Interferenzmuster im MMI

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » Mi 18. Jul 2012, 20:00

Highway hat geschrieben:Hallo zusammen,

mir gehen noch en wenig die Interferenzmuster die im MM-Interferometer (MMI) entstehen durch den Kopf. Im speziellen bezweifele ich, dass Interferenzmuster in Streifen entstehen wenn die zwei Wellen lediglich um einen Winkel φ unterscheiden.

Interferenz.gif


Wie man sieht interferieren zwei einzelne Wellen (grün und blau) in der Summe zu einer Welle (rot) die von gleicher Frequenz und gleicher Wellenlänge ist. Das führt doch nicht zu einem streifigen Interferenzmuster. Sonst müssten ja auch die einzelnen Wellen, nach Strahlaufweitung im MMI, streifige Interferenzen erzeugen. Das tun sie aber nicht.

Frage: Um welche Art Interferenz handelt es sich eigentlich welche im MMI erzeugt wird?



Hallo Highway,

die rote Linie ist nicht das Interferenzmuster!!

Das sichtbare Muster bei Wellenüberlagerung kommt durch mehr oder weniger Helligkeit, wegen eben der phasenmässig passenden,
oder eben nicht passenden Überlagerung am jeweiligem Leuchtpunk zustande.
Das hat mit der Welle selber erstmal überhaupt nichts zu tun.
Es wäre sicherlich leichter dir dies zu zeigen wenn du davon ausgehen würdest dass -die Welle- nicht existiert.

Aber naja, es geht auch anders.

Nun nimm deine Anima, halte die blaue Welle an, stelle die beiden Schwingungen direkt übereinander, schalte deinen Rechenkomputer ein und rechne.

In der Mitte der Welle(n), im Nulldurchgang also, sei der rechnerische Wert 0
Oben sei er +5 unten -5
(ich hoffe ich langweile dich nicht)

Nun rechne alle 10 Grad einer Schwingung die Werte aus, multipliziere einfach die Werte der grünen und der blauen Welle.

bei 90 Grad ergibt sich +25, bei 180 Grad 0, bei 270 Grad +25

Nun mal dir deine rote Linie hin, und zwar aus den Berechnungen.

Es ergibt sich dass du bei den Nulldurchgängen bei der roten Welle immer Null hast, bei den positiven und bei den negativen Werten immer ein positives Ergebnis.
Deine Rote Welle entspricht dem Multiplikationsergebnis der beiden Wellen.
Das Ergebnis ist direkt als Helligkeit bezeichenbar.

Nun verschiebe die blaue Welle so dass sie um 180 Grad zur grünen verschoben ist.
Nun wieder die rote Linie gezeichnet, es ergibt sich dass diese immer bei Null ist, also keine Helligkeit erzeugt wird.

Das ist erstmal die Grundvoraussetzung dass man eine Helligkeitsinformation bekommt, versteht wie diese zustandekommt.

Wenns dir zu langweilig ist sags, ich höre dann auf.


Gruss Kurt
Kurt
 
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » So 22. Jul 2012, 11:07

Highway hat geschrieben:Hi,

Interferenzmuster scheinen eher durch Abweichungen im ω zu entstehen.

Interferenz.002.gif


Grüße,

Highway


Solange du irgendwie krampfhaft versuchst mit deinen beiden Frequenzen das rote Ergebnis als Interferenzmuster zu interpretieren kanns nichts werden.
Bedenke, dein rotes Frequenzchen, entstanden aus der Additionsdifferenz der beiden anderen, ergibt kein Muster, sondern ein über die Leuchtfläche huschendes Irgendwas.
Allein wenn die beiden Freqeunzen nur 1 Mhz auseinander sind wirst du nie und nimmer ein Muster sehen.
Unsere Augen sind schon bei 10 Hz kaum mehr in der Lage eine Änderung zu erkennen.

Nimm eine einzige Frequenz, lass sie auf die Leuchtfläche genau senkrecht einstrahlen, die Fläche wird in der entsprechenden Farbe aufleuchten.
Bei dieser Beleuchtung wird die ganze Fläche phasengleich angestrahlt, alle Leuchtkörper der Fläche gehen zu dieser Frequenz in Resonanz und strahlen Licht ab.
Dieses Licht wollen wir (wenn du nicht willst lass es) betrachten.

Alle Resonanzkörper schwingen mit der gleichen Phasenlage denn das Licht kommt ja bei allen phasengleich an.
Die ganze Fläche leuchtet mit gleicher Helligkeit.

Nun wird die Strahlungsquelle so geschwenkt dass sich auf der Fläche zweimal eine "Phasendurchrollung" ergibt.
In Wellen betrachtet: es werden zwei Wellenzüge so gesendet dass sie sich gleichzeitig auf der Leuchtfläche finden, befinden.
Dadurch sind zweimal 0..360 Grad auf der Fläche vorhanden.
Die Fläche leuchtet genauso wie vorher auch.
Nur mit dem Unterschied dass die jeweiligen Leuchtkörper nicht mehr phasengleich schwingen, sondern eben so wie die "Welle" gerade einkommt.

Das soll erstmal zeigen dass die Phasenlage am Leuchtschirm keinen Einfluss auf die Leuchtstärke hat.

Nun zurück zur -senkrechten-, also phasengleichen Bestrahlung.
Und zwar mit zwei identischen, auch phasengleichen Quellen.
Jede Einzelquelle bringt die Leuchtfläche zum Leuchten, jede gleich hell.
Nun beide zusammen.
Die "Wellen" kommen phasengleich bei den Leuchtkörpern an, erregen diese gleichzeitig, somit entsteht eine hellere Fläche.
Die Fläche ist wiederum überall gleich hell, nur halt heller als bei nur einer Lichtquelle.

Nun das gleiche Spiel mit zwei schräg einkommenden Lichtquellen.
Auch hier geschieht identisches.

Es ist also egal wie die Phasenlagen des Lichtes, verteilt auf die Fläche gesehen, ankommt.
Die Resonanzkörper interessiert es nicht was der übernächste Nachbar macht, er sieh nur das was bei ihm gerade geschieht.

Dieses Verständnis wie denn das Leuchten überhaupt zustandkommt ist Voraussetzung um das Muster, dessen Zustandkommen, zu verstehen.
Sag ja oder nein oder lass es, mit ist es inzwischen ziemlich egal, oder auch nicht.


Gruss Kurt
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » So 22. Jul 2012, 12:08

Kurt hat geschrieben:
Nun wird die Strahlungsquelle so geschwenkt dass sich auf der Fläche zweimal eine "Phasendurchrollung" ergibt.
In Wellen betrachtet: es werden zwei Wellenzüge so gesendet dass sie sich gleichzeitig auf der Leuchtfläche finden, befinden.
Dadurch sind zweimal 0..360 Grad auf der Fläche vorhanden.
Die Fläche leuchtet genauso wie vorher auch.
Nur mit dem Unterschied dass die jeweiligen Leuchtkörper nicht mehr phasengleich schwingen, sondern eben so wie die "Welle" gerade einkommt.

Das soll erstmal zeigen dass die Phasenlage am Leuchtschirm keinen Einfluss auf die Leuchtstärke hat.


Nun wird eine Lichquelle -linksoben-, eine zweite, identische, -rechtsoben- montiert.
Beide strahlen so auf die Leuchtfläche ein wie oberhalb beschrieben, nur halt von einer anderen Position aus.

Wir haben zwei identiche, also frequenz- und phasengleich schwingende Lichtquellen, beide treffen auf die Leuchtfläche auf, nur bei einer beginnt die "Welle" links auf der Fläche, bei der anderen rechts.
Das bedeutet dass nun auf der Leuchtfläche Phasenunterschiede, verursacht durch unterschiedliche Quellenpositionen, auftreten.
Und zwar bei den Leuchtkörpern der Leuchtfläche.
Je nach Phasenlage der beiden Lichtquellen am jeweiligem Ort des Resonanzkörpers ergibt sich eine entsprechende Helligkeit des jeweiligen Leuchtpunktes.

Da die Phasenlagen der einzelnen Wellen auf der Leuchtfläche -durchwellen- (statisch!), somit unterschiedliche Phasenlagenzustände ergibt (jede "Welle" erzeugt ihren -Bauch- an anderer Stelle),
kommt es zu unterschiedlichen Helligkeiten auf der Leuchtfläche.
Das ist die Ursache für das Muster.

Mehr ist nicht, anders ist es aber auch nicht!.
Die hellen Streifen entstehen an den Orten wo sich die beiden Wellen konstruktiv überlagern, die dunklen Streifen da wo sie gegenphasig auf der Leuchtfläche auftreffen.

Wenn nun aus irgendeinem Grund eine der beiden Wellen etwas später gesendet wird dann verschieben sich die Phasenlagen der beiden Wellen für alle betroffenen Punkte auf der Fläche.
Das bewirkt die Strichwanderung.


Gruss Kurt
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » So 22. Jul 2012, 12:57

Chief hat geschrieben:
Highway hat geschrieben:Hi,

Interferenzmuster scheinen eher durch Abweichungen im ω zu entstehen.

...


Oder durch unterschiedliche Laufzeit (Wellenlänge).

if.gif


weiß = rot + grün


Solange er nicht begreift, oder begreifen will dass das Muster eben nicht seine rote, oder deine weisse Linie ist, kanns nichts werden.
Denn diese Linien haben mit den Streifen auf der Leuchtfläche nur indirekt, zum Verstehen der Streifenerzeugung nichts zu tun.

Seine beiden Ausgangsfrequenzen sind unterschiedlich, deine auch.
Das kann keine stabilen Linien bewirken.
Diese kommen nur zustande wenn die beiden Ausgangsfrequenzen frequenzidentisch sind.

Und ausserdem ergeben seine rote und deine weisse Linie nicht nur dann helle Fläche wenn beide im oberem Maximum sind, sondern auch wenn sie im unteren im Maximum sich befinden.


Gruss Kurt
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » So 22. Jul 2012, 13:26

Chief hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:...
Seine beiden Ausgangsfrequenzen sind unterschiedlich, deine auch.

Meine nicht - siehe gelbe "Kugel"

Doch schon, siehe von der gelbnen Kugel bis zur -Bildschirmmitte-.
Das ergibt zwei unterschiedliche Frequenzen.

Chief hat geschrieben:
Das kann keine stabilen Linien bewirken...

Bei mir schon. Man sieht dass am Bildschirm rechts weiße Welle fast auf null geschrumpft ist.


Das steht aber seinem Verständnis von Überlagerung, dem Zustandkommen des Strichmusters, im Wege.
Denn er -sieht- immer die Wellen, besondes das Produkt, seine rote Welle.
Die Wellen sieht man aber nicht, sondern nur die Helligkeit die die Amplitrude der Wellen am jeweigem Überlagerungsort in unserem Auge erzeugt.

Chief hat geschrieben:
Und ausserdem ergeben seine rote und deine weisse Linie nicht nur dann helle Fläche wenn beide im oberem Maximum sind, sondern auch wenn sie im unteren im Maximum sich befinden.

Bei mir entsteht auf dem Bildschirm (in der Mitte) ein dunkler Fleck.


Und wo entstehen die hellen Streifen?

Gruss Kurt
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » So 22. Jul 2012, 21:50

Chief hat geschrieben:Die Frequenzen sind gleich.

Hallo Chief, mir geht es einzig darum Highways Frage zu beantworten.
Und dazu ist es nunmal notwendig die Entstehung des Musters zu beschreiben (versuchen).

Mein Eindruck ist es dass er sich an der "Welle" festgebissen hat und nicht sieht wie die Helligkeit an der Leuchtfläche eigentlich zustandekommt.

Das was er eingestellt hat, das mit der roten Linie, ist nicht geeignet die Entstehung der Linien an der Leuchtfläche zu zeigen.
Du hast eine ähnliche Anima eingestellt, das mit der weissen Schwingung.
Diese enthält ebenfalls alles was notwendig ist um die Entstehung der Musterverschiebung zu verstehen, jedoch nichts um zu zeigen wie es eigentlich entsteht.
Beide Animas (so meine Anmerke) bieten nicht das was notwendig ist, setzen das Verständnis der Vorgänge und Umstände bei der Leuchtfläche voraus.

Und das scheint mir nicht geeinet um Highway zeigen zu können wie das Muster eigentlich zustande kommt.
Es kommt eben nicht so zustande wie es seine rote oder deine weisse Linie vorzeigen.
Darum mein Break, darum die Frage an dich was denn in deiner Anima die helle Fläche bewirkt.
Du bist ausgewichen und hast das Bild einer Überlagerung gebracht.

Das ist das fertige Produkt.
Ob man nun da Streifen oder Ringe produziert ist doch egal, es kommt darauf an zu verstehen wie das geschieht.
Und da happert es anscheinend noch bei Hw.

Euere beiden Animas sind eben, so meine feste Überzeugung, nicht geeignet die Musterentstehung anschaulich zu erklären.
Es wird einfach, von deiner Seite aus, vorausgestzt dass klar ist wie das Muster letztendlich zustand kommt.

Es kommt eben nicht durch die rote oder weisse Linie zustande!!


Gruss Kurt
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Harald Maurer » Mo 23. Jul 2012, 09:09

Highway hat geschrieben:Frage die sich für mich stellt: Wo kommt dieser Frequenzunterschied her? Mit Doppler kann man den nicht erklären bzw. ich wüsste nicht wie.


Die Interferenz ist einer der Beweise für die Wellennatur des Lichts. Amplituden können sich addieren oder auslöschen. Zwei Wellenzüge mit gleicher Frequenz (monochromatisch, kohärent, gleiche Wellenlänge, gleiche Periode) können sich daher so überlagern, dass sich die Amplituden verdoppeln und der Wechsel der Intensität sichtbar wird, vorausgesetzt, es entsteht eine stehende Welle - denn andernfalls zischt der Intensitätswechsel zu schnell durch das Sichtfeld, um wahrgenommen zu werden. Frontal gesehen besteht der aus zwei Wellenzügen überlagerte Lichtstrahl daher quasi aus aufeinander folgenden Flächen, die sich in der Intensität abwechseln. Weitet man diese Flächen mit einer Optik auf, wird jeder Punkt dieser Flächen ein Ausgangspunkt für eine Kugelwelle (Huygens), die man auf eine Bildfläche projizieren kann. Man sieht den Wechsel der Intensität daher in Form von Ringen, die von innen nach außen die addierten Amplituden sichtbar machen. Um Streifen zu erhalten, blendet man einen Abschnitt dieses Ringmusters z.B. durch Schrägstellen der Optik einfach heraus, die Streifen erscheinen daher nahezu als gerades Strichmuster. Hat man dieses Muster so justiert, dass es sich nicht bewegt, kann sich eine Verschiebung der überlagerten Phasen zueinander nur dann zeigen, wenn sich die optische Weglänge eines der Wellenzüge ändert oder eine temporäre Frequenz- oder Wellenlängenänderung durch Bewegung eines zu messenden Objektes bzw. durch die Brechzahl eines durchstrahlten Körpers ergibt, dann verschieben sich die sichtbaren Streifen oder Ringe. Damit kann man letztlich Wellenlängen messen oder Längen bzw. Brecheigenschaften von Materialien mit der Genauigkeit einer Wellenlänge messen.

Im Michelson Interferometer wird auf diese Weise ein Interferenzmuster erzeugt. Moderne Interferometer sehen sich nicht mehr die Muster an, sondern messen bzw. zählen einfach den Wechsel der Intensitäten mittels Detektoren, falls sich die Streifen aus einem der genannten Gründe bewegen. Michelson erwartete eine Änderung der optischen Weglänge bzw. eine Differenz der Laufzeiten durch Einfluss des Äthers auf die Lichtgeschwindigkeit in Bezug zum Interferometer. Das hätte seiner Meinung nach zu einer Verschiebung der Ringe oder der heraus geblendeten Striche führen müssen. Das Ergebnis entsprach nicht den Erwartungen. Der Grund dafür ist trivial: die im Apparateaufbau auftretenden Doppler-Effekte heben die geschwindigkeitsbedingten Effekte exakt auf. Die Periodendauer und damit die Frequenz wird an keinem der Reflexionspunkte des Apparates verändert. Und die Rechnung mit den Lichtlaufzeiten in den Armen ist schlicht und einfach falsch. Denn diese Rechnung mit c+/-v ergibt Reflexionszeitpunkte, die gar nicht möglich sind, denn die Amplituden der Wellenzüge sind sowohl zeit- als auch raumabhängig. D.h. an einem Spiegel treffen abwechselnd Berge und Täler ein, und eine Reflexion kann nur dann erfolgen, wenn ein Berg eintrifft. Und da diese nur im Takt der Periode ankommen, ist nicht jeder beliebige Zeitpunkt einer Reflexion möglich. Ein Spiegel wird niemals Täler oder halbe Amplituden bzw. Bruchteile von Wellenlängen reflektieren, denn damit es zu einer Reflexion kommt, ist es Bedingung, dass der Spiegel ein komplettes elektrisches Feld absorbiert. Jede Reflexion einer em-Welle sieht daher gleich aus, das elektrische Feld bildet am Spiegel stets einen "Knoten", die Reflexion beginnt daher stets mit einem Nulldurchgang zum Maximum einer Amplitude. Ergibt sich aus der naiven Laufzeitrechnung ein Zeitpunkt, an welchem sich eine andere Phasenlage ergibt, also nicht gerade eine Amplitude am Spiegel anliegt oder ein Minimum, dann ist eine Reflexion früher erfolgt oder wird später sein, und damit ist der primitiv berechnete Reflexionszeitpunkt falsch. Es kommt also gar nicht auf die Laufzeit irgend einer Amplitude an, sondern lediglich auf die Phasenlage zum berechneten Zeitpunkt - sie entscheidet den tatsächlichen Zeitpunkt, und dieser wird immer im Takt der Periodendauer liegen, denn in diesem Takt treffen die Amplituden ein. Die Laufzeit ist völlig unwesentlich, denn die elektromagnetische Welle rekonstruiert sich nach Ablauf einer Periode immer zum gleichen Erscheinungsbild, wobei am Spiegel nur ein Wechsel der Berge und Täler stattfindet und die Reflexionszeitpunkte nur durch die Berge bestimmt werden!

Dazu ein einfaches Beispiel:
Wir denken uns eine Lichtlaufstrecke von 200000000 m Länge, eine Sendefrequenz von 1000 Hz, wodurch sich eine Wellenlänge von 299792,458 m und eine Periode T=0,001 s ergibt und nehmen erstmal an, dass diese Strecke im Äther ruht oder keiner existiert.
Der mit der Lichtgeschwindigkeit c=299792458 m/s berechnete Reflexionszeitpunkt an einem Spiegel am Ende dieser Strecke ergibt sich mit 0,6671281904 Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt liegen 667,1281904 Wellenlängen auf der Strecke und ebensoviele Periodendauern sind verstrichen. Am Spiegel liegt daher nicht gerade ein Nulldurchgang zu einer Amplitude an, sondern dieser ist noch etwas weniger als eine halbe Wellenlänge entfernt. Eine Reflexion kann daher zum berechneten Zeitpunkt gar nicht erfolgen, sondern sie ist entweder früher erfolgt, als im Wechsel von Tal zu Berg gerade ein Berg auftrat oder wird später erfolgen, wenn der nächste Nulldurchgang zu einer Amplitude auftritt. Der tatsächliche Zeitpunkt der Reflexion wird daher keinesfalls nach den berechneten 667,1281904 Sekunden sein können, und die Laufzeitrechnung ist daher unrichtig.
Den Zustand der Amplitude zum berechneten Zeitpunkt am Spiegel kann man einfach berechnen mit

y=sin(2π(t/T)*(x/λ))

Im gegebenen Beispiel ergibt sich, wenn man y der Amplitude mit 150 m annimmt, nach berechneter Laufzeit eine Amplitudenhöhe von etwa 21 m. Das ist also eine Phasenlage, die nicht den berechneten Reflexionszeitpunkt ermöglicht, denn die Reflexion ist zu diesem Zeitpunkt bereits im Gange und die nächste wird erst später erfolgen, eben dann, wenn die nächste Amplitude anliegt. Die "Laufzeit" des Lichts wird daher immer ein Mehrfaches der Periodendauer sein!
Dazu noch ein Bild:
phasenlage_zum_berechneten_zeitpunkt.jpg
phasenlage_zum_berechneten_zeitpunkt.jpg (11.25 KiB) 4955-mal betrachtet

Es zeigt die Phasenlage zum berechneten Zeitpunkt am Spiegel und wie man sieht, hat die Reflexion schon längst begonnen (grüne Welle). Nämlich zu dem Zeitpunkt, zu welchem ein Nulldurchgang zum Maximum am Spiegel anlag. Und die nächste Reflexion wird wieder in dieser Situation erfolgen. Der berechnete Zeitpunkt ist daher Illusion.
Da im Michelson-Interferometer sich in Bezug zu den Laufstrecken eine zueinander proportionale Geschwindigkeits- und Wellenlängenänderung ergibt, die Periode T daher auf allen Strecken erhalten bleibt, ändert sich an der Unrichtigkeit der berechneten Laufzeiten nichts, denn die Reflexionsbedingungen ändern sich durch den Ätherwind nicht. Auch in diesem Fall wird aufgrund dieser Bedingungen die Kompensation der Geschwindigkeitsänderungen durch die Doppler-Effekte exakt sein, und die Reflexionen an den Spiegeln im Takt der Periodendauer erfolgen. Michelsons Laufzeitenrechnung ist daher verfehlt, denn eine winzige Phasenverschiebung kann sich nur am Strahlteiler/Umlenker ergeben, weil sich hier die Strahlen im Falle eines Ätherwindes nicht genau treffen und hier die Amplituden deshalb nicht genau zusammenfallen, weil bei der Begegnung der beiden Wellenzüge einer reflektiert wird, wogegen der andere durch den Umlenker tritt. Eine Phasenverschiebung und somit eine Verschiebung der Interferenzstreifen wird daher sehr viel kleiner sein, als man durch die grobe Laufzeitrechnung erwartet. Und eine wesentlich kleinere Phasenverschiebung hat Michelson ja auch gemessen. Damit hat er den Äther nicht widerlegt, sondern nachgewiesen, denn nach SRT oder Emissionsthese hätte er gar nichts messen dürfen!

Auch in den modernen Experimenten zum Nachweis der Lorentzinvarianz wird nicht berücksichtigt, dass aufgrund dieser Reflexionsbedingungen keine Änderungen von Frequenzen auftreten können, ganz egal, ob es einen Äther bzw. irgendein lichttragendes Medium gibt oder nicht. Die Nichtbeachtung dieser Doppler- und Reflexionseffekte in den verfehlten Laufzeitrechnungen mit c+/-v führt schnurstraks zur Lorentztransformation, um damit die scheinbare Konstanz der LG zu begründen. Alle diese Experimente sind aber verfehlt, wenn man nicht die tatsächlichen Reflexionszeitpunkte erkennt!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » Mo 23. Jul 2012, 14:11

Harald Maurer hat geschrieben: die im Apparateaufbau auftretenden Doppler-Effekte heben die geschwindigkeitsbedingten Effekte exakt auf.


Beim MMI tritt kein Doppler auf, es sei denn es geht Wind und zugleich wird die Apparatur gedreht.

Gruss Kurt
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Harald Maurer » Mo 23. Jul 2012, 16:08

Kurt hat geschrieben:Beim MMI tritt kein Doppler auf, es sei denn es geht Wind und zugleich wird die Apparatur gedreht.

Wenn es ein Medium für das Licht gibt, verhält es sich gleich wie Schall im Medium Luft.

1.) Eine im Medium bewegte Schall-(oder) Lichtquelle gibt die Wellenlängen in Bewegungsrichtung verkürzt und gegen diese verlängert ab. Bewegt sie sich auf einen Beobachter zu, wird dieser eine dementsprechend veränderte Frequenz empfangen. Also einen „Doppler-Effekt“ registrieren. Er wird in diesem Fall von der bewegten Quelle verursacht!

2.) Ein gegenüber einer ruhenden Schall-(oder) Lichtquelle bewegter Beobachter fängt je nach Bewegungsrichtung die Wellenlängen schneller oder langsamer ein und registriert daher eine veränderte Frequenz. Hier wird der „Doppler-Effekt“ vom bewegten Beobachter verursacht.

Bewegen sich Quelle und Beobachter gleichsinnig mit gleichem Abstand und gleicher Geschwindigkeit durch das Medium, registriert der Beobachter keine Frequenzänderung. Warum wohl? Verhält sich die bewegte Quelle nun anders als im Fall 1.)? Oder verhält sich der Beobachter nun anders als im Fall 2.)?

Nein, denn nun treten beide Fälle 1.) und 2.) auf. Es gibt also sehr wohl den von der bewegten Quelle verursachten Doppler-Effekt, als auch den vom bewegten Beobachter verursachten Doppler-Effekt, aber die beiden Effekte sind entgegen gesetzt und heben sich auf. Genau das geschieht im Michelson-Interferometer, falls ein Medium vorliegt.

Die falsche Interpretation des Michelson-Experimentes kommt daher, dass man meint, die veränderten Phasenlagen an den Spiegeln würden über die Reflexion auf die nächste Strecke übertragen. Das ist nicht der Fall, weil dann müsste der Spiegel auch halbe Wellenlängen oder Bruchteile von Amplituden reflektieren – und das macht er eben nicht. Das hätte weiters auch eine Frequenzänderung zur Folge, da der Spiegel nach einer verkürzten oder verlängerten Wellenlänge reflektieren würde und dies eine veränderte Periode und über mehrere Reflexionspunkte zu einer unregelmäßigen Frequenz führen würde. Das macht ein Spiegel aber keinesfalls, sondern er reflektiert nur ganze Amplituden bzw. Wellenlängen; eine Phasenverschiebung kann sich daher nicht über die Messstrecken übertragen und es gibt daher auch keine Phasendifferenz, die sich von einem Arm auf den anderen Arm übertragen könnte. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus v/c heben sich in erster Ordnung auf (Zweiweg), die Effekte zweiter Ordnung v²/c² werden durch die Reflexionsbedingung an den Spiegeln aufgehoben. Deshalb bleibt die Frequenz konstant auf derselben Zeitbasis und eine Drehung des Apparats bewirkt nichts!

Grüße
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Re: Interferenzmuster im MMI

Beitragvon Kurt » Mo 23. Jul 2012, 18:30

Chief hat geschrieben:
Highway hat geschrieben:...

Die Phasenverschiebung φ erzeugt ja kein Interferenzmuster, wie man leicht an meiner ersten Graphik nachvollziehen kann. Laufzeitunterschiede sind damit als Ursache ausgeschlossen!
...

Doch, man sieht z.B. dass sich die Wellen bei φ="PI" zu null addieren.

if4.gif


Gruß


Solange er nicht versteht wie das Muster zustande kommt hat es keinen Sinn mit der Wellenüberlagerung zu argumentieren.
Denn für ihn ist der rote Strich oder Nichtstrich das Muster.
Und das ist es halt nunmal nicht!!!
Und das wäre erstmal klarzustellen.

Gruss Kurt
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