
Es wäre also falsch, die Galilei-Transformation anzuwenden und daraus Schlüsse zu ziehen!
Nun übertragen wir dieses Schema mal auf die Situation, in welcher sich nicht die Straße, sondern die Straßenränder parallel nach rechts bewegen. v bezieht sich nun auf den "Ätherwind".
Der obere Straßenrand wird zur Jupiterbahn und der untere zur Erdbahn. Die Situation stellt eine völlige Analogie zur vorhin geschilderten dar. Wenn wir den PKW vom Start zum Ziel laufen lassen, so muss er wiederum einen Winkel vorgeben und sich samt Fernrohr schräg stellen. Der PKW soll ein Photon sein, die PKW-Vorderseite steht im rechten Winkel zur Sichtachse und diese ist nichts anderes als der Wellenvektor, wenn wir die PKW-Front als Wellenfront bezeichnen. Das PKW-Photon ist also unterwegs und der Ätherwind bewegt dieses so wie im vorhergehenden Bild von rechts nach links und wenn es am anderen Straßenrand ankommt, ist alles so wie im vorigen Beispiel: wer jetzt durch das Fernrohr guckt, sieht genau entlang der Sichtachse (= Wellenvektor!) auf den Startpunkt, weil das Fernrohr schräg steht und genau auf diesen zeigt, obwohl der wahre Startort sich weiterbewegt hat. Wesentlich ist dabei, dass der Winkel (= Aberrationswinkel) auch die Wellenfront betrifft, die nach wie vor rechtwinkelig zur Sichtachse liegt. Wenn man nun weiß, dass das PKW-Photon eine Sphäre durchmessen hat und man nun schaut, wie der Rand der Sphäre mit der Wellenfront am Ziel zusammenkommt, wird sehen, dass die Wellenfront genau tangential am Rand liegt. Eine Messbasis, die sich am Fernrohr, sprich Wellenvektor, sprich Sichtachse oder sprich nach dem, was das Fernrohr zeigt (nämlich ein virtuelles Bild des Starpunkts!) orientiert und sich genau rechtwinkelig dazu anordnet, liegt haarscharf parallel zur hier ankommenden Wellenfront und die Messpunkte A und B an den Enden der Basis werden gleichzeitig von der Wellenfront berührt.
Die Tatsache, dass Wellenvektor und Wellenfront immer senkrecht zueinander stehen müssen, geht auf dem Umstand zurück, dass die elektromagnetische Welle eine Transversalschwingung ist!
Alle bislang gezeigten Erkärungen, insbesondere das Argument mit der Galilei-Transformation, sind falsch. Es ist sehr wohl möglich, aus einer Wellenfront des Jupiter gleichzeitig Signale zu entnehmen und zu senden. Dazu genügt die Ausrichtung nach dem virtuellen Bild des Planeten, denn mit dieser Ausrichtung wurden jedenfalls die Transitdaten ermittelt.
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:LET und SRT verwenden den selben Formelapparat. Sie liefern damit die selben Aussagen zur physikalischen Realität. Die Ontologie dahinter ist Philosophie keine Physik. Um es klar auf den Punkt zu bringen: Die Lorentz-Transformation - und damit die SRT und die LET - sagt für die Signalgeschwindigkeit in der Messtrecke in beiden Richtungen die Geschwindigkeit c voraus. Wenn du mit deinem Jupiterexperiment etwas Anderes gemessen hast (eine Laufzeitdifferenz zum Zeitpunkt des Transits) waraus sich reproduzierbar ergibt, dass die Signalgeschwindigkeit c+v bzw. c-v ist, dann hast du BEIDE Theorien widerlegt - die SRT und die LET.
Was die Lorentztransformation sagt, ist ebenso nichtssagend wie das, was die Galilei-Transformation sagt. Wir haben doch soeben gesehen, dass die Galilei-Transformation nicht in der Lage ist, die Sitation adäquat zu transformieren. Die LT sagt nichts über die Grundannahmen aus, und die sind eben unterschiedlich: bei Lorentz bezieht sich die konstante LG auf das Medium, bei Einstein auf jedes beliebig definierbare IS. Welche Grundanahme zutrifft, lässt sich prinzipiell mit der Methode, die im Jupiter-Experiment angewandt wurde, eindeutig feststellen.
Grüße
Harald Maurer
