contravariant hat geschrieben:Lothar Pernes hat geschrieben:

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Aus dem Bild ist eindeutig ersichtlich,
1. …daß an den Enden des Seiles nach außen ziehende reale Zentrifugalkräfte wirken müssen, damit das Seil gespannt wird und gespannt bleibt,
2. …daß das Seil selbst keine Zentripetalkraft erzeugt, sondern nur überträgt von einer Masse zur anderen,
3. …daß deshalb die Zentripetalkraft an der einen Masse von der Zentrifugalkraft der anderen erbracht wird und erbracht werden muß,
4. …daß deshalb Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft entgegengesetzt gleich groß sein müssen, und
5. …daß deshalb die Zentrifugalkraft eine ebenso physikalisch reale Kraft ist wie die Zentripetalkraft, und keine „Scheinkraft“ ist,
6. …daß die Zentrifugalkraft der einen Masse die Gegenkraft zur Zentrifugalkraft der anderen Masse ist und umgekehrt,
7. …daß deshalb also gemäß 3. Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft an ein und derselben Masse zueinander actio und reactio erfüllen,
8. …daß an jeder der beiden Massen Gleichgewicht zwischen Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft besteht,
9. …daß deshalb, wie schon nach 5., die Zentrifugalkraft ebenso wie die Zentripetalkraft eine reale physikalische Kraft ist, und keine „Scheinkraft“,
10. …daß diese Kraftzusammenhänge 1 bis 9 aus jedem beliebigen Bezugssystem betrachtet die absolut gleichen sind und bleiben.
Wenn in allen BS diesselben Kräfte auf die Körper wirken, dann sollten diese auch in allen BS diesselbe Trajektorie beschreiben. Da sich laut deiner Skizze Zentripetal- und Zentrifugalkraft in allen BS aufheben, sollten sich die beiden Körper auch in allen BS gradlinig, gleichförmig bewegen. Tun sie das denn?
Aus der dargestellten Versuchsanordnung mit zwei gleich großen, miteinander über ein Seil verbundenen Massen
ergibt sich ganz eindeutig, daß die reale Zentripetalkraft der einen Masse von der ebenso realen Zentrifugalkraft der anderen Masse erbracht wird. Dabei ist diese Zentrifugalkraft ganz genauso im äußeren, inertialen Bezugssystem des außerhalb stehenden Beobachters erkennbar wie die Zentripetalkraft.
Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft treten deshalb immer zusammen auf, und zwar in jedem Bezugssystem.
Die gegenseitige Aufhebung von Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft bedeutet nicht, daß nun keine Kraft mehr vorhanden sei, und sich deshalb die beiden Körper geradlinig, gleichförmig bewegen müßten, sondern:
Wenn sich Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft gegenseitig aufheben, sind die beiden Massen zueinander in Ruhe, und der gemeinsame Schwerpunkt ruht in einem Inertialsystem.
Die dargestellte Versuchsanordnung mit zwei gleich großen, miteinander über ein Seil verbundenen Massen, sowie die daraus folgenden Punkte 1 bis 10 sind hier sozusagen der Intelligenztest, oder auch der Idiotentest, je nachdem.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Pernes