fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:In Graphenen benehmen sich die Elektronen wie masselose Teilchen, ähnlich Photonen oder Neutrinos.
Ja, ähnlich. Ihr Verhalten ist daher pseudo-relativistisch. Eine direkte Anwendung der Speziellen Relativitätstheorie vermag ich hier nicht zu erkennen. Die Berührungspunkte mit der Quantenmechanik (relativistische Quantenmechanik wendet man in Festkörpern eigentlich nicht an) über die Dirac-Gleichung oder Sine-Gordon-Gleichung könnten eine Anwendung der SRT suggerieren - aber auch nicht wirklich, denn die Dirac-Gleichung sieht zwar "relativistisch" aus, kann aber grundsätzlich mit der SRT gar nichts zu tun haben, denn der Spin der Elektronen ist bezugssystemunabhängig und die SRT ist außerdem für Drehbewegungen solcher Art eigentlich nicht zuständig. Nicht überall, wo SRT draufsteht, ist SRT drin. Und nicht überall. wo der Gammafaktor in den Gleichungen aufscheint, handelt es sich um die SRT. Speziell dann nicht, wenn - wie bei den Graphenen - nicht mal die Lichtgeschwindigkeit, sondern die Fermi-Geschwindigkeit maßgeblich ist.
Die Brauchbarkeit des Gammafaktors (und nicht der SRT) ist aber unbestritten. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Absoluteffekte. Ich würde daher auch hier eher zu Lorentz tendieren als zu Einstein - aber höchstwahrscheinlich spielt das keine praktische Rolle.
Grüße
Harald Maurer