Lieber Ernst,
„Die werden nicht zappeln, weil die Sache mit der RdG im Sinne der SRT sonnenklar ist. Ich hatte daher die Frage nach der negativen Zeit auch mehr satirisch gemeint.“
Sie zappeln nach wie vor. Lass lieber Deine Frage so, wie sie war – war ganz berechtigt.
„Tria hat schon richtig begründet, nur eben etwas "durchwachsen". Hätte sie direkt mit der RdG argumentiert, hätte sie sofort alles geklärt.“
Nein, sie meinte, wenn 0-Punkte versetzt. Und das bedeutet Startpunkte – d.h. wenn die „bewegten“ nicht im KS-Ursprung der „unbewegten“ starten. Die Grundformeln der LT gelten aber nur für zwei IS mit gemeinsamen KS-Ursprung, die sich voneinander entfernen, sonst sind zusätzliche Korrekturen (Versetzungen) hinein zu implementieren. Und im Beispiel existieren solche „Versetzungen“ nicht – es wird mit den Grundgleichungen gerechnet und t´= negativ bekommen.
„Einfach Erklärt werden die "negativen Zeiten" mittels der RdG, wobei sich erweist. daß es gar keine negativen Zeiten sind.“
Stimmt nicht! Es sind negative Zeiten – die Erklärung ist gefragt.
„Anschaulich: K ist der Bahnsteig; K' ist ein langer Personenzug. Der Bahnvorsteher steht in der Mitte des Bahnsteiges und vor ihm befindet sich gerade der mittlere Wagen des Zuges. In jedem Fenster des Zuges hängt eine Uhr. Die Uhr des Bahnvorstehers zeigt gerade 12 Uhr. Ebenso die Uhr im mittleren Wagen vor seiner Nase. Aber alle anderen Zuguhren zeigen in diesem Moment eine andere Zeit. In Richtung Zugende nacheinander 12.05, 12:10 usw, im letzten Wagen 13:00 Uhr. In Richtung Lokomotive 11:55; 11:50, usw., im Wagen vor der Lokomotive 11:00 Uhr.“
Das stimmt schon, beschreibt aber was ganz anderes. Die Uhr vor der Lok würde aus Sicht des Bahnvorstehers 11h zeigen, weil die Weltlinie dieser Uhr nicht den KS-Ursprung des Bahnvorsteher kreuzt – d.h. wie oben bei Trigemina – es gibt ein Start-Versatz von x_0 (Wagen vor der Zug – entfernt auf x_0). Und wenn ich Dir den Versatz verrechne, zeigt die Uhr auch 12. Oder wenn ich seine Weltlinie bis Kreuzung mit dieser des Bahnvorsteher (x = 0) verfolge, dann sieht man, dass diese eine Uhr beim Vorsteher z.B. 10h gezeigt hat – sie ist also positiv gelaufen.
Im Beispiel ist aber eine bewegte Uhr, die beim Bahnvorsteher (gemeinsamer KS-Ursprung, kein Versatz) auf 0 gestellt wurde und mit v sich t-Zeit entfernt hat, als irgendwo vor der Lok ein Punktereignis sich ereignet.
Die Koordinaten des Punktereignisses sind für den Bahnvorsteher t und x. Gefragt sind die Koordinaten des Punktereignisses, die die „bewegte“ Uhr (Beobachter), die schon seit 2s mit v in Richtung Ereignis unterwegs ist, ihm (Punktereignis) zuordnen wird.
Jetzt rechne ich Dir, was der Bahnvorsteher auf die „bewegte“ Uhr bei t = 2s „sehen“ würde:
Ereignis ist jetzt die „bewegte“ Uhr (bewegter KS-Ursprung) – beide Uhren wurden direkt vor Ort beim Bahnvorsteher auf 0 gesetzt:
t´_UhrB = t/y = 2s/1,6666 = 1,2s positiv – glaubst Du mit nicht? - ja dann mit LT
t´_UhrB = (t – v*x)*y = (2 – 0,8*1,6)*1,6666 = 1,2s positiv
x´_UhrB = (x – v*t)*y = (1,6 – 0,8*2)*1,6666 = 0 – ist ja klar, die bewegte Uhr ist am Bord des „bewegten“ IS.
Wie Du sehen kannst, „sieht“ der Bahnvorsteher keine Zeit kleiner als beim Start.
„Bei gewissen Konstellationen, und die von Tria ist so eine, zeigen die vorne liegenden Uhren jedoch immer noch eine Zeit unter t=0 (im Beispiel unter 12 Uhr).“
Und wie ich Dir erklärt habe, gibt es im Beispiel keine „vorne liegenden“ (um x_0 versetzte) Uhren. Die LT zeigt im Beispiel ohne Startversatz eine negative t´.
Somit ist der Versuch von Tria, irgendwie die negative Zeit zu rechtfertigen, kläglich gescheitert.
Liebe Grüße
Ljudmil