Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Kopernikus » So 27. Nov 2011, 11:56

Chief hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:
Kopernikus hat geschrieben:...
Trägheitskräfte sind in Wahrheit ein geometrisches Konstrukt...


Tatsächlich? Die Kraft ist also nicht was man tatsächlich misst sondern was man zu sehen glaubt? :mrgreen:


Dazu noch (Gehrcke 1916):

§ 1. In seiner Arbeit: „Die Grundlage der. allgemeinen Relativitätstheorie", hat kürzlich Einstein1) Betrachtungen über die Newtonsche Mechanik angestellt; auf p. 771 folgert er, daß die klassische Mechanik „einen erkenntnistheoretischen Mangel" hat, und er nennt Mach als denjenigen, der diesen Mangel „vielleicht zum erstenmal klar hervorgehoben" hat.

Es sei mir gestattet, darauf hinzuweisen, daß die Überlegungen Einsteins, soweit sie nicht schon bei Mach sich finden, in wesentlichen Punkten bereits in Arbeiten von mir, und zwar, wie ich glaube, klar enthalten sind. Da diese Überlegungen ein heute noch strittiges Grenzgebiet zwischen Philosophie und Physik berühren, so kann man sie nicht als naheliegend oder selbstverständlich erachten. Insbesondere möchte ich darauf hinweisen, daß ich das physikalische Hauptresultat der Einsteinschen Erörterung an der zitierten Stelle vorweggenommen habe.

Einstein geht, gerade so wie ich es auch tat 2), von zwei relativ zueinander rotierenden Körpern S1 und S2 aus; Mach 3) betrachtete immer nur einen, relativ zum Fixsternhimmel rotierenden Körper, und es scheint mir darin der Grund zu liegen, daß Mach durch die erkenntnistheoretischen Schwierigkeiten nicht durchgedrungen ist, obwohl er sie - und bereits das war ein großer Fortschritt — gefühlt hat.

1) A. Einstein, Ann. d. Phys. 49. p. 769. 1916,
2) E. Gehrcke, Verh. d. Deutsch. Phys. Ges. 13. p. 666, 993. 1911.
3) E. Mach, Mechanik. 5. Aufl. 1904. p. 246ff.

Einstein folgert: „Der berechtigte Raum R, (relativ zu dem der Körper S1 in Ruhe ist) ... ist eine bloß fingierte Ursache, keine beobachtbare Sache", und weiter: „Die Ursache" (für das voneinander verschiedene Verhalten der Körper S1 und S2) „muß außerhalb des Systems (der Körper S1 und S2) liegen". Dies ist, nur mit anderen Worten ausgedrückt, genau derselbe Schluß, den ich z. B. so formulierte 1) : es „folgt, daß noch etwas Besonderes, Reales da sein muß, relativ zu dem der (rotierende) Körper rotiert".

1). E. Gehrcke, Kantstudien 1914. p. 487. Vgl. auch z.B. Sitzungsber. d. Kgl. Bayer. Akad. d. Wies. München 1912. p. 209.



Es nützt nichts, immer Quellen zu zitieren,
rechnen Sie mein Beispiel nach
und zeigen Sie mir in meiner Rechnung, wo ein Fehler steckt.

Wer kann, wird es auch nachvollziehen,
wer die Gleichung nicht versteht (nachlesen im Buch über Theoretische Mechanik),
oder keine Lust hat, sich den Kopf zu zerbrechen,
dem bleibt der Glaube und er muß zitieren, zitieren,....
Am Ende bleibt ihm die Ungewißheit.

Grüße

Kopernikus
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » So 27. Nov 2011, 11:57

Harald Maurer hat geschrieben: Naja...nach Feynmann summiert sich die Corioliskraft zur Zentripedalkraft mit gleicher Richtung. Ein Beobachter auf der Scheibe, der ein Motorrad am Kreisumfang fahren sieht, hat aber keine Veranlassung, hier eine Corioliskraft zu vermuten, weil er mit Zentrifugalkraft, Zentripedalkraft und den Reibungskräften, die das Motorrad auf der Bahn halten, sein Auslangen findet. Aufgrund welcher Beobachtung sollte er eine zusätzliche Scheinkraft, also eine Corioliskraft annehmen?

Doch er hat eine Veranlassung, das anzunehmen. Das hatte ich ja schon auführlich beschrieben (rechtes Bild in folgender Darstellung):

Bild

Es wird doch wohl Konsens sein, daß (von außen betrachtet) die summierende Winkelgeschwindigkeit des Motorradfahrers ω_sum ist
ω_sum = ωS + ωM
Und sich die Zentripetalkraft daher im Außensystem ergibt zu
Fzp = m*ω_sum²*R= m*(ωS + ωM)²*R= m*ωS²*R + m*ωM²*R + 2*m*ωS*ωM*R

Fzp = m*ωS²*R + m*ωM²*R + 2*m*ωS*ωM*R

Diese Zentripetalkraft zieht zum Rotationszentrum und verursacht die Kreisbewegung des Motorrades.´

Und es wird auch wohl Konsens sein, daß das eine real wirkende Kraft ist, welche bei einer Transformation in ein anderes Bezugssystem erhalten bleiben muß.

Wie sieht das nun im Bezugssystem der Scheibe aus:

Da fährt der Motorradfahrer aber nur mit ωM. (ωs ist nicht vorhanden).Seine summierende Winkelgeschwindigkeit ist daher jetzt
ω_sum = ωM
Das führt zu einer erlebten Zentripetalkraft F' von
Fzp' = m*ωM²*R
Tatsächlich wirkt auf den Motorradfahrer ja aber die von außen invariant übertragene Kraft Fzp
Es ergibt sich also eine Diskrepanz zwischen dem erlebten Fzp' gegenüber der realen Fzp.

ΔFzp = Fzp-Fzp'= m*ωS²*R + m*ωM²*R + 2*m*ωS*ωM*R - m*ωM²*R
ΔFzp = m*ωS²*R + 2*m*ωS*ωM*R

Im Scheibensystem erscheinen daher diese Anteile als überschüssig und sie müssen daher irgendwie durch Gegenkräfte kompensiert werden.
Es muß demzufolge eine Gegenkraft der Größe m*ωS²*R (genannt Zentrifugalkraft) und eine Gegenkraft der Größe 2*m*ωS*ωM*R (genannt Corioliskraft) gegenwirken.
Letzere läß sich umschreiben mit vr=ωM*R als 2*m*ωS*vr
Es gibt also sehr wohl einen Grund, diese Kräfte zu berücksichtigen.

Natürlich wird das in der Fachliteratur und im Studium so richtig gelehrt und die Examinierten setzen das u.a. im Maschinenbau entsprechend um, wodurch Maschinen entstehen, welche dann wundersamerweise richtig funktionieren. Kein komplexeres Getriebe würde ohne diese Mechaik auch nur annähernd funktionieren.

Und dann muß ich noch subjektiv bemerken, daß es mich bedrückt, wie leichtfertig die Kompetenz der vielen Verfasser der angegeben Quellen, zuletzt Feynman, bestritten wird. Teilweise von Teilnehmern, welche nicht die Anfangsgründe der Mechanik kennen.

Alle, welche hier die in allen genannten Literaturen beschriebene Anwesenheit der Corioliskraft auch bei rein tangentialer Bewegung in Abrede stellen, mögen bitte eine einzige seriöse Quelle zitieren, welche das Gegenteil behauptat. Es kann doch nicht sein, daß jemand, nur weil er es nicht nachvollziehen kann, die gesamte Mechanikgrundlage umkrempeln will.

Gruß
Ernst
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » So 27. Nov 2011, 12:00

Kurt hat geschrieben:Die Hintergrundstrahlung zeigt den jeweiligen Lichtleitbezug, dieser ist immer local!

Na, wenn dieser Lichtleitbezug (hast Du ihn schon patentieren lassen?) immer lokal ist, wonach richtet sich denn dann das Licht im Weltraum? Ist es nicht schlimm, dass das arme Licht im Weltraum so ganz ohne Bezug herumirren muss?
Die Weihnachtsglocken stehen bereit. Du musst sie nur noch läuten lassen :)

Grüße
Harald Maurer
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » So 27. Nov 2011, 12:06

Harald Maurer hat geschrieben: Genaugenommen ist die Definition von Feynman und Co demnach falsch!

Ist es nicht, wie ich gerade gezeigt habe. Falsch ist deine Pauschalisierung von Kräften, welche untersc hiedliche Ursachen haben. Wenn zwei Kräfte in die gleiche Richtung zeigen, müssen sie noch lange nicht gleiche Ursachen haben.

Feynman und Co demnach falsch!

Daß auch Du nun die etablierte Mechanik als falsch bezeichnest, entsetzt mich maximal. Und ich sage Dir mit allem Respekt: Du hast die Mechanik in diesem Fall noch nicht verstanden.
Eventuell ändert das ja noch mein votheriger Beitrag. ;)

Gruß
Ernst
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » So 27. Nov 2011, 12:12

Highway hat geschrieben: Was a) Zeigen würde, dass es durchaus möglich ist, dass sich ein Nobelpreisträger irren kann (wie auch die Preisverleiher), und b) man nicht immer alles bedingungslos anerkennen muss, was die Wissenschaft und ihre Nobelpreisträger mitunter so zum Besten geben.

Für diese Erkenntnis steht dir unbestreitbar der nächste Nobelpreis für Physik und Mathematik zu. Allerdings an einem Ort, wo Männer in weißen Kitteln gleichzeitig einen anderen Insassen zum Kaiser von China krönen.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » So 27. Nov 2011, 12:15

Harald Maurer hat geschrieben:
Kopernikus hat geschrieben:Ich stelle aus meiner mitschwingenden Sicht fest, daß die ganze Welt um mich herum
einer permanenten Beschleunigung unterliegt.

Nein, denn aus den spürbaren Trägheitskräften weißt Du ganz genau, dass nicht die Welt um dich herum, sondern Du selbst der Beschleunigung unterliegst!

Seine Aussage bezieht sich auf die rein kinematische Sicht. In der angewandten Kinematik sind solche sysstembezogenen Beschleuniungen allgegenwärtig.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Kopernikus » So 27. Nov 2011, 12:19

Harald Maurer hat geschrieben:
Kopernikus hat geschrieben:Ich stelle aus meiner mitschwingenden Sicht fest, daß die ganze Welt um mich herum
einer permanenten Beschleunigung unterliegt.

Nein, denn aus den spürbaren Trägheitskräften weißt Du ganz genau, dass nicht die Welt um dich herum, sondern Du selbst der Beschleunigung unterliegst!

Grüße
Harald Maurer


Ich habe gesagt, wenn der Mitschwinger (keine Sensoren benutzt),
wir betrachten die Welt aus dem beschleunigten System.

Die Transformationsgleichungen der Theoretischen Mechanik stellen dies exakt dar.
Verbale Erklärungen rufen nur Widersprüche hervor.
Das ist so wie im Film 'Name der Rose' mit Joan Connery
Die Gläubigen schlagen sich die Köpfe ein wegen des Streits ' Trug Jesus eine Geldbörse oder nicht'
Ist für die Experten hier zu empfehlen, dies hier ähnelt verblüffend dem Film.


Grüße

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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » So 27. Nov 2011, 12:23

Ernst hat geschrieben:Diese Zentripetalkraft zieht zum Rotationszentrum und verursacht die Kreisbewegung des Motorrades.

Es gibt keine Zentripedalkraft, die das Motorrad zum Rotationszentrum ziehen würde! Dass die Zentrifugalkraft nicht obsiegt, ist den Haftreibungskräften zuzuschreiben und nicht einer Kraft, die das Motorrad zum Zentrum zieht. Wenn eine Kraft eine Kreisbewegung verursacht, dann ist es die Gravitation im Falle eines Satellitenorbits. Beim Motorrad-Beispiel ist das nicht der Fall. Da entsteht die Kreisbewegung durch die Schrägstellung des Vorderrads. Sonst könnte man das Motorrad ungelenkt fahren lassen und darauf vertrauen, dass die ominöse Zentripedalkraft ohnedies verhindert, dass das Motorrad von der Scheibe saust.
Deine Argumentation ist nur ein Beispiel dafür, dass die Mathematik Abstraktionen liefert, die der Natur nicht entsprechen.
http://www.systemdesign.ch/index.php/Zentripetalkraft
"Der Begriff Zentripetalkraft ist überflüssig, didaktisch fragwürdig und irreführend."
Mit besten Grüßen an Feynman und Co... :)

Grüße
Harald Maurer
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Corioliskraft

Beitragvon rmw » So 27. Nov 2011, 12:31

Also auf ein Motorrad das im Kreis fährt wirken Zetrifugalkräfte die von der Winkelgeschw. dem Radius und der Masse abhängen. Es ist dabei gleichgültig ob das Motorrad am Boden fährt oder aber auf einer sich drehenden Scheibe, vorausgesetzt das Zentrum ist für Scheibe und Motorad das gleiche. Nur die Räder des Motorrades drehen sich mit anderer Drehzahl.
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Kopernikus » So 27. Nov 2011, 12:35

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Diese Zentripetalkraft zieht zum Rotationszentrum und verursacht die Kreisbewegung des Motorrades.

Es gibt keine Zentripedalkraft, die das Motorrad zum Rotationszentrum ziehen würde! Dass die Zentrifugalkraft nicht obsiegt, ist den Haftreibungskräften zuzuschreiben und nicht einer Kraft, die das Motorrad zum Zentrum zieht. Wenn eine Kraft eine Kreisbewegung verursacht, dann ist es die Gravitation im Falle eines Satellitenorbits. Beim Motorrad-Beispiel ist das nicht der Fall. Da entsteht die Kreisbewegung durch die Schrägstellung des Vorderrads. Sonst könnte man das Motorrad ungelenkt fahren lassen und darauf vertrauen, dass die ominöse Zentripedalkraft ohnedies verhindert, dass das Motorrad von der Scheibe saust.
Deine Argumentation ist nur ein Beispiel dafür, dass die Mathematik Abstraktionen liefert, die der Natur nicht entsprechen.
http://www.systemdesign.ch/index.php/Zentripetalkraft
"Der Begriff Zentripetalkraft ist überflüssig, didaktisch fragwürdig und irreführend."
Mit besten Grüßen an Feynman und Co... :)

Grüße
Harald Maurer


Ihre Darstellung des Link-Inhalts ist natürlich falsch,
Der Prof sagt, daß man die Zentripetalkraft besser Zentralkraft nennen sollte.
Er beseitigt nicht die Kraft, sondern es geht ihm nur um die Benamsung.

Grüße

Kopernikus
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