Ralf Maeder hat geschrieben:Yukterez, danke fuer deine Antwort und die Rechenbeispiele. Du hast zwar veranschaulicht, wie sich rechnerisch Ereignishorizonte addieren koennten und ihre Flaechen, aber mein eigentlicher Zweifel bezog sich auf die Wikipedia Aussage, dass ein SL mit der Zeit schrumpft und schliesslich verdampft.
Hier muss man zwischen der Perspektive des äußeren und des hineinfallenden Beobachters unterscheiden. Für den äußeren Beobachter ist das nach außen entfleuchende Teilchen mit positiver Energie behaftet, und deshalb das Hineinfallende mit Negativer. Aus der Perspektive des Hineingefallenen ist aber das nachfallende Teilchen das Positive (da sich die Zeitachse innerhalb eines SL mit der Raumachse in Fallrichtung vertauscht tauschen auch Energie und radialer Impuls ihre Rollen). Aus dieser Perspektive schrumpft daher nichts. Für den äußeren Beobachter gibt es aber gar kein Inneres, da die Zeit schon am EH stehen bleibt. Alles was sich innen abspielt ist aus dieser Perspektive nur eine holografische Projektion, die mit der Hawking-Strahlung verschränkt ist. Hawking nimmt auf https://youtube.com/watch?v=ie1pEWo1I5I&t=58s ausführlich dazu Stellung.
Ralf Maeder hat geschrieben:Dabei wird in der Wikipedia nicht einmal zwingender Weise angenommen, dass keine neue Materie oder Strahlung in das SL gelangen sollte, damit dieser Verdampfungsprozess passiert. Ist vielleicht faelschlicherweise der Umstand nicht erwaehnt worden, dass ein SL nur dann "verdampfen" sollte, wenn ueber genug lange Zeitraeume nichts den Ereignishorizont ueberschreiten sollte!?
Ein SL verdampft nur dann wenn seine Temperatur höher ist als die der Hintergrundstrahlung, solange die höher ist als die Hawking-Strahlung die es abstrahlt gewinnt es mehr als es verliert.
Ralf Maeder hat geschrieben:Solch eine Situation stelle ich mir aeusserst extrem vor, vielleicht falls das Universum sehr weit fortgeschritten expandiert worden sei (falls es in dieser Weise expandiert). Aber dass man salopp sagt, SL verdampfen, finde ich schlichtweg falsch. Nur von ein paar virtuellen Teilchen wird ein SL in absehbarer Zeit nicht so einfach "verdampfen", es sei denn man redet eben von extrem ferner Zukunft und unter ganz bestimmten Zustaenden des Universums (Expansion).
Das kommt darauf an wie groß das schwarze Loch ist (die Lebenszeit ist proportional zur Masse hoch 3). Große SL verdampfen erst in kosmologischen Zeitskalen, während die Anziehungskraft eines kleinen SL schon innerhalb eines sehr kleinen Abstands so weit abfällt dass die Chance dass ein Teilchen entkommt während das andere hineinfällt viel höher ist als bei einem großen SL, wo der Gradient des Gravitationsfelds in der Nähe des Ereignishorizonts vergleichsweise konstant ist (wodurch die Chance steigt dass beide virtuellen Teilchen entweder hineinfallen oder entkommen). Mikro-SL verdampfen deshalb schon in Sekundenbruchteilen, würde man zB im CERN mit den geringen Energien die man dort hat eines erzeugen wäre es so heiß dass es nach 1e-27 sek schon wieder weg wäre.
Die Kleinen für die Schlimmsten haltend,

