Messungen mit Laserpistolen

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Ernst » Fr 12. Feb 2010, 21:39

Chief hat geschrieben: Wäre es SRT kompatibel bräuchte man keine SRT. Die Lichtgeschwindigkeit im Messsystem ist im Bezug zum Auto vor Reflexion LG=c+v und nach Reflexion LG=c-v, darüber kann es keine Diskussion geben.

Darüber gibt´s ja auch keine Diskussion. denn natürlich ist auch in der SRT in einem IS eine Relatvgeschwindigkeit zwischen Licht und einem Objekt möglich. Denke an den vom Bahndamm beobachteten Einsteinzug und den Blitz. Jedoch aus dem IS des Objektes heraus stellt sich das nach Klassik und SRT unterschiedlich dar. Das steht hier aber nicht zur Sache. Also das, was sich beim Polizeiradar abspielt, konterkariert nicht die SRT.
Daß sich bei hohen v nach SRT ein quantitativ anderer Dopplereffekt als in der Klassik ergibt, steht außer Frage. Aber beim Polizeiradar ist das nicht erwähnenswert. Es sei denn, einer düst tatsächlich mit 0.5c. ;)

Gruß
Ernst
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 12. Feb 2010, 22:31

Ernst hat geschrieben:
Bei der Laufzeitmessung mittels Laser wird die Objektgeschwindigkeit nicht direkt gemessen.
Machen Sie sich das an einem Beispiel klar. Für den erstern Lichtimpuls wird eine Laufzeit von 10/300000s gemessen. Der zweite Impuls wird nach 10 Sekunden gesendet. Seine Laufzeit wird zu 8/300000s gemessen. Die Differenz beider Laufzeiten beträgt also 2/300000s. Die Einweglaufzeitdifferenz beträgt die Hälfte davon; 1/300000s. Dieser Laufzeitdifferenz entspricht eine Abstandsdifferenz S=c*t = (300000km/s)*(1/300000s)= 1km. Das Auto hat folglich in 10 Sekunden 1 km zurückgelegt. Das sind 360 km/h. Der Porsche war etwas schneller als die Polizei erlaubt. ;)
Also da kommen Relativgeschwindigkeiten des Lichts und Frequenzänderungen gar nicht vor. Alles ganz klassisch und natürlich auch SRT konform.


Wäre die LG wie postuliert unabhängig von der Geschwindigkeit des bewegten Objektes, würde für den ersten Lichtimpuls ganz genau die gleiche Laufzeit wie für den 2. Impuls gemessen, und zwar bei allen bewegten Objekten immer gleich, es gäbe keine Laufzeitdifferenz und man könnte die einzelnen Eigengeschwindigkeiten nicht ermitteln. Diese postulierte Konstellation ist jedoch so abstrus und so surrealistisch, dass man sich so etwas nicht vorstellen kann. :?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Hannes » Fr 12. Feb 2010, 22:57

Hallo Ernst !

    Daß sich bei hohen v nach SRT ein quantitativ anderer Dopplereffekt als in der Klassik ergibt, steht außer Frage. Aber beim Polizeiradar ist das nicht erwähnenswert. Es sei denn, einer düst tatsächlich mit 0.5c.

Ich bin auch der Meinung, dass sich "relativistische" Effekte erst bei
Geschwindigkeiten im astronomischen Bereich auswirken, wenn es sie
überhaupt gibt.

Was ja auch bei Haralds Experiment bereits zum Ausdruck kam.

Das Beispiel Doppelsterne ist auch nicht umsonst durchdiskutiert worden.

Mit Gruß Hannes
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Mordred » Fr 12. Feb 2010, 23:35

Jocelyne hat geschrieben:Relativ zu was ist c immer gleich schnell? Eine Geschwindigkeit ohne Bezugsangabe macht keinen Sinn...
Relativ zu allem unbewegten.

Jocelyne hat geschrieben:Die Kritiker bestreiten, und ich auch ganz vehement, dass c immer gleich schnell zu allen bewegten Beobachtern sei, wie von Einstein postuliert.
Ein Auto fährt mit 300Km/h im Kreis.
1500 Zuschauer bewegen sich relativ zum Auto, wuseln durch die Menge.
Das Auto fährt immer 300Km/h.
Es ist immer gleich schnell zu allen bewegten Beobachtern. 300Km/h schnell.
Ob ich mich nun drauf zu oder wegbewege macht dem Auto und seiner Geschwindigkeit nichts.
Selbst wenn ich mit 300 neben her fahre so scheint es zwar als würde es stehen, aber es fährt mit exakt 300Km/h.

Jocelyne hat geschrieben:Und darum geht es in diesem Thread, um den bewegten Beobachter.
Der bewegte Beobachter misst c+v oder c-v. Das ändert aber nichts daran dass das Licht mit c ankommt.
Beim Wasser wäre es der Druck.
Gehe ich drauf zu Druck + v, oder Druck –v.

Jocelyne hat geschrieben:Einstein leugnet die mögliche Eigenbewegung von Beobachtern relativ zu einer Lichtquelle.
Schlecht....aber in sich und mit dem unbewegten Beobachter hat er in seinem Postulat recht.

Jocelyne hat geschrieben:Für ihn ruht ein Beobachter immer relativ zur Lichtquelle.
Wenn sich kein Beobachter bewegt, gibt es auch kein c+ oder c-; c bleibt c.

Nur ruhende Beobachter sind Gegenstand des Postulats.
Wenn nur ruhende Beobachter Gegenstand sind, dann hat er diesbezüglich also recht.
Das Glas ist insich immer gleich tief.

Gruß
Mordred
 
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Harald Maurer » Sa 13. Feb 2010, 01:42

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wäre die LG wie postuliert unabhängig von der Geschwindigkeit des bewegten Objektes, würde für den ersten Lichtimpuls ganz genau die gleiche Laufzeit wie für den 2. Impuls gemessen, und zwar bei allen bewegten Objekten immer gleich, es gäbe keine Laufzeitdifferenz und man könnte die einzelnen Eigengeschwindigkeiten nicht ermitteln.


Nein, für den 2. Impuls würde keinesfalls die gleiche Laufzeit gemessen, denn inzwischen hat sich der Abstand des bewegten Objektes zum Laser geändert!. Die Laufzeiten verändern sich von Impuls zu Impuls - und genau daraus kann man die Geschwindigkeit des Objektes ermitteln! Nähert sich das Objekt dem Laser, werden die Laufstrecken immer kürzer, entfernt es sich, werden sie länger !!
Es ist so wie Ernst schreibt. Aus der Sicht des Polizisten-Systems ist alles unproblematisch und die Messung funktioniert nach jeder Theorie, weil die Lichtgeschwindigkeit selbst gar keine Rolle spielt. Problematisch wird es, wenn man in das System des bewegten Objektes wechselt, denn hier ruht das Objekt und der Laser bewegt sich. Ein bewegter Laser müsste nach SRT aber eigentlich ausgehen, weil die Bedingungen für die stehende Welle verloren gehen. Eine stehende Welle bildet sich nur, wenn die gespiegelten Frequenzen übereinstimmen. Die bewegungsbedingten Doppler-Effekte erzeugen aber jetzt unterschiedliche Wellenlängen. Nun kann man zwar anhand der Intensitäten eine Welle konstruieren, die mit dem Laser mitläuft und auch Knoten bildet, die um den Lorentzfaktor zuzammenrücken, dabei verändert sich aber das elektrische Feld der elektromagnetischen Welle und ein mit dem Laser mitbewegter Beobachter könnte das messen und auf seinen Bewegungszustand schließen! Und das widerspricht dem RP ebenso wie der SRT.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Jocelyne Lopez » Sa 13. Feb 2010, 08:27

Mordred hat geschrieben:
Jocelyne hat geschrieben:Relativ zu was ist c immer gleich schnell? Eine Geschwindigkeit ohne Bezugsangabe macht keinen Sinn...

Relativ zu allem unbewegten.


Genau, das ist auch die Konstellation, die Einstein in seinem Postulat beschrieben hat, indem er das Wort „ruhend“ in Anführungszeichen gestellt hat.
Das bedeutet, dass c konstant ist zu alles, was auf der Erdoberfläche ruht.
c wurde auch stets relativ zur Erdoberfläche gemessen bzw. zu einem Beobachter, der auf der Erdoberfläche ruht.
Ich habe nichts gegen so eine Definition der Konstanz von c.

In unserem Beispiel mit den Radaren bedeutet es:
c ist immer gleich schnell relativ zu einem parkenden Auto. Einverstanden?
Das erlaubt aber keine Aussage darüber, wie schnell c zu einem fahrenden Auto ist, auch einverstanden?


Mordred hat geschrieben:
Jocelyne hat geschrieben:Und darum geht es in diesem Thread, um den bewegten Beobachter.

Der bewegte Beobachter misst c+v oder c-v. Das ändert aber nichts daran dass das Licht mit c ankommt.

Wir sind uns damit einig.


Mordred hat geschrieben:
Jocelyne hat geschrieben:
Nur ruhende Beobachter sind Gegenstand des Postulats.

Wenn nur ruhende Beobachter Gegenstand sind, dann hat er diesbezüglich also recht.
Das Glas ist in sich immer gleich tief.

Genau, damit waren wir uns schon einig. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Jocelyne Lopez » Sa 13. Feb 2010, 09:20

Harald Maurer hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Wäre die LG wie postuliert unabhängig von der Geschwindigkeit des bewegten Objektes, würde für den ersten Lichtimpuls ganz genau die gleiche Laufzeit wie für den 2. Impuls gemessen, und zwar bei allen bewegten Objekten immer gleich, es gäbe keine Laufzeitdifferenz und man könnte die einzelnen Eigengeschwindigkeiten nicht ermitteln.

Nein, für den 2. Impuls würde keinesfalls die gleiche Laufzeit gemessen, denn inzwischen hat sich der Abstand des bewegten Objektes zum Laser geändert!. Die Laufzeiten verändern sich von Impuls zu Impuls - und genau daraus kann man die Geschwindigkeit des Objektes ermitteln! Nähert sich das Objekt dem Laser, werden die Laufstrecken immer kürzer, entfernt es sich, werden sie länger !!


Das leuchtet mir völlig ein. Das ist so in der Natur und in der klassischen Physik. Ich habe auch kein Problem damit.

Jedoch nach der SRT kann dieser Fall nicht vorkommen, dass sich der Abstand des bewegten Objektes zum Laser von Impuls zu Impuls verändert, der Abstand bleibt unverändert, das ist ja der Witz! In der SRT wird nämlich unsinnigerweise ein relativ zum Licht bewegtes Objekt wie ein relativ zum Licht ruhendes Objekt behandelt! Bekanntlich macht Einstein keinen Unterschied zwischen relativ zum Licht ruhend oder bewegt, das hast Du auch selbst öfter als unsinnig hervorgehoben.

Also bei unserem Radar-Beispiel ist nach Einstein ein fahrendes Auto messtechnisch gleichzusetzen mit einem parkenden Auto: Beide haben keinen Einfluß auf die magische Relativgeschwindigkeit c, die unberührt von allen und allem absolut konstant zu allem was im Universum ruht oder sich bewegt bleibt. Es gibt nach Einstein keinen Unterschied zwischen den beiden Konstellationen "parkendes" und "fahrendes" Auto. Das ist so absurd und so realitätsfremd, dass man sich so etwas in der Natur und in der Physik nicht vorstellen kann. :| Man denkt und rechnet hier "instinktiv" und unbewußt immer nach der klassischen Physik, einschließlich den Relativisten, so befremdlich ist diese Vorstellung der SRT.

Ich wüsste zum Beispiel nicht, wie ein parkendes Auto bei jedem Puls seinen Abstand zur Lichtquelle verringern kann, es rührt sich ja nicht von der Stelle weg und könnte kaum mit überhöhter Geschwindigkeit von Verkehrspolizisten geblitzt werden, oder? ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Ernst » Sa 13. Feb 2010, 09:29

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Wäre die LG wie postuliert unabhängig von der Geschwindigkeit des bewegten Objektes, würde für den ersten Lichtimpuls ganz genau die gleiche Laufzeit wie für den 2. Impuls gemessen, und zwar bei allen bewegten Objekten immer gleich, es gäbe keine Laufzeitdifferenz und man könnte die einzelnen Eigengeschwindigkeiten nicht ermitteln.

Das ist nicht richtig. Natürlich ist die Laufzeit kleiner, wenn das Auto näher dran ist.

Gruß
Ernst
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Jocelyne Lopez » Sa 13. Feb 2010, 09:43

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Wäre die LG wie postuliert unabhängig von der Geschwindigkeit des bewegten Objektes, würde für den ersten Lichtimpuls ganz genau die gleiche Laufzeit wie für den 2. Impuls gemessen, und zwar bei allen bewegten Objekten immer gleich, es gäbe keine Laufzeitdifferenz und man könnte die einzelnen Eigengeschwindigkeiten nicht ermitteln.

Das ist nicht richtig. Natürlich ist die Laufzeit kleiner, wenn das Auto näher dran ist.

Gruß
Ernst


Es würde theoretisch überhaupt keine Abstandsveränderungen existieren, wenn alle zum Licht ruhenden und alle zum Licht bewegten Objekte gemäß Einstein in ihren Auswirkungen gleichgesetzt werden sollten und keinen Einfluß auf die Veränderung der konstanten Relativgeschwindigkeit c hätten. Da wir jedoch in der Praxis sehr wohl Abstandsänderungen, Frequenzänderungen und Eigengeschwindigkeiten von bewegten Objekten mit dem Licht ermitteln können, ist damit ersichtlich, dass in der Natur c +/-v existiert und dass das Postulat Einstein realitätsfremd und irrelevant ist. So sehe ich das zumindest.

Viele Grüße
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Re: Messungen mit Laserpistolen

Beitragvon Ernst » Sa 13. Feb 2010, 09:48

Chief hat geschrieben: Wegen Postulat: "Lichtgeschwindigkeit ist in jedem IS gleich c, unabhängig von der Bewegung der Quelle", müsste das Licht in beiden Inertialsystemen gleiche Laufzeit haben. Das Licht müsste gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen.

Nochmal, das zweite IS, das des Autos interessiert hier für die Messung nicht. Und aus dem IS des Polizisten heraus ist alles klassisch und auch nach SRT ok. Das Funktionieren der Geschwindigkeitsermittlung auf diese Weise spricht daher keinesfalls gegen die SRT.

Anders, wenn man das aus dem System des Autos heraus betrachten würde. Aber das tut ja hier niemand
Harald hat das ja auch entsprechend ausgedrückt, was da alles nicht funktionieren würde.

@Jocelyne Lopez
Du unterliegst demselben Trugschluß.

Gruß
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