Die Emissionstheorie beschreibt die Gesetze der "Lichtbewegung". Die Frage nach der Natur des Lichtes (Korpuskel oder freie em Welle ohne Träger oder ganz etwas anderes) ist darin nicht festgelegt. Da ein klassisches Trägermedium des Lichtes seit MM ausgeschlossen ist und wenn man nicht ein passend hinkonstruiertes Trägermedium akzeptieren will, dann ist die Emissionstheorie die naheliegende Alternative. Sie besagt schlicht, daß die Lichtausbreitung nach klassisch ballistischen Gesetzen erfolgt. Diese Annahme steht in Übereinstimmung mit praktischen Erkenntnissen.
Zitat:
Die ursprüngliche Variante eine solchen Theorie besagt wohl, dass wenn ein Teilchen mit c von einer Quelle emittiert wird, wird es von einem Spiegel (in dessen Ruhesystem betrachtet) ebenso mit c reflektiert werden. Oder würde es ursprünglich mit 0,5c unterwegs sein, dann würde es auch mit 0,5c reflektiert werden.
Dann gäbe es u.a. die Theorie von Ritz, wonach sich Licht immer konstant mit c in Bezug zur Quelle ausbreitet - egal mit welcher Geschwindigkeit es ankommt.
Bleibt man bei der ballistischen These, dann ist die ursprüngliche Variante zutreffend. Am Spiegel gilt v_ein=v_aus. Den Nachweis liefert die Praxis des Dopplerradars. Dort gilt (für Annäherung)
f_e = f_s (1+
2 v_r/c)
Man beachte den Faktor 2. Ich hatte ja kürzlich beschrieben, wie das zustande kommt. Der Radarimpuls trifft auf das mit v anfliegende Ziel mit c+v, wird von diesem Ziel mit c+v reflektiert. Durch die Annäherung des Ziels mit v trifft der Impuls beim Radar mit c+2v ein. Dieser praktisch genaustens bekannte Dopplereffekt ist auschließlich abhängig von der Relativgeschwindigkeit Radar-Ziel. In einem Äther würden sich ganz andere Werte ergeben, abhängig davon,wie sich einerseits der Sender und andererseits das Ziel im Äther bewegen. 1:0 für die Emitterthese!
Von den genannten Einwänden greift lediglich deSitter, wozu noch Erklärungsbedarf gefragt ist. Mit Sagnac und Alväger besteht dagegen Kompatibilität. Bei Sagnac muß man beachten, daß sich Licht im nichtrotierenden System immer geradlinig ausbreitet (@Harald: auch im Glasfaserkabel als Polygon). Eine ballistische Betrachtung ergibt die Laufzeitdifferenz. (Eine geschlossenen Rechnung dazu ist leider extrem aufwendig, aber eine grafische Bertrachtung läßt das erkennen). Bei Älväger
zerfallen Mesonen in zwei Photonen. Was passiert wenn eine Kanonenkugel in zwei Hälften zerfällt?
@Harald
Zitat:
Die Lichtgeschwindigkeit wäre nicht begrenzt, also gäbe es auch keine Grenzgschwindigkeit für andere physikalische Prozesse - das Ergebnis wäre eine instabile Materie bzw. gar keine Materie, denn die Endlichkeit der LG und ihre Eigenschaft als Grenzgeschwindigkeit ist wesentlich als bremsender od. modifizierender Faktor in allen mikrokosmischen Vorgängen.
"Keine Grenzgeschwindigkeit" bedeutet nicht "unendliche Geschwindigkeit". Das ist ähnlich wie in der nach oben offenen Richterskala. In der Ballistik können zwar beliebig große aber keine unendlichen Relativ-Geschwindigkeiten erzielt werden. Die Konstanz der LG relativ zur Quelle verweist auf ein einheitliches "Konstruktionsschema" der Lichtemission. Ebenso wie eine Vierlingsbüchse alle Kugeln mit einer einheitlichen Geschwindigkeit abfeuert.
Zitat:
Für den Pragmatiker ist die Einsteinsche Sicht die einfachere, für den Philosophen ist die Lorentzsche These zwar nicht die Endlösung, aber ein Tor, das zu öffnen man einst versäumte. Der Weg dahinter ist nicht der einfachste, aber er scheint nicht die Sackgasse zu sein, die sich auftat, als man das Einsteinsche Universum betrat.
Wieso sollten die Aussagen der Relativistik dadurch plausibler werden, daß man die Herleitung der identischen Formeln verändert?
Zitat:
Der einfache Weg über die Emissionsthesen scheint verlockend, aber er führt nicht ans Ziel.
Kommt auf die Definition des Ziels an. Wäre das Ziel, Vorgänge pragmatisch zu interpretieren, dann wäre die Emissionsthese aussichtsreicher als andere Thesen. Wäre das Ziel eine philosophische Vereinheitlichung der Welt, dann ist deine Philophysik am aussichtsreichsten. Im Unterschied zu all den "gewöhnlichen" Ätherkonstrukten.
Gruß
Ernst