Highway hat geschrieben:Haralds Kämme dürfen sich also durch unterschiedliche Mediengeschwindigkeiten nicht gegeneinander verschieben. Darum geht's. Aber irgendwie sehe ich das noch nicht.
Muss man halt genau hinschauen!
Da muss man auch keine "durchschnittliche LG" konstruieren, sondern sich einfach ansehen, wie diese Kompensation von v des Apparates im Medium vonstatten geht. Das ist die logische Sichtweise, denn bei einem
Absolutmedium ist es logisch, dass wir uns in diesem Medium bewegen, wogegen es eher seltsam wäre, anzunehmen, dass uns das Universum um die Ohren fliegt...
Wir sehen uns das daher im Bezugssystem des Mediums an!
Die Annahmen:
Es gibt ein ruhendes (absolutes) Medium.
EM-Wellen breiten sich bezogen auf dieses Medium konstant mit c aus.
Jede Welle sieht nach jeder vollen Periode wieder gleich aus wie zuvor.
Alle Amplituden gleichen einander und sind nicht moduliert.

- kompensation_von_v_3.jpg (13.57 KiB) 4948-mal betrachtet
Die obere Welle breitet sich in einer im Medium ruhenden Anordnung aus. In der Mitte ein Oszillator, links und rechts jeweils ein Empfänger, z.B. ein Spiegel, symbolisiert durch die roten senkrechten Striche. Jeweils eine Welle breitet sich nach links und rechts mit c aus. Die beiden roten Striche werden also z.B. in gleichem Zustand von jeweils einer Amplitude gleichzeitig erreicht. Beide Spiegel würden demnach gleichzeitig die Welle reflektieren. Die Interpretation dieser Gleichzeitigkeit würde lauten, dass das Licht zu jedem Spiegel die gleiche Geschwindigkeit c hatte.
Die untere Darstellung zeigt dieselbe Anordnung nach rechts bewegt im Medium. Die sich nach links bewegenden Amplituden werden in größeren Abständen in das Medium gesetzt, die nach rechts laufenden in kürzeren. Der Faktor dieser Veränderung der Wellenlängen ist in beiden Richtungen derselbe und ergibt sich aus v der Sender-Spiegel-Anordnung im Medium. Auch diese veränderten Wellen (gewissermaßen jeweils ein halber Doppler-Effekt) breiten sich mit c bezogen zum Medium aus.
Würde gegen diese Wellenausbreitung eine Spiegel Anordnung
ruhen, so würde der linke Spiegel die Welle rotverschoben und der rechte Spiegel die Welle blauverschoben empfangen. Und wir sehen auch, dass bezogen auf eine ruhende Anordnung links eine Amplitude
später am Spiegel ankommen würde, wogegen am rechten Spiegel eine Amplitude schon
früher angekommen wäre. Aber die Anordnung ist mit v
bewegt und läuft der linken Amplitude entgegen, die deshalb um vt früher ankommt als an einem ruhenden Spiegel. Der Amplitude rechts, die früher am ruhenden Spiegel angekommen wäre, läuft der Spiegel davon und die Amplitude kommt daher um vt später an als im ruhenden Fall. Das Ergebnis ist:
gleichzeitige Ankunft einer Amplitude bei jedem Spiegel, gleichzeitige Reflexion. Die Interpretation dieser Gleichzeitigkeit würde lauten (falls man die Ursache nicht kennt!), dass das Licht zu jedem Spiegel die gleiche Geschwindigkeit hatte! Und die Feststellung, dass sowohl in der ruhenden als auch in der bewegten Anordnung die Spiegel gleichzeitig erreicht werden, mündet letztlich im Postulat der Konstanz der LG in jedem Inertialsystem. Und ebenso irreführend, dass ein Medium nicht existiere!
Diese Kompensation der Bewegung im Medium findet im MMI auf diese Weise statt, wenn ein Medium vorliegt und dieses Medium kann daher mit dieser Versuchsmethode
nicht detektiert werden. Da sich ja offenbar das Medium nicht erkennbar auswirkt. Ob bewegt oder unbewegt, die Auswertung der Reflexionen, die sich nie verändern, ergibt ja immer dasselbe Resultat.
Wer nun in Unkenntnis dieser Doppler-Prozesse hergeht, und naiv die Laufzeiten einer
bestimmten Amplitude mit c+v bzw. c-v berechnet, erhält fälschlicherweise ungleichzeitige Reflexionen, woraus Phasenverschiebungen resultieren sollten, die er natürlich nicht vorfindet. "Es gibt keinen Äther" ist seine Conclusio, und dabei übersieht er ein wesentliches Faktum: die Amplituden, die in der bewegten Situation gleichzeitig reflektiert werden, müssen nicht dieselben sein wie in der ruhenden Situation. Eine Verfolgung ausgewählter Amplituden und die Berechnung derer Laufzeiten ist daher völlig sinnlos.
Wie gesagt, wenn ich mit zwei Fingern die Zähne eines bewegten Kamms berühre, und ich berühre bei jeder Geschwindigkeit zwei Zähne
gleichzeitig in stets gleicher Frequenz, so habe ich keine Möglichkeit, die wahre Geschwindigkeit der Zähne zu berechnen. Sie wird immer gleich sein! Ich würde aber bei einem realen Kamm, dessen Zahnabstände konstant bleiben, die Geschwindigkeit an der Veränderung der Frequenz erkennen. Das geht aber beim MMI im Medium leider nicht, weil sich hier mit jeder Geschwindigkeitsveränderung auch die Wellenlängen dementsprechend so ergeben, dass die Freqenz konstant bleibt. Und da dies eben bei jeder Geschwindigkeit der Fall ist, ist eine Herumrechnerei mit irgendwelchen "Laufzeiten" mit v+/-c falsch und führt zu unrichtigen Folgerungen.
Wer dieses Kompensationsprinzip mal verstanden hat, wird auch kein Problem damit haben, zu sehen, wie dieses Verschwinden von v_medium auch im senkrechten Arm des MMI funktioniert bzw. in jeder Lage des Apparats. Diese Strecke vt, um welche die Amplituden verschoben werden und just diese Verschiebung wieder um vt aufgehoben wird durch Bewegung des Empfängers, ist des Rätsels Lösung. Und die Mathematik dazu gibt es ohnehin schon lange.

Wieso die Emissionsvertreter, Relativitätsgläubigen und jene mit dem Äther im Reisekoffer nicht wissen wollen, was es bedeutet, dass alle Geschwindigkeiten in diesen Formeln verschwinden, ist klar. Denn das bedeutet: es gibt keinen Unterschied zwischen Ruhe oder Bewegung im Äther.
Grüße
Harald Maurer