Mike hat geschrieben:Relativ zu was bewegt sich Licht. Diese Frage komtm hier immer wieder. Warum eigentlich?
Würdest du denn diese Frage nicht stellen? Wenn du einen Bußgeldbescheid bekommst mit einem Foto deines Wagens und deinem Konterfei hinter dem Lenkrad und es lautet der Tenor der Anklage, dass du die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 600 km/h überschritten hättest, dann wird das doch strittig mit der stillschweigenden Konvention, dass Geschwindigkeitsmessungen per Radar bezüglich der Straße stattfinden. Wenn man dir dann auf Nachfrage erzählt, dass heutzutage die Radarmessungen von Flugzeugen gemacht werden, die entgegen dem Verkehr die Autobahn überfliegen, dann wird die Empörung laut und es geht um das Bezugssystem für Geschwindigkeitsmessungen.
Mike hat geschrieben:Relativ zu was bewegt sich Licht. ...
Antwort: Relativ zu jedem beliebigen anderen Inertialsystem. Das war auch schon zu Newton so und ist in der SRT oder bei Lorentz und Maxwell nicht anders.
Dass sich ein Lichtstrahl relativ zu jedem anderen Inertialsystem oder Bezugssystem ausbreitet, würde ich auch sagen. Wobei die Relativgeschwindigkeit zum CMB (Cosmic Microwave Background), der Hintergrundstrahlung, dann die eigentliche Geschwindigkeit des Lichtes im Weltraum wäre und die Geschwindigkeit des Lichtes in dem "Unvollständigem Vakuum" eines Laboratoriums, wäre dann der Lichtgeschwindigkeitswert, den wir kennen und als Norm für Längenmessungen verwenden. Wobei es sich bei dem Medium "Weltraum" um eine andere Substanz handelt als bei dem Medium "Unvollständiges Vakuum" eines Labors.
Mike hat geschrieben:Ein Myon hat keine Geschwindigkeitsabhängige Zerfallszeit.
Wenn du einen "Tag der offenen Tür" bei DESY in Hamburg mitmachen würdest, dann könntest du etwas über die unterschiedlichen Halbwertzeiten des Myons bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten erfahren. Die Angabe, dass die Halbwertzeit von Myonen bei hohen Geschwindigkeiten nahe c ungefähr 8mal so groß ist wie im Ruhezustand ist absolut glaubhaft, weil sie all over the world in Teilchenbeschleunigern nachgewiesen werden und parallel dazu bei Laufzeitbestimmungen von Myonen, die aus großer Höhe auf die Erdoberfläche niederregnen und sogar die Mauern eines Kellergewölbes durchdringen.
Mike hat geschrieben:...
Ich glaube, alle Kritiker haben das Konzept von Inertial- und Bezugssystemen nicht verstanden. Das Verständnis dieser existiert bereits seit Newton und auch Lorentz und Maxwell un Einstein arbeiten komplett gleich damit.
Ein Grundprinzip der Physik lautet (auch schon lange vor Einstein!): Es darf kein Absolutes, ausgezeichnetes Bezugssystem geben. Genau so eins wäre der Äther aber.
Dann sag' "uns" doch einmal wie das Konzept von Inertial- und Bezugssystemen lautet, wonach man nicht sagen kann, dass ein Myon bei 0,001c die Halbwertzeit T_m hat und bei 0,99c dann die Halbwertzeit 8*T_m. Dass man Geschwindigkeiten messen kann, sollte nicht strittig sein. Wobei das Bezugssystem meistens nicht extra angegeben werden muss, weil es zum Kontext einer Kommunikation gehört.
Mike hat geschrieben:Setzen sie sich in einen konstant schnell fahrenden Zug, verdunkeln sie alle Fenster und sagen sie mir, wie schnell sich der Zug bewegt. Können sie nicht. Jemand der draußen steht und den Zug sieht, kann es aber. Bei den Myonen ist es exakt das gleiche. Das Myon "sitzt quasi im dunklen Zug". Aber was red ich hier, das ist ihnen natürlich alles bekannt.
Also das wird jetzt richtig Unsinn - aber das kann jedem passieren. Das erkennende Subjekt ist, wenn nicht anders angegeben, immer der Mensch oder es sind vom Menschen konstruierte Automaten. Dass ein Myon keine Geschwindigkeitsmessungen anstellt und sie dann den Leuten im Kellergewölbe mitteilt, wenn es vom Himmel auf die Erdoberfläche regnet, sollte klar sein. Dass für die Wahrnehmung von Geschwindigkeit Bedingungen notwendig sind, sollte auch zum unausgesprochenen Kontext einer Kommunikation gehören.
Mike hat geschrieben:Wie wollen sie ernst genommen werden, wenn sie sich weigern, auch aktuelle Experimente zu analysieren oder durchzuführen? Kritik schön und gut, aber ohne Handfestes aktuelles Material wird das nichts.
Bei den Experimenten ist es wie bei Büchern, man studiert die ersten paar Zeilen der Beschreibung und merkt wes Geistes Kind die Leute sind, die das Experiment durchgeführt haben. Und danach geht es einfach so wie bei Aschenputtel die Guten ins Töpfchen die schlechten ins Kröpfchen. Die Experimente mit den Myonen im Teilchenbeschleuniger und im Kellergewölbe waren überzeugend.
Mike hat geschrieben:DIe Experimente vor 90 Jahren waren nicht perfekt, korrekt. Aber diese Experimente werden bis heute mit immer höherer Genauigkeit wiederholt, mit immer dem gleichen Ergebnis. Warum berücksichtigen sie das nicht?
Wenn eine Theorie mit einem Experiment widerlegt worden ist, dann gibt es kein zweites, drittes und xtes Experiment. Ansonsten wird eine Theorie dann ständig durch neue Tricks gegen Kritik immunisiert - dann wird die Theorie extrem abstrakt und rechnerisch schwierig gemacht oder die Experimente finden an Orten statt, die von den Kritikern nicht erreicht werden können.
mfg
