Wie weist man einen Äther nach?
Auf die gleiche Weise, wie man eine Ladung, ein elektrisches Feld, ein Magnetfeld oder Gravitationsfeld nachweist. Nämlich auf Grund der Wirkungen, die diese theoretischen Gebilde ausüben, denn niemand weiß, was hinter den Phänomenen Feld oder Ladung etc. eigentlich steckt, woraus so ein Feld bestehen könnte und wieso es so funktioniert wie es sich uns offenbart. Setzt man voraus, dass Licht sich wellenförmig fortpflanzt, liegt die Annahme nahe, dass da etwas vorhanden sein muss, das sich wellt - also ein Medium, dessen Beschaffenheit aber ebenso unbekannt ist, wie die Beschaffenheit einer elektrischen Ladung. DIe Theorie einer Ladung bestätigt sich durch die Wirkung, aber was eine Ladung eigentlich ist, weiß dennoch keiner. Wie man nun dieses Medium nennt, Äther oder Matrix oder sonstwie, spielt keine Rolle. "Ladung" ist auch nur ein Wort. Es geht also um die Frage, ob man die theoretische Annahme eines Mediums durch Wirkungen bestätigen kann. Haben wir nun mal beschlossen, dieses Medium "Äther" zu nennen, so gucken wir erstmal, ob es Wirkungen gibt, die eine solche Annahme rechtfertigen. Für diesen Äther gibt es schon mal 3 starke Indizien, nämlich die Unabhängigkeit der LG von der Quelle (wie es bei Wellen zu erwarten ist), den Doppler-Effekt des Lichts und den Sagnac-Effekt. Will man nachweisen, ob sich eine Bewegung der Erde durch dieses Medium auswirkt, bietet sich das Licht an, dessen Unabhängigkeit von der Quelle zeigt, dass sich seine Fortpflanzung nicht auf das Bezugssystem der Quelle bezieht und sich daher auf etwas anderes beziehen muss. Der Sagnac-Effekt kann zwar dieses Medium lokal bestätigen, kann aber eine Bewegung der Erde durch das Medium nicht nachweisen, weil geschlossene Lichtkreise vorliegen, in welchen sich der allfällige Effekt einer linearen Drift durch den Äther gegenseitig aufhebt. Das Ziel ist nur mit Einwegmessungen des Lichts erreichbar, wo eben die bekannten Probleme mit der exakten Zeitmessung bzw. der Synchronisation vorliegen. Das sind technische Probleme, die man z.B. mit einer externen Synchronisation bewältigen kann. Gesetzt nun den Fall, man weist durch eine solche Messung nach, dass die Lichtgeschwindigkeit richtungsabhängig ist und sich aus dieser Richtungsabhängigkeit die Richtung und Geschwindigkeit der Erdbewegung ermitteln lässt, so ist das Medium im gleichen Ausmaß nachgewiesen wie der Nachweis eines elektromagnetischen Feldes, der uns zwar bestätigt, dass da etwas existiert, das wir so nennen aber von dem wir nach wie vor nicht wissen, was es eigentlich ist. Man kann also niemals einen "Äther" nachweisen, sondern man kann die
Theorie des Äthers bestätigen oder widerlegen. Ebenso kann man die Quantenheorie bestätigen, ohne zu erfahren, was Quanten eigentlich sind!
Dass der Sagnac-Effekt bei Rotation funktioniert, weiß man. Weist man nach, dass dieser Effekt auch im gleichmäßig linear bewegten Bezugssystem auftritt, wäre die
Theorie des Äthers bestätigt, und was nun dieses Medium wirklich ist, bleibt nach wie vor verborgen. Wir haben nur die Wirkung - mehr können wir auch nicht erwarten. Und dann kann es immer noch sein, dass etwas der Erwartung des Äthers entsprechendes gar nicht existiert, sondern das Licht einfach die Eigenschaft hat, an seinem Entstehungsort einen absoluten Punkt zu setzen, der sich generell auf die Massenverteilung des Universums orientieren lässt. Dann hat man eben ein absolutes Bezugssystem nachgewiesen, einen "Äther" aber noch lange nicht! Auch eine bestätigte Theorie bleibt eine Theorie!
Wenn also Relativisten den Kritiker auffordern, er möge doch mal die Beschaffenheit dieses Äthers beweisen, so sollten sie erstmal die Beschaffenheit einer elektr. "Ladung" oder eines elektromagnetischen Feldes oder der Materie schlechthin beschreiben - und dann können sie das auch nicht, denn das Ergebnis aller Schlussfolgerungen aus den Wirkungen wird immer nur eine Theorie sein. Mich kann man daher nicht in die Enge treiben mit der Frage, wie würde ich den Äther messen. Man kann den Äther nicht messen, aber man kann Wirkungen messen, die eine theoretische Annahme des Äthers bestätigen können. Und was da nun tatsächlich im Raum ist, das den Transport von Energie mittels wellenförmiger Fortpflanzung ermöglicht, ist immer noch die Frage! Vielleicht ist der ganze Raum des Universums ein elektromagnetisches Feld, dessen Vibrationen Energie transportiert und dessen Oszillationen oder Verdichtungen die Materie manifestiert. Auch wenn wir so eine Theorie entwickeln würden, bliebe "elektromagnetisches Feld" nur ein Ausdruck für etwas, dessen Beschaffenheit unbekannt bliebe. Es gibt also offenbar Grenzen der Erkenntnis, die auch ein Anhänger der Theorie eines Mediums nicht überschreiten kann. Er kann es nicht und kein Physiker kann es, gleich welche Theorie er vertreten mag.
Relativisten sollten vorsichtig sein mit ihrem Anspruch auf letztgültige Wahrheit, die sie der SRT-Ideologie unterschieben mit ihrer bedingungslosen Verteidigung. Sie sollten sich klar darüber sein, dass es in diesem Universum unendlicher Wandlung so etwas wie Konstanten nicht geben kann. Und schon gar nicht, wenn sich diese Konstanten nach Koordinatensystemen richten. Schon der Grundgedanke einer solchen Theorie ist absurd.
Das Universum ist ein Informationsereignis. Information gibt es ohne einen Informationsträger aber nicht. Ein Medium als Träger der Informationen ist deshalb geradezu zwingend anzunehmen. Dass der Äther über die Hintertür wieder in die Physik Einzug hält (Quantenschaum, Quantenfluktuation, Dunkle Materie oder Dunkle Energie, Vakuumenergie etc.etc.) ist daher kein Zufall. Eines weiß man heute schon mit großer Sicherheit: der Raum ist nicht leer. Und welchen Namen wir diesem Etwas geben, das den Raum erfüllt,ist völlig egal.
Kopernikus hat geschrieben:Die Einwegmessung der LG hat eine Genauigkeit von 0,007%.
Tatsächlich? Wer hat denn so eine Messung durchgeführt? Und was hat er denn für eine LG heraus bekommen?
Grüße
Harald Maurer