Ernst hat geschrieben:In der SRT sieht der bewegte Beobachter keine ihm mit v entgegen kommende stehende Welle. Da er die ihm entgegenlaufende Einzelwelle stärker verkürzt sieht als die ihm enteilende Einzelwelle, haben beide Einzelwellen für ihn eine unterschiedliche Wellenlänge. Eine stehende Welle entsteht aber nur bei gleichen Wellenlängen beider Einzelwellen.
Ein weiterer Fall der SRT Schizophrenie.
Wird aber wohl wieder lapidar als akzeptables Paradoxon hingenommen.
Ganz so einfach ist es eben nicht - deswegen sollte es sich ja auch lohnen, darüber nachzudenken.
Nehmen wir an, der ruhende Beobachter legt neben die stehende Welle Holzstäbe die eben gerade Lambda/2 lang sind.
Also am Anfang und am Ende des Holzstabes befindet sich dann damit eindeutig ein Schwingungsknoten. Das ist
real und daran gibt's nix zu rütteln.
Nun kann sich ein anderer Beobachter mit v zu diesem Holzstab (und damit zu den Wellen) bewegen und egal in welche Richtung er sich bewegt, er kann zwar den Holzstab verkürzt sehen, wie es die SRT verlangt - aber dabei natürlich bei beiden Bewegungsrichtungen
gleich verkürzt, weil's ja nur auf die Relativgeschwindigkeit ankommt. Aber das ändert nix daran, dass die Schwingungsknoten weiterhin am Anfang und Ende des Holzstabes liegen müssen.
Wie Du schreibst haben aber beide Einzelwellen für den bewegten Beobachter eine unterschiedliche Wellenlänge. Wie und ob das dann dennoch zu einer sich zu einer zum Beobachter mit v bewegenden stehenden Welle führen soll ist mir zwar noch unklar, aber ich bin da dennoch der Meinung, dass man damit die SRT nicht widerlegen können wird.
So - mit dem Beispiel des Holzstabes daneben - sieht man schon direkt, dass es ja auch Probleme bei der zeitlichen Beurteilung geben wird.
Welche Zeiten gelten für den ruhenden Beobachter an Anfang und Ende des Holzstabes - welche Zeiten gelten für den bewegten Beobachter?
Das ist ja für die Beurteilung, welcher "Teil" jeder Welle sich zu
welchem Zeitpunkt sich an
welchem Ort befindet, von entscheidender Bedeutung. Man kann ja erst dann eine vernünftige Addition der beiden Wellen beurteilen, wenn man auch weiß
was wann wo addiert werden soll.
Der Holzstab ist ja prinzipiell auch nix anderes als der bekannte "Zug" im Zug-Blitze-Beispiel. Leider hab ich aber noch immer keinen richtigen Zugang zu dem Problem gefunden - entweder überseh ich was simples oder es ist doch komplexer als gedacht.
Es steht aber fest, dass die SRT nichts an
Ereignissen ändert. Schwingungsknoten an einem bestimmten Raum-Zeit-Punkt
sind eindeutig Ereignisse, und daher müsste auch bei Anwendung der SRT alles dennoch mit rechten Dingen zugehen.
Wie schon mal gesagt, es würde mich sehr wundern und überraschen wenn es anders wäre.