Ich wiederhole hier meinen letzten Beitrag über „Algol als echter Doppelstern“, weil ich ihn inzwischen um die Variante „Algol als Sonne-Planet-System“ erweitert habe, und beide Varianten miteinander zu behandeln sind.
Lothar Pernes hat geschrieben:Wenn es sich bei Algol um einen echten Doppelstern mit echten Umlauf-Radialgeschwindigkeits-Amplituden von 43 und 193 km/s handelt, ist der ungebremste Delta-Lambda-Effekt derart riesig, daß auch noch bei sehr starker Abbremsung des Delta-Lambda-Effekts, also bei sehr rascher Abnahme von Δvo bzw. von Δv, noch ein so großer Delta-Lambda-Effekt übrig ist, daß die Linien im Spektrum in einen Bereich verschoben werden, wo sie bisher nicht gesucht und deshalb nicht gefunden worden sind, und wo die Verschiebung auch völlig anders erfolgt als beim erwarteten Doppler-Effekt, so daß der relativ kleine Doppler-Anteil im Spektrum nicht zu erkennen und vom Delta-Lambda-Effekt nicht zu trennen ist.
Wir können also die Abbremsung von Δv versuchsweise mal so stark machen, daß die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Lichts vom rechten Rand der Bahn gegenüber dem Licht vom linken Rand der Bahn so schnell auf kleine Differenzen abgebaut werden, daß keine großen Laufzeitunterschiede auftreten, und somit keine großen Delta-Cep-Helligkeitsänderungen und keine großen Verzerrungen der „RG“-Kurve auftreten.
Hierbei erklären wir die große Abbremsung von Δv damit, daß die Mitführung des „Äther“-Mediums durch die gegensätzlichen Bewegungen der beiden großen Massen des Doppelstern-Systems stark reduziert ist.
Wir setzen nun die Abbremsung von Δv als so stark an, daß alle Effekte aufgrund unterschiedlicher Lichtgeschwindigkeiten bei Algol auf ein Hundertstel bis ein Tausendstel des ungebremsten Wertes verringert sind.
Dann ergeben sich für die Delta-Lambda-Effekt-Radialgeschwindigkeits-Amplituden
bei A1: „RG“= V/T*2π*D=43 000/2,48E5 *2π*2,93E9 = 3,19E9 m/s=3,19E6 km/s=10,6 c, und
verringert auf ein Hundertstel ergibt sich "RG"=10,6*300 000/100= 31 000 km/s, und
verringert auf ein Tausendstel ergibt sich "RG"=10,6*300 000/1000= 3 100 km/s.
Die Laufzeitunterschiede bei A1 sind dann bei einer Entfernung von 93 Lichtjahren = 2,93E9 s
bei der Hundertstel-Annahme:
2*430 m/s * 2,93E9 s = 2,52E12 m dividiert durch c ergibt 2,52E12/3E8=8400s = 140 Minuten.
Und bei der Tausendstel-Annahme:
2*43 m/s * 2,93E9 s = 2,52E11 m dividiert durch c ergibt 2,52E11/3E8=840s = 14 Minuten.
Das heißt, je nach Annahme staucht sich die hintere Umlaufhälfte um 14 min bis 140 min, die vordere Umlaufhälfte dehnt sich um 14 bis 140 min.
Bei einer Umlaufszeit von 2,87d=4133 min verkürzt sich somit die hintere Umlaufhälfte von 2066,5 auf 2052,5 bis 1926,5 Minuten. Und die vordere Umlaufshälfte dehnt sich von 2066,5 auf 2080,5 bis 2206,5 Minuten.
Die daraus resultierenden Helligkeitsunterschiede dürften durchaus noch im Bereich der beobachteten Helligkeitskurve von Algol liegen, die auch außerhalb der Bedeckungen leicht schwankt.
Entsprechend dieser versuchsweisen und überschlägigen Abbremsung von Δv ergibt sich folgendes Bild für die echten Doppler-RG und die scheinbaren Delta-Lambda-„RG“ von Algol A1, in dem die relativ kleine Dopplerkurve (stark überhöht) und die relativ große Delta-Lambda-Kurve (stark verkleinert) und die Überlagerungs-Kurve (gestrichelte Linie) dargestellt ist.

- AlgolDeltaLambda02.jpg (40.51 KiB) 9164-mal betrachtet
Wie ersichtlich, ist aus der Überlagerungskurve kein Zusammenhang mit der zu erwartenden Doppler-Kurve zu erkennen. Es ist also nicht verwunderlich, daß die Astronomen aus den Linienverschiebungen im Spektrum von Algol keine brauchbaren Umlauf-RG-Doppler-Linienverschiebungen messen konnten.
Da sich dieses Doppelstern-Modell von Algol sowohl im Einklang mit dem bisher von den Astronomen angenommenen Modell, als auch mit den bisherigen Erkenntnissen hinsichtlich des Delta-Lambda-Effekts der Emissionstheorie und hinsichtlich der Abnahme von Lichtgeschwindigkeitsdifferenzen infolge Einwirkung des „Äther“-Mediums befindet, gehe ich davon aus, daß Algol ein echter Doppelstern ist (der sich durch gegenseitiges Einfangen der Komponenten gebildet hat).
Der echte Doppelstern Algol steht also nicht im Widerspruch zum Delta-Lambda-Effekt, sondern im Gegenteil, die bisher nicht interpretierbaren Linienverschiebungen im Spektrum von Algol sollten sich hinsichtlich des obigen Bildes überprüfen lassen, so daß Algol letztlich als Beweis für den Delta-Lambda-Effekt und als Eichung für die Abnahme des Δv dienen kann.
Nachdem aber nicht auszuschließen ist, daß Algol kein echter Doppelstern ist, sondern auch ein Sonne-Planet-System mit einem großen Gasplaneten sein könnte, müssen wir auch diese Variante hinsichtlich des Delta-Lambda-Effekts in Betracht ziehen.
Dabei ist vor allem die Tatsache zu beachten, daß im Hauptkatalog von „Pulkovo radial velocities for 35493 HIP stars (Gontcharov, 2006)“ für Algol (siehe deutsches Wikipedia) eine (konstante) „Fluchtgeschwindigkeit“ von + 3,7 km/s als Radialgeschwindigkeit angegeben ist, welche mit einem "statistischen Fehler" von ± 3,9 km/s behaftet ist.
Das heißt aber möglicherweise oder auch wohl nichts anderes, als daß bei den verschiedenen Messungen dieser (konstanten) Radialgeschwindigkeit die Meßergebnisse um den Wert von + 3,7 km/s herum mit einer Amplitude von ±3,9 km/s schwankten.
Dies kann durchaus bedeuten, daß diese Schwankungen direkt vom Delta-Lambda-Effekt hervorgerufen werden, daß also der (gebremste) Delta-Lambda-Effekt bei Algol mit einer „RG“-Amplitude von ±3,9 km/s direkt im Spektrum sichtbar sein könnte.
Natürlich stimmt diese „RG“-Amplitude von ±3,9 km/s der Phase nach nicht mit einem Umlauf-Doppler-Effekt überein. In Unkenntnis des Delta-Lambda-Effekts haben deshalb die Astronomen diese Schwankungen nur mit einem „statistischen Fehler“ erklären können.
Setzt man aber nun diese RG-Schwankungen von ±3,9 km/s als (gebremsten) Delta-Lambda-Effekt voraus, so müßte sich folgendes Bild für Algol ergeben, wobei wir wieder eine so starke Abbremsung von Δv annehmen, daß der gebremste Delta-Lambda-Effekt nur noch ein Hundertstel bzw. ein Tausendstel des ungebremsten Delta-Lambda-Effekts beträgt:
Wenn der ungebremste Delta-Lambda-Effekt eine scheinbare „RG“ von ±3,9 km/s ergibt, so gilt für V:
„RG“=3,9 km/s=V/T*2π*D =V/2,48E5 *2π*2,93E9=V*74200 Daraus folgt V=3900/74200=0,053 m/s
Dann ergibt sich bei dem auf 1/100 gebremsten Delta-Lambda-Effekt: V=0,053*100= 5,3 m/s
Und bei dem auf 1/1000 gebremsten Delta-Lambda-Effekt ergibt sich: V=0,053*1000= 53 m/s.
Die Komponente A1 von Algol hätte dann also eine Umlaufsgeschwindigkeit von 5,3 bis 53 m/s.
Dies wären plausible Geschwindigkeiten für eine schwere Sonne in einem Sonne-Planet-System mit einem großen Gasplaneten.
Es ergibt sich dann damit folgendes Bild:

- AlgolDeltaLambdaPlanet01.jpg (34.54 KiB) 9221-mal betrachtet
Wie ersichtlich, läßt sich die Delta-Lambda-Kurve mit „RG“=±3,9 km/s nicht als Umlauf-Doppler interpretieren. Deshalb haben die Astronomen in Unkenntnis des Delta-Lambda-Effekts diese Schwankungen der Radialgeschwindigkeit, sofern sie sich wie im Bild ergeben, als „statistische Meßfehler“ interpretiert.
Und der echte Doppler von 5 bis 53 m/s ist natürlich durch die Überlagerung mit dem Delta-Lambda-Effekt von 3900 m/s völlig unkenntlich. Also auch in diesem Fall können die Astronomen keine Umlauf-Radialgeschwindigkeiten messen, wie hier bestätigt wird:
viewtopic.php?f=8&t=312&start=170#p103050Damit steht auch die Sonne-Planet-Variante von Algol nicht im Widerspruch zum Delta-Lambda-Effekt, sondern im Gegenteil, die bisher nicht interpretierbaren Linienverschiebungen von ±3,9 km/s im Spektrum von Algol sollten sich hinsichtlich des obigen Bildes überprüfen lassen, so daß Algol also auch als Sonne-Planet-Variante, wenn die „RG“-Kurve von ±3,9 km/s wie im Bild bestätigt werden kann, letztlich als Beweis für den Delta-Lambda-Effekt und als Eichung für die Abnahme des Δv dienen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Pernes