Gluon hat geschrieben:
Hallo Herr Faber,
können Sie einmal erläutern, was Sie da eigentlich rechnen:
Faber hat geschrieben:
t' = γ (t - v/c² γ ((c/2 (1 + v/(1m t)))t - vt))
Die Differenz von rechter und linker Seite ergibt eine quadratische Gleichung mit i.a. zwei Lösungen für t.
Was muss man denn da nach t auflösen? Die Abbildung bildet jeden Punkt (x,t) eindeutig auf ein (x',t') ab. Die letzte zitierte Gleichung enthält nur noch die Konstanten v, c, γ und 1m und t, weil t auch als Parameter zur Parametrisierung der Punkte (x,t) dient x=x(t). Auflösen muss man da gar nichts, denn gefragt ist t' und das kommt nur links in der Gleichung als Ergebnis einfacher Algebra vor.
Vielleicht versuchen Sie hier ein x'(t') zu erhalten.
Ja, ich will schließlich [ x'(t'), y'(t'), z'(t') ] erhalten, denn das ist die laut SRT gleichberechtigte Darstellung der Vorgänge in S'. Die Darstellung der Vorgänge in S ist durch die Trajektorien [ x(t), y(t), z(t) ] vorgegeben. Die gleichberechtigte Darstellung derselben Vorgänge in S' sind die Trajektorien [ x'(t'), y'(t'), z'(t') ]. Die Animationen zeigen jeweils beide. Der Ingenieur, der die Vorgänge in bezug auf S darstellt, malt die oberen Bilder, der Ingenieur, der die Vorgänge in bezug auf S' darstellt, malt die unteren Bilder.
Gluon hat geschrieben:
Das ist tatsächlich nicht unbedingt möglich.
Da t'(t) i.a. nicht streng monoton steigend ist, ist die Umkehrfunktion t(t') keine Funktion, sondern bildet einen t'-Wert auf i.a. mehrere t-Werte ab. Um die Bilder für S' zu erstellen, lasse ich die Uhr in S' laufen, berechne aus den S'-Uhrzeiten t' S-Uhrzeiten t, um dann per x'(t) = γ (x(t) - vt), y'(t) = y(t), z'(t) = z(t) die räumlichen Koordinaten für das S'-Bild zum S'-Zeitpunkt t' zu erhalten.
Wenn ich z.B. t(t') für t' = 0 gegeben habe, dann kann ich danach alle Mehrdeutigkeit auflösen. Aus den i.a. mehreren t-Werten wähle ich immer denjenigen aus, der am nächsten an dem davor zuletzt ausgerechneten t-Wert liegt (denn die Zeit in S verläuft ja stetig und nicht sprunghaft.) Ich bin gerade dabei, das in Software zu gießen. Ist zwar noch nicht fertig, klappt aber prinzipiell.
Ungeklärt ist nun das `Anfangs-Problem'. Ich möchte [ x'(t'), y'(t'), z'(t') ] aus [ x(t), y(t), z(t) ] für t' = 0 berechnen. Zur Verfügung steht mir die Zeitgleichung t' = γ (t - v/c² x(t)), die bei t' = 0 zu 0 = γ (t - v/c² x(t)) wird. Diese Gleichung liefert mir i.a. mehrere t-Werte. Z.B. für x(t) = t² ergibt sich eine quadratische Gleichung 0 = γ (t - v/c² t²), die i.a. zwei t-Werte liefert. Man kann auch x(t)-Bewegungsabläufe wählen, die etwa um den Ursprung schwingen, wo dann 0 = γ (t - v/c² x(t)) unendlich viele t-Werte liefert. (Dabei lässt es sich auch problemlos vermeiden, dass das Objekt sich in S mit mehr als c bewegt.)
Gluon hat geschrieben:
Für die Bijektivität ist es nicht notwendig, dass jedem x eindeutig ein x' und jedem t eindeutig ein t' zugeordnet wird.
Ja, es muss nur jedem (x;y;z;t) eineindeutig ein (x';y';z';t') zugeordnet werden. Habe ich nun ein Objekt, das mit x(t) = sin(ωt), y(t) = 0, z(t) = 0 beliebig langsam um den Ursprung schwingt, dann gibt es Probleme, zu bestimmen, welcher t-Wert, zu t' = 0 gehört (siehe das schwarz-weiß-Bild weiter oben).
Gluon hat geschrieben:
Das Auftreten der Überlichtgeschwindigkeit in der Transformation und der Sprung in der x-Koordinate kommt mir dennoch (unabhängig von der Bijektivität) falsch vor. Wie wird denn v in dem Programm berechnet?
Die angezeigte Geschwindigkeit wird mittels einer kleinen zeitlichen Umgebung um den aktuellen Punkt auf der Trajektorie berechnet. (Auch ohne die Geschwindigkeitsanzeige sieht man den `ausgerissenen Punkt' von rechts her deutlich schneller herankommen als sich die Lichtsphäre ausdehnt.) Die Überlichtgeschwindigkeit ergibt sich dadurch, dass anhand des aktuellen t'-Wertes aus den mehreren t-Werten ein falscher ausgewählt wird. Die Software berücksichtigt(e) nicht, dass ein `stetiger' t-Wert gewählt werden muss; derjenige t-Wert, der am nächsten am vorigen t-Wert liegt. Das Bild gerät übrigens genau in dem Moment `aus den Fugen', in dem die Geschwindigkeit des entsprechenden `Atoms' auf 0 sinkt und dann das Vorzeichen umkehrt.
Gruß
Faber